Baumeister aus Mittelalter

+
„Erstellen von Puppen und Requisiten“ sowie die „Organisation einer Aufführung vor mindestens 72 Personen“ - so lauteten die Aufgaben für den „Fantastic Jesus Club“.

Babenhausen - (jd) „Dürfen wir Sie als Zuschauer mitzählen?“ Die Frage eines Mitglieds des „Fantastic Jesus Clubs“ Babenhausen an den OP-Autor zehn Minuten vor Beginn der Vorstellung verrät die Unsicherheit, ob der Auftrag erfüllt werden kann.

„Erstellen von Puppen und Requisiten“ sowie die „Organisation einer Aufführung in Babenhausen vor mindestens 72 Personen“ - so lautete die Aufgabe, die der Club am Donnerstagnachmittag im Rahmen der 72-Stunden-Aktion des Bundes der Deutschen Katholischen Jugend (BDKJ) erhalten hatte. Am Sonntag um 14 Uhr - drei Stunden vor Ablauf der 72 Stunden - war dann der Zeitpunkt für die Aufführung gekommen.

Die jüngsten Zuschauer hatten ebenso viel Spaß, wie Eltern und Großeltern, als sie mit Gespenst Spuki auf Zeitreise gingen.

Die Sorge des Club-Mitglieds sollte sich als unbegründet herausstellen. In den letzten Minuten vor Beginn des Stücks füllt sich das Pfarrhaus St. Josef bis fast auf den letzten Platz. Die magische 72-Personen-Grenze wird deutlich überboten, viele Kinder sind dabei, zudem einige Erwachsene. Unter ihnen ist auch Ex-Bürgermeister Reinhard Rupprecht. Er hat dem „Fantastic Jesus Club“ in den drei Tagen als Projektpate zur Seite gestanden, spricht von der „tollen Arbeit“ der sozial engagierten Jugendlichen. Zehn sind es in Babenhausen, alle im Alter ab 14 Jahren aufwärts. Nein, seinen Rat hätten sie nur selten gebraucht, noch nicht einmal einen Kontakt habe er herstellen müssen, verrät Ruprecht in gut gelaunter Sonntagsstimmung.

Das Ergebnis bereitet anschließend nicht nur den Kindern sichtliches Vergnügen - das Kasperle-Theater kommt bestens an. Wobei es kein Kasper ist, der die Kinder amüsiert: Spuki - ein Gespenst - heißt der Hauptdarsteller, den sich die Jugendlichen - genau wie das komplette Stück „Zeitreise mit Spuki“ - ausgedacht haben. Die Erwachsenen bringt insbesondere ein Baumeister aus dem Mittelalter zum Lachen, der in derber hessischer Mundart die Entstehung der historischen Bauwerke Babenhausens beschreibt. So erfüllt das Stück nicht nur den Spaß-, sondern auch den Bildungs-Anspruch.

Schaut man sich Requisiten und Puppen näher an, erkennt man, mit wie viel Liebe zum Detail der „Fantastic Jesus Club“ ans Werk gegangen ist. Auch das Puppentheater selbst steht anderen, die man etwa bei Auftritten professioneller Gruppen in Schulen sieht, in kaum etwas nach.

Und während in Babenhausen noch gespielt und anschließend kräftig applaudiert wird, erfreuen sich die Bewohner des Seniorenzentrums Bethesda in Harreshausen schon an einem weiteren Produkt der 72-Stunden-Aktion: Dort haben die Messdiener aus Schaafheim nämlich das Vogelhaus für Tauben ausgebaut - und neue gefiederte Artgenossen untergebracht.

Quelle: op-online.de

Kommentare