Bande steht jetzt vor Gericht

Babenhausen ‐ Sie verübten eine Reihe von Überfällen und sorgten für ein Klima der Unsicherheit in der Stadt - jetzt stehen die mutmaßlichen, 17 bis 22 Jahre alten Täter vor dem Kadi. Von Stefan Scharkopf

Acht Angeklagte - einer stammt aus Offenbach, einer aus Schaafheim und die anderen aus Babenhausen - müssen sich ab Montag (1.) vor dem Landgericht in Darmstadt verantworten. „Verdacht des Raubes“ wird ihnen vorgeworfen. Vier Verhandlungstage sind angesetzt. Der Offenbacher soll am 14. Dezember 2009 maskiert und bewaffnet gemeinsam mit einem unbekannten Mittäter den Netto-Markt in Babenhausen überfallen, zwei Angestellte mit der Waffe bedroht und sie aufgefordert haben, den Tresorraum zu zeigen.

Auf dem Weg dorthin bedrohte er offenbar einen weiteren Mitarbeiter. Allerdings nur zum Schein. Wie sich herausstellte, war der junge Babenhäuser ein Komplize, der die Bande gegen 500 Euro mit Informationen über die internen Abläufe des Marktes versorgte. Die Beute betrug 6 500 Euro.

Dem Offenbacher und einem weiteren Trio wird auch der Überfall am 18. Januar 2010 auf den Netto-Markt in Schaafheim zur Last gelegt. Von einem jungen Babenhäuser wurden die Ganoven mit einer Pistole und einem Revolver versorgt. Auch hier bedrohten sie zwei Angestellte mit ihren Waffen. Die Beute betrug 7 280 Euro.

Am 20. Januar soll einer aus der Gruppe, ein 17-Jähriger aus Babenhausen, ein Schreibwarengeschäft in der Martin-Luther-Straße überfallen und eine Beute von 792 Euro gemacht haben.

Im Raum steht die Frage, ob die siebenköpfige Bande auch für zwei Überfälle innerhalb weniger Wochen auf die Volksbank in der Platanenallee in Frage kommt. Eine Anklage liegt dem Landgericht jedenfalls nicht vor.

Die Serie an schweren Überfällen hatte zu Jahresbeginn nicht nur für viel Gesprächsstoff auf den Straßen gesorgt, sondern auch die Frage aufgeworfen, wie sicher die Bürger in Babenhausen leben. Um darauf eine Antwort zu geben, hatte Helmut Biegi, Leiter der Polizeidirektion Darmstadt-Dieburg, auf Einladung des städtischen Magistrats in der Stadtmühle Zahlen präsentiert.

Zwölf Raubüberfälle 2009 seien zwar ein Anstieg gegenüber drei im Jahr 2008, doch das heiße nicht, dass es in der Stadt krimineller geworden sei, sagte Biegi. „Da haben eben Banden von außen zugeschlagen. Alles in allem sind die Zahlen gefallen.“ Gab es 2008 noch 608 Delikte, waren es im vergangenen Jahr 584. Für die Größe der Stadt und ihre Lage an Schnellstraßen sei dies zufrieden stellend. Spitzenreiter im Kreis seien nach wie vor Weiterstadt und Dieburg. Der Magistrat hat eine Reihe von Maßnahmen diskutiert, wie das Sicherheitsgefühl der Bürger gestärkt werden könnte, beispielsweise ein Frühwarnsystem oder einen kommunalen Präventionsrat. Im Nachgang zu den Überfällen hatte die Polizei mehr Streifenfahrten in der Stadt angekündigt.

Quelle: op-online.de

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