Teilbebauung abgelehnt

Keine Reihenhäuser auf Mattel-Areal

Babenhausen - Zunächst gab es eine längere Diskussion, am Ende war die Sache aber klar: Der Bauausschuss und der Ortsbeirat der Kernstadt lehnen jeweils einstimmig die Teilbebauung des Mattel-Geländes mit Reihenhäusern ab. Von Stefan Scharkopf

Eine Umwandlung des Mattel-Geländes in ein Wohngebiet war bereits im Stadtentwicklungskonzept 1992 vorgesehen. Diese sei sinnvoll, hieß es damals, weil das Areal „wie ein Fremdkörper zwischen den Wohnbebauungen südlich der Ostheimer Allee und nördlich des Ostheimer Wegs wirkt“.

Eine Investorengruppe wollte nun für den Ostteil des Grundstücks 32 Reihenhäuser errichten und dafür als ersten Schritt die Einleitung eines sogenannten vorhabenbezogenen Bebauungsplanverfahrens auf den Weg bringen. Dazu ist zunächst ein Grundsatzbeschluss der Stadtverordnetenversammlung nötig. Eine Baulandentwicklung wäre nur bei Lösung der durch das Gewerbeareal verursachten Verkehrsproblematik möglich gewesen. Dazu sollte der nördliche Flügel des historischen Cellba-Gebäudes abgerissen werden, um von der B26 am Ostheimer Weg eine kurze Zufahrt zum Gewerbe zu erhalten.

„Ohne viel Herzblut“

Doch das – ebenso wie die Frage nach Zahl der Stellplätze und des Schallschutzes – ist nun Makulatur. Wie Bürgermeisterin Gabi Coutandin in der Sitzung am Dienstagabend sagte, sei der Magistrat „ohne viel Herzblut“ an die Sache herangegangen. Herauszuhören war, dass das Gremium die Absicht des Investors nicht für optimal hält. Redner der Fraktionen schlossen sich dem an.

Friedel Sahm (CDU) plädierte dafür, das Projekt von vornherein abzulehnen. Die Stadt sollte froh sein, dass mit der ACC Aviation Cabin Consulting GmbH – sie arbeitet Flugzeugsitze für die Lufthansa auf – eine Firma auf dem Mattel-Gelände verblieben sei, die nicht nur viele Arbeitsplätze stelle, sondern auch Entwicklungspotenzial habe. Komme es zu einer Wohnbebauung, seien Probleme – auch mit Betrieben in der direkten Nachbarschaft – nicht auszuschließen. „Diese Häuser haben auf dem Firmengelände nichts zu suchen“, sagte Sahm, schließlich werde auch über Wohn-areal etwa auf der Kaserne oder in den Lachewiesen nachgedacht. Die Pläne aus den früheren neunziger Jahren hätten sich überholt.

Klare Tendenz zur Ablehnung

Dr. Martina Seuß (SPD) hatte Zweifel daran, dass der „Starterhäuser“ genannte Haustyp überhaupt marktgängig sei. Zwar gab es noch Überlegungen, den Tagesordnungspunkt zu vertagen oder den Investor zu bitten, ein Gesamtkonzept für darüberhinaus gehende Pläne für das Gelände vorzulegen. Doch sei es, wie Stadtverordnetenvorsteher Wulf Heintzenberg sagte, dem Investor gegenüber unredlich, Planänderungen einzufordern, wenn die klare Tendenz ohnehin Ablehnung heiße.

So sind die Pläne für die Bebauung von 32 Reihenhäusern vom Tisch. Das Nein durch die Stadtverordnetenversammlung dürfte als sicher gelten.

Quelle: op-online.de

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