Bahnhofsgebäude in Langstadt

Kulturbahnhof mit 26 Gründern

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Der Startschuss fiel mit dem Besuch von Rosemarie Lück und Gabi Coutandin. Drei Jahre an Umbauzeit ist realistisch. Initiator Martin Münch (rechts) und Kreisbeigeordnete sowie Vereinsunterstützerin Rosemarie Lück diskutierten am Freitag mit zwei Dutzend weiteren Gründern, was sich mit dem verfallenen Langstädter Bahnhofsgebäude alles anstellen ließe.

Babenhausen - Wer das verfallene Bahnhofsgebäude in Langstadt vor einigen Wochen erlebte, zwischen seinen Mauern wandelte und dasselbe am vergangenen Freitagabend tat, stellte bereits einen Wandel fest. Von Jens Dörr

Mit ein paar Bierzeltgarnituren und etwas Beleuchtung hatten einige Frauen und Männer aus dem Ortsteil und der Umgebung eine fast schon heimelige Atmosphäre geschaffen. Und das, obwohl die eigentlichen Sanierungs- und Bauarbeiten des Groß-Umstädter Unternehmers Hans Goll, der Gelände und Immobilie gekauft hat, noch gar nicht begonnen haben.

Dass man aus dem alten Langstädter Bahnhof wieder etwas machen könnte, darin waren sich alle einige, die am Freitag gekommen waren - und gründeten einen neuen Verein. Er erhält den Namen „Kulturbahnhof Langstadt“, soll ein eingetragener Verein und als gemeinnützig anerkannt werden. 26 Leute sorgten für die formal korrekte Gründungsprozedur, in deren Rahmen unter anderem eine Satzung beschlossen und der Vorstand gewählt wurde. Mitglieder sind inzwischen sogar schon 30 Bürger. „Es dürfen aber gern noch mehr werden“, sagt Martin Münch, der mit dem Zuspruch bei der Gründungsveranstaltung allerdings einverstanden war.

Pädagoge Münch zählt auch zur dreiköpfigen Führung von „Kulturbahnhof Langstadt“. Er wird künftig den Bereich Bildung verantworten. Gleichberechtigt ebenfalls Vorstände des Vereins sind Klaus Schüller (Bereich Medien) und Alexander Ruzicka. Er hat qua Familie eine besonders enge persönliche Bindung zum Objekt: Sein Großvater war einst der Bahnhofsvorsteher.

Gepäckstücke gelagert und Tickets verkauft

Gepäckstücke gelagert und Tickets verkauft werden im Langstädter Bahnhofsgebäude in der Zukunft allerdings nicht mehr. Die Räumlichkeiten sollen vielmehr für kulturelle Angebote diverser Art genutzt werden. Medienschaffende – über Schüller besteht ein enger Draht etwa zum Campus Dieburg der Hochschule Darmstadt – sollen hier Büros finden, Bands Proberäume, Ausflügler einen Anlaufpunkt. Den könnte zum Beispiel an Sonn- und Feiertagen ein Café bieten, deutete Münch nach der Vereinsgründung an, um darauf hinzuweisen, dass es viele Ideen gebe, diese aber noch im Werden seien.

Überhaupt deutete er als einer der Initiatoren an, dass man der Sache Zeit geben müsse. Wer in wenigen Monaten ein völlig anderes Erscheinungsbild und ein ständig belebtes und belegtes Gebäude erwarte, habe zu forsche Erwartungen. „Drei Jahre Umbauzeit sind realistisch“, so Münch. Eine sukzessive Belegung der Räumlichkeiten könne wohl im kommenden Jahr beginnen.

Noch in diesem Jahr wird indes gefeiert, die Gründung des Vereins wie den neuen Schwung, den letztlich auch der gesamte Ortsteil Langstadt durch die Pläne erhalten könnte. Am 15. Juni findet ein Bahnhofsfest für die ganze Familie statt. Bei dem dürften womöglich auch Bürgermeisterin Gabi Coutandin und Kreisbeigeordnete Rosemarie Lück wieder vorbeischauen. Die beiden Sozialdemokratinnen lobten am Freitag das überparteiliche Engagement aus der bürgerlichen Mitte und sicherten ihre Unterstützung zu. Für die musikalische Umrahmung der Veranstaltung sorgte das Projekt „Raum für Musik“ des Groß-Umstädter Max-Planck-Gymnasiums.

Wer sich für den Verein interessiert, Angebote oder Fragen hat und eintreten möchte, kann sich per E-Mail (elgepahelge@yahoo.de) oder unter Tel.: 01772108224 bei Martin Münch erkundigen.

Quelle: op-online.de

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