Besenstiel wird zu Nikoläusen

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Basar der Evangelischen Frauenhilfe mit viel Auswahl und gutem Zuspruch. Wer noch keinen Adventskranz hatte, fand diesen mit Sicherheit auf dem Adventsbasar der Frauenhilfe.

Babenhausen - Es ist wirklich keine Selbstverständlichkeit, was die Frauenhilfe der evangelische Gemeinde leistet. Von Michael Just 

Im Oktober und im November, sowie speziell in der Woche vor dem ersten Advent, wird derart engagiert und hingebungsvoll in gemeinsamer Runde gebastelt, dass die Ergebnisse beim Adventsbasar den großen Raum im zweiten Stock des Erasmus-Alberus-Haus zu weiten Teilen ausfüllen. Am Sonntag fand der Basar bereits zum 37. Mal in Ergänzung zum Babenhäuser Weihnachtsmarkt statt. Mit der Veranstaltung war auch ein Mittagessen nach dem Gottesdienst verbunden, bei dem es Schweinebraten mit selbstgemachten Semmelknödel sowie Heringe nach Hausfrauen-Art gab. Wer einen Tisch wollte, musste sich ranhalten: Aufgrund des Zuspruchs war es angebracht, sich gleich nach dem Gottesdienst einen Platz zu sichern, sofern keine Wartezeit anfallen sollte.

Bei der Auslage des Basars stießen vor allem die Gestecke ins Auge – und auf Interesse: „Wir haben Advents- und Türkränze, aber auch viele andere Formen von geflochtenem Schmuckwerk“, erzählte Gisela Harreiner, die zum Vorstand der Frauenhilfe gehört. Auf fast 80 bis 90 Exemplare beziffert sie das liebevoll gefertigte Angebot, bei dem reichlich duftende Zweige von Nadelhölzern sowie viele bunte Kerzen verarbeitet wurden. Wie sie sagte, sei der zehnköpfigen Gruppe daran gelegen, dass bei den Gestecken möglichst alles verkauft wird. Das hänge vor allem damit zusammen, dass diese sich nicht aufheben oder lagern lassen. „Andere Sachen können wieder eingepackt und bei anderer Gelegenheit erneut angeboten werden. Die Gestecke fangen schon bald an zu nadeln“, sagte Harreiner schmunzelnd über die Naturprodukte mit begrenzter Verkaufs- und Verwendungszeit.

Neben den Gestecken ließen sich auch Strickarbeiten, wie Strümpfe und Schals, Holzarbeiten, selbstgebackene Plätzchen in kleinen Tütchen, sowie Brände oder Himbeer-Essig erwerben. Des Weiteren zu finden: kleine und große Weihnachtssterne, die lokale Gärtnereien für den Basar, und damit für die gute Sache, spendeten. Der Gesamterlös fließt wie jedes Jahr zur Hälfte an die Dieburger Lebenshilfe und die Jugendarbeit der Gemeinde.

Zu den eifrigsten Mitgliedern bei der Frauenhilfe gehört Helga Weber. Ihre Auslage war schon deshalb interessant, da sie zum Großteil auf Recycling baut. So hatte sie einen alten hölzernen Besenstiel in viele kleine Teile geschnitten. Diese wurden dann so angemalt und verziert, dass daraus mehrere kleine, putzige Nikolaus-Paare entstanden. Ähnliches wurde mit kleinen Terrakotta-Blumentöpfchen als Nikolaus-Körper angestellt. Vor allem die Holzarbeiten auf dem Adventsbasar gingen auf die 65-Jährige zurück. Dabei hat Weber die Unterstützung von ihrem Mann und dessen Werkstatt im Keller. Aus einem alten Dachbalken entstanden mehrere Sätze mit einfachen Holzhäuschen, deren pastellartige Farbgebung die Hobby-Bastlerin in Dänemark gesehen hat. Ihre Engel bestechen durch die wunderschöne Maserung des Holzes. „Das ist Zwetschgenholz“, weiß Weber. Der Baum fiel bei einer Fällung auf einer Streuobstwiese von Bekannten an. Bevor die knorrigen Überreste irgendwo in einem Kamin landeten, sicherte sich die Babenhäuserin den Stamm für kreative und künstlerische Zwecke. Mit Erfolg: „Zum Verfeuern war das Holz zu schade. Durch die Arbeiten hat der Stamm auf dem Basar schon nun schon mehrere hundert Euro eingebracht“, berichtete Weber.

Quelle: op-online.de

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