Ballons zur Einweihung

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Die Kinder feierten mit ihren Eltern und Erziehern den Einzug in ihr neues Domizil.

Harpertshausen - Die Blicke der Kinder richten sich gen Himmel. Dorthin entschwinden ihre bunten Ballons, die sie zuvor in die Hand gedrückt bekamen und nun auf Kommando aufsteigen lassen dürfen. Von Stefan Scharkopf

Kinder, Eltern und Vertreter der Stadt läuteten gestern offiziell den Betrieb im sanierten Kindergarten in Harpertshausen ein. Und die Mädels und Buben waren die Hauptakteure der kurzen Einweihung.

Der kleinste Stadtteil Babenhausens ist nun zum dritten Mal Standort für einen Kindergarten. Von 1947 bis 1949 war schon mal Betrieb, allerdings nicht im Alten Schulhaus, sondern gegenüber im Rathaussaal. Danach wurden die Mädchen und Jungs in Kindereinrichtungen der umliegenden Ortschaften untergebracht. Für Jahrzehnte war Schluss. Erst 1996 öffnete der Kindergarten wieder – diesmal in der Alten Schule – und Eltern konnte ihre Sprösslinge vor Ort betreuen lassen.

„Zwölf Jahre lang wurde hier gute pädagogische Arbeit geleistet“, sagte Ortsvorsteher Kurt Kratz gestern. 2008 musste die Einrichtung wieder schließen, weil es schlicht nicht genügend Kinder gab, die ein Weitermachen ermöglicht hätten. Harpertshäuser Kinder wurden in Langstadt untergebracht.

Die Stadt hat sich – wie berichtet – zum Ziel gesetzt, für die Kinder unter drei Jahren unter Einbeziehung der Tagespflegeplätze ein Betreuungsangebot für 50 Prozent der Anspruchsberechtigten zur Verfügung zu stellen. Da kam auch die Alte Schule in Harpertshausen wieder ins Spiel.

Stillgelegter Kindergarten ist reaktiviert

Nun wurde der stillgelegte Kindergarten reaktiviert, brandschutztechnisch auf Vordermann gebracht und aufgehübscht. Es gibt einen Ruhe- bzw. Schlafraum, im Sanitärbereich einen Wickeltisch mit Waschgelegenheit, eine Baby- sowie eine neue Personaltoilette. Zu den Maler-, Sanitär- und Fliesenarbeiten kam noch ein Wanddurchbruch zum Eingang ins Treppenhaus – der notwendige zweite Fluchtweg.

Im Außenbereich wurde die Freifläche hergerichtet, eine neue Rutsche und eine Kleinkindschaukel gebaut und das Baumhaus renoviert. Alles in allem schlugen die Arbeiten mit 53 000 Euro zu Buche.

Platz ist für sechs Kinder unter drei und für neun über drei Jahren. Die Einrichtung ist gut belegt, nur noch jeweils ein Platz im U3- und im Ü3-Bereich ist frei. Die Betreuungszeit geht bis 14 Uhr. Drei Erzieherinnen kümmern sich um die Mädels und Jungs. Geleitet wird die Einrichtung vom Kindergarten Langstadt aus. Möglich wurde die Neueröffnung auch deshalb, weil im kleinen Baugebiet „Am Dietweg“ junge Familien eingezogen sind. Wie Bürgermeisterin Gabi Coutandin sagte, wird es auch „die nächsten Jahren“ so sein, dass der Standort Harpertshausen gut belegt ist.

Die Alte Schule wird aber verkauft. Mit dem neuen Besitzer sei vereinbart worden, dass der Betrieb die kommenden fünf Jahre gewährleistet ist. Danach werde man weitersehen. Die Stadt könnte danach als Mieterin des Objekts auftreten.

„Ein Meilenstein im dörflichen Zusammenleben“

Für Ortsvorsteher Kurt Kratz jedenfalls ist der Wiederbetrieb „ein Meilenstein im dörflichen Zusammenleben“ und eine gute Möglichkeit für Neubürger, sich im Ort zu integrieren. Im Namen des Ortsbeirats überließ Kratz dem Kindergarten ein kleines Grundstück mit vier Apfel- und zwei Nussbäumen. Ein Schild weist darauf hin, dass nur die Kindergartenkinder dort Obst pflücken dürfen.

Nächstes Projekt ist der Kindergarten in Langstadt, der zur Tagesstätte mit entsprechend längeren Öffnungszeiten ausgebaut werden soll. Der Entwurf für das „Regenbogenland“ wurde dem Magistrat vorgestellt; der segnete die Pläne ab. In der kommenden Woche gibt es einen Elternabend. Die Langstädter Kita soll einen Schlafraum, ein Bistro und einen größeren Personalraum erhalten. Außerdem müssen Elektro- und Sanitärtechnik erneuert werden. Baubeginn soll im Sommer 2014 sein. Als räumliche Übergangslösung für die Umbauzeit wird eine Containerlösung an der Markwaldhalle ins Auge gefasst. Teile der Halle sollen als Küche und Bewegungsraum mitgenutzt werden.

Quelle: op-online.de

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