Raketenstart läutet Info-Tag ein

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Die Physiklehrer Manfred Charrier (links) und Dr.Aymen Habib bereiten im Schulhof den Start einer Wasserrakete vor.

Babenhausen (pg) - Einen Countdown zum Start der Rakete im Schulhof gab es nicht, dafür aber die Warnung: „Gehen sie besser noch ein bisschen zurück. Sie könnten sonst nass werden“.

Über den Zug eines Fahrradbremshebels löste Physiklehrer Manfred Charrier die selbst gebaute Wasserrakete aus. Sekunden später schlug das aus zwei großen Plastikflaschen und diversen Artikeln aus dem Sanitärfachhandel konstruierte Fluggerät nach seinem rasanten Aufstieg inmitten der überraschten Zuschauermenge wieder auf dem Boden auf. Verletzt wurde niemand. Schulleiterin Marion Pritz konnte im Anschluss an die Vorführung aus dem Fach Physik ihre Führung durch die Schule beginnen.

„Wir haben zwölf solcher Raketen mit den Schülern gebaut“, erklärte Manfred Charrier, der „Physik von der technologischen Seite her beleuchten will“ und seinen Schülern zeigen möchte, „was man damit praktisch anstellen kann“.

Am Samstag hatte die Bachgauschule zum Tag der offenen Tür eingeladen. Und trotz der Kälte nutzten zahlreiche Besucher die Möglichkeit, sich über das Babenhäuser Oberstufengymnasium zu informieren. Lehrer und Schüler hatten gemeinsam ein umfangreiches Programm vorbereitet. Die Lehrinhalte der verschiedenen Fächer wurden anschaulich mit Hilfe von Schülerarbeiten präsentiert. Quiz- und Knobelspiele, Filmvorführungen und anderes sorgten für Unterhaltung.

Die Schüler, die die Schule ab dem kommenden Schuljahr besuchen werden, hatten die Chance, ihre zukünftigen Lehrer und die Räumlichkeiten kennen zu lernen. Informationen über die Neueinschulung lieferte der stellvertretende Schulleiter, Otto Haus. Den Fragen der Besucher stellte sich Schulleiterin Marion Pritz beim Rundgang. „Die bayerischen Eltern wollen hauptsächlich wissen, ob ihr Kind eine Chance hat, hier einen Platz zu bekommen. Die Fragen der hessischen Eltern richten sich nach unseren Angeboten“, sagte Pritz, die wegen des begrenzten Raumes und der Größe des Kollegiums nicht alle Schüler aufnehmen kann, die gerne auf die Bauchgauschule gehen möchten.

Der Andrang ist riesig

Der Andrang auf die eher kleine und familiär wirkende Schule ist wesentlich größer als ihre Kapazitäten. Auch aus hessischen Nachbarorten wie Rodgau, Seligenstadt oder Hainburg und dem bayerischen Aschaffenburg mit Umgebung drücken Kinder hier die Schulbank. „Die Abgänger der Joachim-Schuhmann-Schule und der Schaafheimer Eichwaldschule haben einen Platz sicher. Die restlichen Plätze können bayerische Schüler oder Jugendliche aus anderen hessischen Städten einnehmen. Derzeit haben wir unter unseren 365 Schülern 79 aus Bayern“, sagte Otto Haus.

Neu an der Schule ist das Kulturprofil, erklärte die Schulleiterin. Ein lebendiges Kulturleben mit Opern- und Theaterbesuchen, Workshops und Vorträgen habe es auch schon früher gegeben. Außerdem könnten die Schüler seit Jahren schon ihren Neigungen im Chor, einer Instrumentalgruppe, der erfolgreichen Theater-AG und der Theaterwerkstatt nachgehen. „Aber jetzt ist das Angebot ausgeweitet und als Teil des Schulprogramms institutionalisiert. Es hat dadurch eine gewisse Priorität. Da kann man es nicht einfach wegwischen“, sagte Pritz, die betonte, dass der Kulturbegriff nichts Ausschließendes habe. „Das heißt, auch naturwissenschaftliche und mathematische Angebote gehören dazu“.

Die gemeinsamen kulturellen Aktivitäten sind freiwillig und werden gut angenommen. „Für viele Schüler sind das Highlights. Die nehmen zu den Theaterfahrten auch Freunde oder ihre Eltern mit. Die Schulgemeinde hat so die Chance, sich nach außen zu öffnen“, sagte Pritz. „Technisch sind wir eigentlich gut ausgerüstet“, betonte die Englischlehrerin Kirstin Schmidt, während auf dem Smartboard, der Hightech-Version einer Tafel, ein Englisch-Quiz aus dem Internet die Besucher herausforderte. „Die Schüler kennen sich heute alle mit den neuen Medien aus und nutzen sie beim Lernen. Sie haben weniger Angst vor anderen zu sprechen als die Schüler früher. Das wird heute auch in jedem Fach erwartet, dass man sich gut präsentieren kann“, erklärte sie.

Gespräche über die Lektüre der Schüler führten einige Eltern mit den Deutschlehrerinnen Astrid Sehnert-Lokay und Johanna Fuchs. Dass Schüler heute in ihrer Freizeit nicht mehr gerne lesen, können die beiden nicht bestätigen. „Aber die Zeit der Jugendlichen ist heute knapper. Ich habe unter meinen Schülern sehr begabte, die sogar Gedichte selbst verfassen“, sagte Johanna Fuchs.

Quelle: op-online.de

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