Baugebiete in Babenhausen: Aus eins mach zwei

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In Harreshausen wird nun mit zwei Baugebieten geplant: südlich der Bgm.-Hartmann-Straße (14 Bauplätze) und östlich des Friedhofs (26, jeweils rot umrandet).Die Zustimmung im Parlament ist aber lediglich der erste Schritt für eine Baulandentwicklung.

Babenhausen - In den Stadtteilen Langstadt und Hareshausen wird es zwei kleine Baugebiete geben, oder doch eher drei? In Bezug auf Langstadt war die Sachlage klar: Von Stefan Scharkopf

Eine satte Mehrheit stimmte in der jüngsten Sitzung der Stadtverordnetenversammlung dafür, auf dem Gelände der Sargfabrik rund 28 Baugrundstücke auszuweisen, plus fünf bis zehn Prozent der Fläche für einen Bolz- und Spielplatz. Die Grünen waren dagegen.

Für Harreshausen gab es auch eine satte Mehrheit, doch lagen die Dinge etwas komplizierter. Ursprünglich war daran gedacht, zwischen den drei Alternativen Auestraße/Mehrzweckhalle, östlich des Friedhofs und südlich der Bürgermeister-Hartmann-Straße zu entscheiden. Die Stadtverwaltung präferiert die Hartmann-Straße, unter anderem deswegen, weil dort viele Grundstücke in städtischem Besitz sind. Der Ortsbeirat hatte vor Kurzem nun zu einer Ortsbegehung eingeladen (wir berichteten), bei der die drei Areale besichtigt wurden. Wie die CDU-Abgeordnete und Harreshäuser Ortsvorsteherin Heidrun Koch-Vollbracht am Donnerstag in der Sitzung sagte, seien viele Bürger mit der Hartmann-Straße nicht glücklich, sie würden lieber das Geviert östlich des Friedhofs erschlossen wissen. Dort sei eine richtige Arrondierung möglich und es gehe keine wertvolle Ackerfläche verloren.

Kritik von den Grünen

Doch in den letzten Tagen wurde eine Art Kompromiss geschlossen: Es sollen beide Baugebiete vorangetrieben werden. Die 7700 Quadratmeter Fläche der Hartmann-Straße und die 10.360 Quadratmeter östlich des Friedhofs ergeben zusammen also rund 1,8 Hektar. Möglich wären dann rund 40 Bauplätze. Für Koch-Vollbracht ist der Kompromiss nicht das Gelbe vom Ei, doch sei ihr wichtig, dass damit der Bürgerwille nach dem gewünschten Baugebiet östlich des Friedhofs in die Bauleitplanung aufgenommen werde.

Während die Sprecher der „Allianz für Babenhausen“ den Kompromiss verteidigten, gerieten die Grünen darüber in Harnisch. „Sind wir denn im Wachstumsrausch?“, fragte Frank Ludwig Diehl. Der Grüne hält 40 Bauplätze für Harreshausen für überdimensioniert. Der Kompromiss sei „faul“ und die Angelegenheit hätte vor der finalen Abstimmung im Parlament noch im Bauausschuss diskutiert werden müssen. Ingrid Schumacher („Bürger“) sagte, sie halte die 14 Grundstücke in der Hartmann-Straße für in Ordnung, doch werde jetzt plötzlich über ein zweites Baugebiet befunden. Sie nahm an der Abstimmung nicht teil.

Baugebiet auch in Langstadt

Oliver Bludau (FWB) meinte dagegen, die Bürger sollten die Wahl haben, welches Baugebiet sie wollen. Der Kompromiss komme diesem Willen entgegen. Wenn die Grünen von zusätzlichen 90 Bauplätzen sprächen, sollten sie Bedenken, dass sie auf drei Stadtteile verteilt würden, sagte Andrea Möbius (FDP). Das Beispiel Harpertshausen zeige, dass die Grundstücke schnell weggingen.

Für beide Gebiete in Harreshausen gibt es nun eine Bauleitplanung. Das ist aber zunächst nur der allererste Schritt hin zu einem Bebauungsplan. Noch ist nichts endgültig entschieden.

Bezüglich Langstadt war die Sachlage eindeutiger. Die Grünen lehnen das Baugebiet auf dem Gelände der Sargfabrik ab. Frank Ludwig Diehl: „Die Zeit für große Baugebiete ist vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung vorbei.“ Parlamentarier aller anderen Fraktionen begrüßten dagegen, dass nun auch in Langstadt junge Familien die Möglichkeit zum Bauen hätten. Die bereits existierenden Planungen für die Fabrikstraße und „Links des Sickenhöfer Wegs“ wurden aufgehoben.

Quelle: op-online.de

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