Exoten auf dem Sand

Beachtennis beim TV Hergershausen

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Der Hergershäuser Jürgen Sauerwein (vorne) und Jens Willmann beim Tennisspielen auf Sand.

Hergershausen - Beim Turnverein Hergershausen spielen zehn Mitglieder das in Deutschland exotische Beachtennis. Jürgen Sauerwein und Jens Willmann zahlten bei den Deutschen Meisterschaften noch Lehrgeld. Von Jens Dörr

Nicht nur im Fußball setzt der organisierte Sport in Deutschland zumindest quantitativ Maßstäbe: Der Deutsche Tennis Bund ist nach eigener Darstellung mit 1,4 Millionen Mitgliedern auf der Welt ebenfalls der Größte seiner Art. Bundesweit gibt es 9 167 Vereine und 46 808 Courts, wie ein Spielfeld im Tennis genannt wird. Setzt man vor das „Tennis“ allerdings noch das Wort „Beach“, also „Strand“, wird aus der Massenbewegung plötzlich eine in Deutschland noch völlig exotische Sportart. „In Hessen sind wir so ziemlich die Einzigen, die Beachtennis anbieten“, sagt Jürgen Sauerwein und meint mit „wir“ den Turnverein Hergershausen.

Zehn Mitglider spielen den Sport derzeit auf dem Beachvolleyball-Feld am Bürgerhaus, bilden beim TVH aber schon eine eigene Abteilung. „In Deutschland ist Beach- tennis noch sehr unbekannt“, gibt Sauerwein zu. Weltweit führend in diesem Sport seien Italien, Spanien und Brasilien, wo es naturgemäß mehr „Beach“ als in der Bundesrepublik gibt. Wobei das auch nicht immer alles bedeuten muss, wie die jüngsten Erfolge der Deutschen im Beachvolleyball – allen voran die Olympia-Siegerinnen Laura Ludwig und Kira Walkenhorst – zeigen.

Doch zurück zum Tennis im Sand. „Beachtennis ist wesentlich leichter zu lernen als normales Tennis“, sagt Sauerwein, der die Sportart selbst erst seit drei Jahren ausübt und mit Tennis zuvor relativ wenig am Hut hatte. Es handele sich um eine Mischung aus Tennis, Beachvolleyball und Badminton. „Gespielt wird mit einem druckreduzierten Tennisball und auf einem Volleyballfeld“, erläutert der Hergershäuser, den viele auch aus der Triathlonszene – unter anderem vom „10 Freunde Team Triathlon“ in Dieburg – kennen. Das Netz sei allerdings niedriger als beim Volleyball, nur 1,70 Meter hoch.

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Ist der Ball im Spiel, was über einen Aufschlag („Smash“) in der Art des normalen Tennis’ geschieht, wird er direkt (volley) und ohne Aufdotzen zurückgespielt (retourniert). Gezählt wird mit kleineren Ausnahmen wie in der bekannten Tennis-Hauptvariante. Es gibt allerdings keinen zweiten Aufschlagversuch. Das Spielen im Sand und meist unter freiem Himmel, die Musik und Stimmung neben dem Platz („Da ist Party, da muss im Publikum niemand still sein“) machten wichtige Unterschiede zum herkömmlichen Tennis aus, so Sauerwein. „Beachtennis verbreitet einfach gute Laune.“

So sei es auch vor zwei Wochen gewesen, als Sauerwein zusammen mit dem aus Offenbach kommenden und für den TV spielenden Doppelpartner Jens Willmann bei den Deutschen Meisterschaften in Saarlouis startete. Sauerwein, der in der noch nicht allzu langen deutschen Bestenliste derzeit auf Platz 50 geführt wird, und Willmann (Rang 93) blieben durch eine 3:6- und 5:7-Niederlage im ersten Spiel zwar auf der Strecke. Spaß hatten sie aber weiterhin, auch in der Trostrunde: Dort wurden sie nach einem Sieg und einer Niederlage Dritte. Außerdem nahmen sie an selber Stelle an einem international besetzten Turnier teil, waren da aber gegen das Doppel aus Réunion beim 1:6/1:6 chancenlos.

Quelle: op-online.de

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