Beamer und schwebende Elektroblöcke

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Farbenfrohe Experimente gab es zur Einweihung der naturwissenschaftlichen Räume der Bachgauschule, die Chemielehrer Winfried Werner vorführte.

Babenhausen - (bea) „Die Räume sind gut umgebaut“, sagte Winfried Werner, Chemielehrer an der Bachgauschule. Werner führte beim Tag der offenen Tür den Besuchern einen chemischen Versuch in den neu ausgestatteten Räumen vor.

Zwar sind die naturwissenschaftlichen Räume des Babenhäuser Oberstufengymnasiums schon seit dem Sommer 2008 fertig gestellt, offiziell eingeweiht wurden sie erst jetzt. „Ausstattung im Wert von 60 000 Euro habe ich in den letzten Tagen bestellt“, erklärte Schuldezernent und Kreisbeigeordneter Christel Fleischmann. Die Bachgauschule sei die dritte Schule im Kreis, die mit neuen naturwissenschaftlichen Räumen ausgestattet worden sei.

Drei Räume, samt Vorbereitungs- und Sammlungsräumen sind jetzt auf dem neuesten Stand der Technik. Elektroblöcke schweben von der Decke, um überall im Raum für Strom zu sorgen und auch einen Beamer hat jeder Raum. Der Unterricht stützt sich heute auch auf den Einsatz digitaler Technik und neuer Medien.

„Händeringend suchen Universitäten und Unternehmen nach gut ausgebildeten Schulabsolventen“, sagte der erste Kreisbeigeordnete Klaus Peter Schellhaas. Der Landkreis habe jetzt an der Bachgauschule die Voraussetzungen für einen besseren naturwissenschaftlichen Unterricht geschaffen. Künftig werde man auch dafür sorgen, dass mit den naturwissenschaftlichen Unterrichtsfächern schon früher begonnen werde, möglichst in der Grundschule. Vorbild sei dafür die Regenbogenschule in Altheim, wo die Kinder inzwischen lieber die Forscherwerkstatt aufsuchten als die Turnhalle.

560 000 Euro wurden an der Bachgauschule investiert, es würden weitere Mittel folgen. Insgesamt sollen aus dem Schulförderungsprogramm für den Landkreis mit einem Volumen von 120 Millionen Euro zehn Millionen nach Babenhausen gehen. „Das wird erheblich mehr“, sagte Fleischmann. Man sei von Kosten von acht Millionen für die Sanierung der Joachim-Schuhmann-Schule ausgegangen, inzwischen lägen die Schätzungen bei 16 Millionen und man erwäge einen Neubau.

Schulleiterin Marion Pritz freute sich über die neue Ausstattung. Die Rektorin war sichtlich stolz auf „ihre“ Schule, die an diesem Tag nicht nur die neuen Räume im kleinen Rahmen präsentierte, sondern Schüler und Eltern zum Tag der Offenen Tür geladen hatte. „Wir haben keinen Schwerpunkt auf die Naturwissenschaften gelegt“, sagte Pritz. „Unsere inzwischen 340 Schüler können sich bei uns zum Allrounder entwickeln“.

Dass die Schule auch im musischen Bereich gut ausbildet, davon konnten sich die Festgäste direkt überzeugen. Den offiziellen Übergabeakt verschönte erst Kim Phung Dang mit Mozarts Klarinettensonate. „Eine Weltpremiere“, kündigte Musiklehrer Matthias Herr an, die Schüler Michael Bachmann (der Klassiker) und Sven Schornstein (der Hard-Rocker) improvisierten zur Begeisterung der Gäste gemeinsam auf dem Keyboard.

Beim anschließenden Rundgang durch die neuen Räume konnten die Gäste sich von der guten Ausstattung überzeugen und auch so manches Experiment erklären lassen. Melin Özkurt (13. Klasse) veranschaulichte die Osmose an Hand von Gemüse. „Salz entzieht Wasser, während destilliertes Wasser aufquellen lässt“, erklärte die Schülerin und zeigte zum Beweis Kartoffelschnitze und geschälte Eier, die durch das Aufquellen im destillierten Wasser regelrecht zerplatzten. Gelungen findet die Schülerin die Renovierung und Ausstattung der Räume. Allerdings meldet Melin Özkurt auch Kritik an: „Die Internetanschlüsse funktionieren leider immer noch nicht überall und die neuen Mikroskope sind toll, aber es fehlt an Anschauungs- und Verbrauchsmaterial.“

Melanie Welters (12. Klasse) gefällt die neue interaktive Ausstattung der Räume. „Über den Beamer können beispielsweise biologische Vorgänge viel anschaulicher erklärt werden“, sagt die Schülerin. Aber auch sie wartet darauf, dass die Physiksammlung um Materialien erweitert wird.

Quelle: op-online.de

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