Bestes Musikprogramm und Unterhaltung

See bebt für alle Generationen

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Das DJ-Duo „Bodybangers“ heizte dem vorwiegend jungen Publikum mit seinen Elektrobeats und dem Auftritt von Sängerin Victoria Kern kräftig ein. .

Sickenhofen - Als Samstag um 23 Uhr das Höhenfeuerwerk über dem Sickenhöfer See die letzten Stunden des Seebebens einläutet, können sich auch die Organisatoren gemütlich zurücklehnen: An jedem der drei Veranstaltungstage schafften es die Handballer der SG Rot-Weiss, mehrere Tausend Besucher auf ihr Festivalgelände an den Baggersee zu ziehen. Von Michael Just 

Unter das Partyvolk mischte sich Samstagabend auch Marion Butler. Die 41-Jährige dürfte mit Pittsburgh/USA wohl den entferntesten Wohnort aller Besucher gehabt haben. „Immer wenn ich zurück nach Deutschland komme, achte ich drauf, dass das Seebeben in diesem Zeitraum liegt“, sagt die gebürtige Langenerin, die ihren Mann einst in der US-Kaserne in Babenhausen kennenlernte. Vor zwei Jahren war sie mit ihren Freundinnen zum ersten Mal auf dem Beach-Festival. Schnell war klar, dass es beim nächsten Besuch in Good Old Germany wieder hierhergeht. „Bei den Festivals in Amerika ist alles weitaus kontrollierter und nicht so gelöst“, sagt sie.

Damit die Besucher unbeschwert Feiern können, hatten die Handballer zum neunten Mal einen Uferteil mit viel Aufwand in eine Partyzone der Extra-Klasse verwandelt. Wie ein kleines Dorf muteten die Essens- und Getränkestände an, dazwischen ragte über allem ein gigantisches Zirkuszelt. In dem fand am Samstag die After-Show-Party statt, am Freitag bot es mit Hip-Hop und Black Musik eine Alternative zum Elektro-Sound auf der Hauptbühne. Mit den Cover-Bands Pfund, Lieblingsband und Backroots ging wie die Jahre zuvor das Ziel einher, eine Veranstaltung zu organisieren, die nicht nur eine Musikrichtung oder Zielgruppe kennt. Ähnlich einem Verein, der breit aufgestellt sein will, sehen die Handballer ihr Festival. Dem setzten die Organisatoren am Samstag beim „Seeleben“, das tagsüber einen Familien-Badespaß, ein Beach-Volleyball-Turnier und einen Biergarten bot, das i-Tüpfelchen auf: Zum ersten Mal gab es ab 11 Uhr „Dicke-Backe-Musik“, womit dann wohl wirklich bald alle Musikrichtungen abgedeckt ein dürften. Hinter dem zweistündigen Auftritt stand Kilian Kumpf, Mitbegründer der Akademie für Böhmisch-Mährische Blasmusik in Babenhausen. Basierend auf seinen Kontakten versammelte Kumpf rund 15 befreundete Bläser als „Best of“. Bis von Beerfelden, Braunshardt oder Friedberg kommend, hinterließen sie beim Publikum einen bleibenden Eindruck.

Das bayrische Ambiente nutzten einige ältere Sickenhöfer, um zu schauen, was da so am See so passiert. Schließlich trug der Ostwind die letzteren Jahre immer wieder mal ein paar Bässe in den Ort. „Dieses Jahr hat man nichts gehört. Selbst am Freitag nicht“, berichtete Edeltraud Trippel. Und wenn, hätte es sie nicht gestört: „Das ist einmal im Jahr. Außerdem feier ich selbst gerne“, sagt sie verständnisvoll. Das sieht auch Franz Weihert so: „Alle Achtung, was die Handballer da auf die Beine stellen.“ Der 73-Jährige schaute beim After-Work-Abend ebenfalls vorbei.

Bilder: Seebeben in Babenhausen

Dort war auch Axel Fischer vertreten. Am Samstag kehrte der 48-Jährige mit einem seiner Kinder zurück, um dem Nachwuchs das seltene Badevergnügen im See zu ermöglichen. Das Gewässer ist sonst als Angelsee gesperrt. Mit Tanja Fecher und Steffi Lau, die ebenfalls ihre Kinder im Schlepptau hatten, entstand eine rein Langstädter-Runde. Gerne wäre Fischer nochmal am Abend zur Musik gekommen. „Da müssten wir aber erstmal einen Baby-Sitter haben. Man sollte die Großeltern nicht überstrapazieren“, meint er.

Solche Probleme kennt das Jungvolk, das am Freitag zur Elektro- und Hip-Hop-Party das Gelände enterte, noch nicht. Der Verzweiflung nahe waren zwei junge Offenbacher, denen nach Mitternacht aufgrund ihrer Minderjährigkeit mit 17 Jahren der Zutritt zum Gelände verweigert wurde. Der Schmerz wäre wohl noch größer ausgefallen, wenn sie die Worte von drei Frauen aus Sulzbach auf dem Gelände vernommen hätten: „Mega, das haben wir nicht erwartet“, resümierten sie zu ihrem ersten Besuch beim Seebeben.

Quelle: op-online.de

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