Umbaubeginn

Bahnhofsumfeld soll im Frühjahr modernisiert werden

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Die P+R-Anlage in der Grafik: Auf dem langen Streifen östlich des Bahnhofsvorplatzes entstehen die meisten Parkplätze (blau). Gelb sind die Straßenflächen eingezeichnet, ocker die Fahrbahnen für Mischverkehr, violett die Gehwege und grün entsprechend die Grünanlagen.

Babenhausen - Die Modernisierung des Bahnhofsumfelds in der Kernstadt ist ein Dauerbrenner der kommunalen Politik. Jetzt haben die Stadtverordneten in ihrer jüngsten Sitzung dem Bebauungsplan für die Park + Ride-Anlage im Norden zugestimmt und Baurecht geschaffen. Von Stefan Scharkopf

Beginn der Arbeiten soll im Frühjahr sein. Allerdings rechnet die Stadt mit juristischen Auseinandersetzungen mit Anwohnern. Diese befürchten eine Verschlechterung der Wohnqualität sowie Lärm und Abgase. Die eingegangenen Stellungnahmen der sogenannten Träger öffentlicher Belange führten zu keiner Änderung der Planung. Der Bau der P+R-Anlage beläuft sich nach Angaben von Katharina Freckmann vom Fachdienst Bauwesen auf etwa 650.000 Euro.

Insgesamt werden in dem Areal etwa 86 Parkplätze für Autos und weitere für Motorräder geschaffen. Die Erschließung der Anlage erfolgt über die Bouxwiller Straße. Eingefahren wird über die Stirnseite des Raiffeisenmarktes (Hermann-Stotz-Straße). Der Bahnhofsvorplatz wird autofrei. Der Busverkehr läuft zunächst weiter wie bisher, wenn die Straße Am Bahnhof neu gestaltet wird, können die Busse dann in einem Wendeplatz drehen. Nicht weiter verfolgt wird der mal angedachte Buskreisverkehr.

Die meisten Parkplätze östlich des Bahnhofsvorplatzes

Die meisten Abstellflächen für Autos entstehen auf der östlichen Seite des Bahnhofsvorplatzes. Insgesamt werden es 52 sein, für Motorräder etwa fünf. Weitere zwölf Pkw-Stellplätze wird es westlich des Raiffeisenmarkts in Richtung der Bouxwiller Straße geben, sowie 22 südwestlich des Marktes.

In wenigen Wochen sollen die Arbeiten zur Errichtung der P+R-Anlage Nord am Bahnhof und die Erneuerung der Hermann-Stotz-Straße also beginnen. Fahrradständer, Bahn-Nebengebäude sowie eine Linde und eine Kastanie im nordöstlichen Teilbereich des Bahnhofsvorplatzes sind hier ganz offensichtlich „in die Jahre gekommen“. Durch die Tiefbauarbeiten – Erneuerung der Platzoberfläche und Kanalbauarbeiten – ist die Standsicherheit und damit Lebenserwartung beider Bäume nicht mehr gegeben. Nach Empfehlung eines Sachverständigenbüros werden die beiden deshalb vor der Baumaßnahme entfernt, heißt es dazu aus dem Rathaus.

Pyramiden-Hainbuchen für Stadtklima gut geeignet

Nach Beendigung der Baumaßnahme soll in diesem Bereich ein attraktives Baumquartett entstehen, um den ursprünglichen Platzcharakter zu erhalten und die Aufenthaltsqualität durch begrünte, beschattete Bereiche zu gewährleisten.

Der Magistrat hat sich für die Anpflanzung von Pyramiden-Hainbuchen entschieden, die aufgrund ihrer Wuchsform und Größe gut geeignet sind, das Stadtklima vertragen und weder Früchte abwerfen noch Honigtau absondern. Gute Voraussetzungen, um in Zukunft hier verweilen zu können.

Umgestaltung des Bismarckplatzes weitergeplant

Wie Katharina Freckmann auf Anfrage weiter mitteilt, wird auch an der Umgestaltung des Bismarckplatzes weitergeplant. Allerdings sind bei der Umsetzung der Bahnhofsvorplatz und die Straße Am Bahnhof vorrangig. Mitte des Jahres könnte auch der Startschuss für den barrierefreien Umbau des Bahnhofs fallen. Die Stadt wartet auf Nachricht der Bahn AG.

Derweil geht es in der früheren Wartehalle im Bahnhof weiter. Wie berichtet, soll diese wieder regelmäßig jeden Tag öffnen. Derzeit müssen die Fahrgäste der Bahn um das Gebäude herum gehen, um zum Bahnsteig bzw. in die Innenstadt zu gelangen, wenn der Coffee-Shop geschlossen hat.

Sitzbänke soll es nicht geben

Vor etlichen Jahren verkaufte die Deutsche Bahn das Bahnhofsgebäude an ein international arbeitendes Konsortium, das in ganz Deutschland solche Immobilien zur Weitervermarktung erwarb. Verwalter ist die Main-Asset GmbH. Nach einiger Zeit vermietete Main-Asset den linken Teil des Gebäudes an die Café-Betreiberin. Die erforderlichen Umbaumaßnahmen zur Abgrenzung gegenüber dem Eingang zu den Wohnungen sind nun beauftragt. Mit Main-Asset ist alles vertraglich geregelt, heißt es. Dazu wird ein bodentiefes Fenster durch eine denkmalgerechte Tür ersetzt, ebenso die andere Eingangstür und ein weiteres Fenster. Sitzbänke soll es nicht geben, um keine „Übernachtungsgäste“ einzuladen.

Quelle: op-online.de

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