Bahnhof wird barrierefrei

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Der Babenhäuser Bahnhof soll attraktiver und vor allen Dingen barrierefrei werden. Schon ab August sollen die Sanierungsmaßnahmen beginnen.

Babenhausen - Was lange währt, wird endlich gut: Dieses Sprichwort könnte man auch auf den Babenhäuser Bahnhof anwenden. Schon vor 15 Jahren gab es erste Überlegungen, den Bahnhof zu modernisieren. Nun ist die Finanzierung geklärt. Von Ulrike Bernauer

Staatsminister Steffen Saebisch vom Hessischen Ministerium für Wirtschaft, Verkehr und Landesentwicklung überreichte gestern im Babenhäuser Rathaus einen Realisierungs- und Finanzierungsvertrag in Höhe von 3,1 Millionen Euro. Damit hat das Land mehr als ein Drittel der Gesamtkosten übernommen. Wichtig war Staatssekretär Saebisch vor allem der barrierefreie Umbau des Bahnhofs. „Wir müssen den öffentlichen Verkehr für alle Menschen ertüchtigen“, erklärte Saebisch und wollte dabei sowohl die Ballungsgebiete als auch den ländlichen Raum einschließen. Auf den langen Zeitraum zwischen der ersten Planung und der nun anstehenden Realisierung ging der Staatssekretär auch ein: Es habe so lange gedauert, da viele Parteien mit ins Boot geholt werden mussten. Neben der Stadt und dem Land sei das die Bahn sowie der Rhein-Main-Verkehrsverbund (RMV).

1, 2 Millionen Euro übernimmt die Stadt an den Gesamtkosten für den Bahnhof, die sich auf 7,6 Millionen belaufen. 270.000 Euro gibt es vom RMV für die Planungskosten dazu. Mit 3 Millionen ist die Bahn dabei. Zu den 7, 6 Millionen Euro kommen dann noch knapp 1, 4 Millionen Euro hinzu, die die Stadt für die Umgestaltung des Bahnhofsvorplatzes und der Park & Ride-Anlage Nord beisteuert.

Zurzeit sei das Ein-, Aus- oder Umsteigen in Babenhausen „sehr unbequem“ stellte Bürgermeisterin Gabi Coutandin fest. Gerade für Menschen mit Kinderwagen oder Fahrrädern seien die beiden Mittelbahnsteige kaum zu erreichen und damit ein attraktives Verkehrsmittel für bestimmte Bevölkerungsgruppen kaum zu nutzen. „Sie brauchen viel Muskelkraft, um ein Fahrrad auf den Bahnsteig zu tragen.“ Die Bürgermeisterin freute sich über den Attraktivitätszuwachs, den Babenhausen durch einen sanierten Bahnhof erreichen könnte.

Die Vertreterin der Bahn, Susanne Kosinsky, erläuterte die Baumaßnahmen, die bereits im August in Angriff genommen werden sollen. Beide Mittelbahnsteige sollen neu gebaut werden und später einen ebenerdigen Einstieg in die Züge ermöglichen. Die Bahnsteige werden auch über Aufzüge zu erreichen sein, und die Personenunterführung wird nicht nur erneuert, sondern sogar bis zur Aschaffenburger Straße verlängert.

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Der Bequemlichkeit der Reisenden dienen neue Sitzgelegenheiten auf den Bahnsteigen, ein neues Wegeleitsystem kommt dazu, eine Beschallungsanlage und eine bessere Beleuchtung. Die Bahnsteigüberdachungen werden ebenfalls neu gebaut. Um sich besser gegen Vandalismus zu wappnen, soll auch ein Videoüberwachungssystem eingebaut werden.

Die Modernisierung des Bahnhofes in Babenhausen gehört zu einem Gesamtprogramm, bei dem bis Ende 2019 etwa 258 Millionen in die Personenbahnhöfe fließen sollen. Davon trägt die Deutsche Bahn rund 129 Millionen, das Land Hessen 84 Millionen sowie die Verbünde und Kommunen zusammen rund 45 Millionen Euro. Mit einer Fertigstellung der Baumaßnahmen am Babenhäuser Bahnhof rechnet die Bahnvertreterin Kosinsky im Jahr 2015. „Dann treffen wir uns alle hier zur Einweihung des neuen Bahnhofs“, versprach Saebisch.

Quelle: op-online.de

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