„Gemeinsame Ideale betont“

Babenhäuser frühstückt mit Obama 

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Dr. Ingo Friedrich (erste Reihe, Mitte) mit den Mitgliedern der deutschen Delegation.

Babenhausen - Babenhäuser Dr. Ingo Friedrich besuchte das Nationale Gebetsfrühstück in Washington. Mit unserer Mitarbeiterin Petra Grimm unterhielt er sich über seine Eindrücke bei dieser ungewöhnlichen Reise.

Im „International Ballroom“ des Washingtoner Hilton Hotels in den USA haben sich auch in diesem Jahr wieder über 3 000 Gäste aus 160 Ländern versammelt, um beim Nationalen Gebetsfrühstück gemeinsam zu beten, Lesungen aus der Bibel und Ansprachen zu hören.

Vor 61 Jahren wurde dieses Treffen ins Leben gerufen, an dem auch der jeweilige Präsident der USA teilnimmt und eine Rede hält. Abgeordnete des Senats und des Repräsentantenhauses luden wieder zu dieser Begegnung über politische, nationale und kulturelle Grenzen hinweg ein. Ein Mitglied der aus 25 Personen bestehenden deutschen Delegation war der Babenhäuser Rechtsanwalt Dr. Ingo Friedrich, mit dem sich

Die aus Deutschland zum Gebetsfrühstück angereisten Gäste waren Politiker verschiedener Parteien aus dem Bundestag oder Länderparlamenten, der Europa-Abgeordnete Michael Theurer (FDP) oder auch Wolfgang Groß, der Gründer der Hilfsorganisation humedica, außerdem der Theologe Thomas Schirrmacher. Wie kommen Sie in diese illustre Runde?

Ich bin Mitglied und mache die Öffentlichkeitsarbeit für den Verein „Christ und Jurist“. Ein Netzwerk, in dem sich deutschlandweit 470 Juristen aller Berufsgruppen zu Tagungen und zum Austausch berufsethischer Fragen treffen. Für „Christ und Jurist“ ist das Nationale Gebetsfrühstück in den USA natürlich eine spannende Sache. Ich habe mein Interesse an dieser Reise bekundet. Da ich auch Kontakt zum Freundeskreis habe, der in deutschen Parlamenten solche Gebetsfrühstückveranstaltungen organisiert, habe ich eine Einladung bekommen.

Die US-Senatoren laden ein, aber die christliche Gruppierung „The Fellowship“ organisiert die Großveranstaltung. Ist sie exklusiv für Christen?

Nein, unter den Gästen sind auch Juden und Moslems. Auch wenn der gemeinsame Nenner eindeutig die Person Jesus und seine Gesinnung sind, soll doch niemand ausgeschlossen werden. Es ist ein Treffen im Geist Jesu, aber keine ausschließlich christliche Veranstaltung. Jesus genießt als Prophet ja auch bei den Moslems hohe Verehrung. Gemeinsame Ideale werden betont. Das Gebetsfrühstück soll der Völkerverständigung über kulturelle und religiöse Unterschiede hinweg dienen. Es sind auch beide politische Lager der USA vertreten. Präsident Obama forderte in seiner Rede dazu auf, sich beim Gebetsfrühstück nicht als Demokraten und Republikaner zu begegnen, sondern als „Brüder und Schwestern, als Kinder Gottes“.

Ging es denn auch so friedlich und versöhnlich zu, wie es sich die Veranstalter wünschen?

Also das hat mich wirklich beeindruckt. Diese unglaubliche Wärme und Herzlichkeit, mit der sich alle begegnet sind. Die freundliche Atmosphäre, die geherrscht hat. Jeder trug ein Namensschild, man konnte jeden ansprechen. Eine der sich wiederholenden Botschaften war dabei, dass man in Sachen Nächstenliebe und Feindesliebe bei sich selbst anfangen muss.

Sie haben neben der Hauptveranstaltung noch ein umfangreiches Rahmenprogramm erlebt. Was waren dabei die Höhepunkte?

Für die deutschen Politiker war das ja eine Dienstreise. Die ganze Veranstaltung, die insgesamt drei Tage dauert, dient auch der informellen Beziehungspflege und dem Knüpfen von Kontakten. So gab es mit der gesamten deutschen Delegation Treffen mit Senatoren und mit der deutschen Botschaft, einen Empfang als Europäer, ein Treffen im Think Tank der Heritage Foundation. Wiederkehrende Themen bei diesen Gesprächen waren natürlich die deutsch-amerikanischen Beziehungen, die Finanz- und Wirtschaftskrise oder auch Probleme mit dem radikalen Islam. Von den Senatoren war dabei zu erfahren, dass die deutsch-amerikanischen Beziehungen im Moment als sehr gut betrachtet werden. Wir haben außerdem eine christliche Einrichtung im Armenviertel South-East besucht, die Kindern aus ärmeren Familien hilft und ihnen beispielsweise Museumsbesuche ermöglicht.

Was hat sie bei der Veranstaltung am meisten überrascht. Was war eine völlig neue Erfahrung?

Wie unbefangen Amerikaner, auch die Politiker, mit ihrem Glauben umgehen und ihn öffentlich bekennen. Das wäre doch bei unseren Politikern völlig undenkbar.

Quelle: op-online.de

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