Baugebiet auf dem Wunschzettel

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Neu an der Spitze des Langstädter Ortsbeirats: Christdemokrat Günther Eckert.

Langstadt - Sechs Ortsvorsteher gibt es in Babenhausen. Nach der Kommunalwahl wurden die Posten teils neu vergeben, teils blieb es bei den seitherigen Inhabern. In lockerer Folge stellen wir im Interview alle sechs Ortsvorsteher vor.

Für den heutigen Teil V hat sich unsere Mitarbeiterin Petra Grimm mit Günther Eckert (CDU) unterhalten, der in Langstadt zum ersten Mal an die Spitze des Ortsbeirats gewählt wurde.

Sie sind bereits einige Jahre lang im Ortsbeirat, die vergangenen fünf Jahre als stellvertretender Ortsvorsteher. Jetzt sind Sie an die Spitze des Ortsbeirates gewählt worden. Was erwarten die Bürger Ihrer Erfahrung nach von den Politikern vor Ort?

Die Menschen wollen gehört und informiert werden. Sie haben oft das Gefühl, nur noch von den Entscheidungen zu hören. Man muss sie in die Prozesse, die zu einer Entscheidung führen, einbinden. Das ist den Leuten wichtig.

Wie ist Ihr Kontakt zu den Langstädtern? Kommen die Leute auf Sie zu, wenn sie der Schuh drückt?

Auch als ich geschäftlich noch viel unterwegs war, war mir der enge Kontakt zu den Langstädtern immer wichtig. Ich bin hier geboren und den Vereinen treu geblieben. Ich spiele aktiv Tischtennis beim TSV. Man begegnet sich im Ort und bei den Vereinsveranstaltungen. Die Leute rufen mich auch an, wenn sie ein Anliegen haben. Da gibt es keine Berührungsängste.

Ist die Tatsache, dass man sich kennt, auch ein Vorteil bei der Zusammenarbeit im Ortsbeirat, der sich aus vier CDU-Mitgliedern, drei SPD-Vertretern und zwei Grünen zusammensetzt?

Ja, es gibt eine enge Zusammenarbeit, man verständigt sich gut. Da gehört die Parteipolitik auch nicht hin.

In Langstadt sind einige Projekte in diesem Jahr abgehakt worden.

Ja, einiges ist erledigt. Die größte Sache war sicher der Umbau der Markwaldhalle, die wir jetzt wieder nutzen können. Außerdem wurde der neu gestaltete Kinderspielplatz eingeweiht. Die Straßenbaumaßnahme Schlierbacher Straße/Breuberger Weg, inklusive Gasanschluss, ist jetzt beendet und mit dem Bau des Radweges Langstadt-Kleestadt wurde vor gut einer Woche begonnen. Im Zuge dessen wird der Kreuzungsbereich Breuberger Weg/Kleestädter Straße in den Herbstferien verkehrsberuhigt ausgebaut.

Was sind Ihre Ziele für die Zukunft?

Unser Kindergarten wird zur Kindertagesstätte ausgebaut. Außerdem wollen wir das Alte Rathaus renovieren und den großen Raum in der ersten Etage, den wir zurzeit als Versammlungsraum auch für den Ortsbeirat nutzen, zum Jugendraum umgestalten. Das soll gemeinsam mit den Jugendlichen und der städtischen Jugendförderung durchgeführt werden. Der Versammlungsraum wird dann ins Erdgeschoss verlegt. Das wurde bei der jüngsten Ortsbeiratssitzung einstimmig beschlossen. Wir hatten auch schon eine Begehung mit einem Vertreter des Eigenbetriebs, um festzuhalten, welche Dinge am dringendsten gemacht werden müssen. Der Magistrat muss noch zustimmen, aber die Kosten werden überschaubar sein. Nach der Umgestaltung der an das Alte Rathaus angrenzenden Alten Schule hätten wir dann einen Bürgertreffpunkt für alle Generationen. Den Antrag für schnelles Internet durch Verlegung eines Breitbandanschlusses haben wir schon vor zwei Jahren gestellt. Da geht es nicht voran. Außerdem sind natürlich Straßen immer und überall ein Thema. Ein Teil der Hauptstraße beispielsweise ist in einem schlechten Zustand und müsste grunderneuert werden.

Ein Projekt liegt Ihnen besonders am Herzen...

Ja, uns fehlt seit Jahrzehnten ein Baugebiet. Das wäre für die Entwicklung des Ortes ganz wichtig, denn dann hätten wir mehr Zuzug von jungen Familien. Es will ja nicht jeder ein altes Haus im Ortskern kaufen, viele wollen lieber selbst bauen. Schon viele Jahre haben wir immer um die 1 600 Einwohner. Da gibt es kaum Veränderungen. Die Vorraussetzungen für eine gute Entwicklung und Verjüngung des Ortes wie in Hergershausen sind ja da. Wir haben eine Grundschule, einen Kindergarten und ein reges Vereinsleben.

Woran liegt es, dass es beim Neubaugebiet nicht voran geht?

Ein Baugebiet Fabrikstraße/Wingertstraße wurde vor sechs Jahren schon beschlossen und es gibt dafür Planungen. Bis auf einen Grundstückseigentümer sind auch alle Besitzer von Ackerland bereit, zu verkaufen. Es hängt an diesem einen Eigentümer.

Im Ortsbeirat sind Sie ein „alter Hase“, aber in der Stadtverordnetenversammlung sind Sie jetzt neu. Wie gefällt Ihnen die politische Arbeit auf dieser Ebene?

Die Arbeit in der Fraktion macht mir viel Spaß. Die Stadtentwicklung lag mir schon immer am Herzen. Kernstadt und Stadtteile gleichberechtigt zu einer „lebendigen“ Stadt zukunftsfähig auszurichten, daran arbeite ich gerne mit.

Sie engagieren sich auch im sozialen Bereich.

Ich engagiere mich im Netzwerk st.ar.k, dem Starkenburger Arbeitskreis Kirche und Wirtschaft. Als persönliche Paten helfen wir Hauptschülern, einen Ausbildungsplatz zu finden. Dabei ist es wichtig, den Jugendlichen Wege aufzuzeigen und heraus zu hören, was ihre Interessen sind und wo ihre Stärken liegen. Außerdem bin ich Mitglied beim Lebens-Mittel-Punkt. Da möchte ich mich in Zukunft noch stärker einbringen. Ich habe im Leben selbst Glück gehabt und möchte davon etwas weitergeben.

Quelle: op-online.de

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