Vom Behördengang zu Phantasiereisen

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Tausendsassa: Der Babenhäuser Kurt Schlösser zeigt ambivalente Impressionen aus seinem Malatelier.

Babenhausen (ula) ‐ Schlossgespenster weisen den Weg zur Steuerabteilung im Rathaus. Im i-Punkt zieren Affen und Kamele die Wände. Neben dem Bürgermeisterzimmer zieht eine Pariser Marktszene den Besucherblick in Bann.

Verantwortlich für die farbenfrohe Gestaltung ist der Babenhäuser Kurt Schlösser. Rund 60 Bilder machen den Besuch des Verwaltungsgebäudes zu einer kurzweiligen Angelegenheit. Vom Behördengang auf Phantasiereisen schickt Kurt Schlösser all jene, die sich in seine Werke vertiefen. So unterschiedlich die Motive, so unterschiedlich sind Material, Größe und Stil der Bilder. Hier eine Aquarelllandschaft, dort eine naturalistische Ölmalerei, vis á vis eine verfremdete Collage. Schlösser, von Haus aus Architekt, passt in keine kreative Schublade.

Seine Passion hat er früh entdeckt. „Erste Bildchen habe ich schon im Kindergarten mit Liebe gemalt“, schmunzelt er. Nach dem Architekturstudium und dem Sprung in die Selbstständigkeit war „Schluss mit lustig“ – Staffelei und Farbpalette wurden eingemottet. Heute hat der gebürtige Sauerländer – trotz seines Berufs – wieder Zeit für sein Hobby gefunden.

Seiner Behauptung, er sei kein Künstler, trotzen filigrane Aquarelle und verspielte Ölgemälde, die der 70-Jährige mit Geschick und virtuosem Gespür für puristische, aber auch Detail verliebte Motive auf Leinwand bannt. „Jetzt weiß ich auch, warum bei Schlössers die halbe Nacht das Licht brennt“, witzelte eine Besucherin der Vernissage, begeistert vom Tatendrang des Nachbarn. Die Liebe zur Heimat, aber auch die Eindrücke ferner Reisen beeinflussen das Werk. Eine Sinnesreise von Babenhausen bis Timbuktu, die Rathausbesucher bis Ende März unternehmen können.

Quelle: op-online.de

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