Die Bauarbeiter sind los

+
Blickfang: Die TSV-Tanzgruppe bei der Fastnachtssitzung in Langstadt als „Häschen“.

Langstadt ‐ Ja sind denn die Bauarbeiter los? Es gibt wohl nur wenige Fastnachtssitzungen, bei denen ein Kostüm derart im Mittelpunkt gestanden hat wie am Samstagabend in Langstadt. Von Michael Just

Die baldige Großbaustelle Markwaldhalle, vor deren Renovierung die Karnevalabteilung des TSV zum letzten Mal zur Sitzung lud, schlug sich nicht nur im Motto („Feiert Fastnacht, aber schnell – die Markwaldhall‘ wird Großbaustell`) nieder, sondern auch in den zahlreich getragenen Blaumännern, Latzhosen und Leuchtwesten. Den Anfang machte Rüdiger Manowski als Protokoller mit dem Namen „Stadtbaumeister Bautenschreck“: Anschaulich und erheiternd stellte er die vielen Bau- sowie Sanierungsprojekte der Stadt vor und wähnte sich bei seinem Einzug in einer Bürgerversammlung. Etwas mehr Sarkasmus wäre bei einigen Erläuterungen möglich gewesen, da der Protokoller aber im wahren Leben als Babenhäuser Stadtverordnetenvorsteher agiert, der viele Entscheidungen mitträgt, lehnte er sich dann doch nicht allzu weit aus dem Fenster. Der Höhepunkt seines Vortrags waren die Ortsgeschehnisse 2009, bei denen er gekonnt über ausgebüxte Rindviecher oder völlig überforderte Langstädter, die im Frankfurter S-Bahn-Dschungel stets im falschen Zug saßen, sinnierte.

Durchweg „Lengschder Buwe“ auf der Bühne - auch bei den „Baustellen-Hippies“.

Die meisten Lacher auf ihren Vortrag hatten Lydia Müller und Petra Emmerich als „Margot und Else“. Im Stil von Heißmann & Rassau blieb kein Auge trocken, vor allem als es um Liebesangelegenheiten ging. Im protestantischen Langstadt war auch die eine oder andere Spitze auf die Katholiken erlaubt. Darunter die Verwunderung über die viel zu klein geratenen „Taufbecken“ an den Eingängen zu den katholischen Kirchen, in die jeder Besucher die Finger reinhält, um zu überprüfen, ob das Wasser warm ist. Darüber hinaus wussten die beiden auch die E-Mail-Adresse des Papstes: „urbi@orbi“.

Ebenfalls ein Kalauer-Potpourri lieferte Dieter Schöffel als „Fritzeschambes“. Alleine schon optisch überzeugte Frank-Ludwig Diehl als „Tante Rosamunde“, während Margit Couard sich mit genauer Beobachtungsgabe den unliebsamen Kalorien widmete. Als Augenweide erwiesen sich die Garde-, Tanz- und Aerobic-Gruppen des TSV, die etwa als rosa gekleidete Häschen auftraten. Damit versprühte die TSV-Tanzgruppe viel Agilität und Sex-Appeal zugleich.

Erotik der anderen Art zeigte das Männerballett als tanzende Bauarbeiter. Reichlich „Lengschder Buwe“ waren bei der „Närrischen Baustelle“ auf der Bühne, die Musik und Comedy vereinten. Nicht weniger bekannte Gesichter beim Auftritt der „Baustellen-Hippies“: Als sie mit vier Gitarristen und Sängerin Sabrina Schultheis ihre Stimmungshits zum Besten gaben, hielt es keinen auf den Plätzen.

14 Nummern auf der Bühne zu sehen

Auch 2010 konnte man erneut vom „Langstädter-Fastnachtswunder“ sprechen, denn es ist schon erstaunlich, wie es der 1.600 Einwohner zählende Stadtteil immer wieder schafft, eine Sitzung von 14 Nummern ausschließlich mit Akteuren aus dem Ort zu gestalten. Fünf Vorträge sprechen dabei eine deutliche Sprache. Für das Engagement in der „kleinen großen Narrenhochburg“ stand neben vielen anderen engagierten Kollegen sinnbildlich Frank Ludwig Diehl: Ob Sitzungspräsident, Büttenredner, Bühnenbildmaler oder Designer für den TSV-Orden, an allen „Fastnachtsecken“ wird für den Erhalt der Tradition gekämpft.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare