„Beim Schach lernt man immer“

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Beim Familientag bot der Schachclub „Fallender König“ ein großes Unterhaltungsprogramm, das natürlich auch an den Schachsport heranführte.

Babenhausen - (mj) „Es besteht keine Schweigepflicht, wenn man hier reinkommt“, sagt Jugendtrainer Thomas Mohr vom Schachclub „Fallender König“ lachend zu den zahlreichen Vorurteilen, die es über Schach und die Spieler als introvertierte und über mehrere Stunden bewegungsunfähige Zeitgenossen gibt.

Dass immer noch zahlreiche vorgefertigte Meinungen aus der Welt geräumt werden müssen, ist dem Babenhäuser wohl bewusst. „Wir haben in der Ankündigung zu unserem Schnuppernachmittag deshalb auch die Bezeichnung Familientag groß und den Schachclub als Veranstalter klein geschrieben.“

Wie Mohr sagt, müsse man derzeit schon ein wenig psychologisch an die Sache rangehen, um den Verein präsentieren zu können. Derzeit sei es das primäre Ziel, vor allem Menschen anzuziehen, die mit Schach bisher noch nicht viel am Hut hatten. Für den Schnuppertag, der vor wenigen Tagen vor der Sporthalle der Offenen Schule stattfand, hatte man für die Gäste neben Gegrilltem sowie Kaffee und Kuchen ein großes Unterhaltungsangebot vorbereitet: Hier gab es einen Malwettbewerb, dort ein Geschicklichkeitsspiel. Um die Besucher langsam und unaufdringlich an das Schach heranzuführen, wurden diverse Spiele angeboten, deren einfache Regeln an Schach angelehnt waren. Auf einem Feld musste man eine Karotte erreichen und dabei über Hürden springen. Die Spieler, die dabei selbst im Feld standen, durften dabei nur so ziehen, wie es der Springer beim Schach darf. So führte man die Kinder und Erwachsenen mit viel Spaß an die Regeln heran.

Derzeit hat der Babenhäuser Schachclub rund 65 Mitglieder, davon 15 Kinder und Jugendliche. „Das ist eine Zahl, mit der wir selbst nicht zufrieden sind“, konstatierte Mohr. Die Zahl zwinge den SC, verstärkt nach außen zu gehen. Wie alle Vereine teile man derzeit das Problem mit dem Nachwuchs. „Niemand will sich mehr an Vereine binden. Diesen Trend spüren auch wir.“ Hinzu komme noch die bereits erwähnte Tatsache, dass der Schachsport schon seit jeher einen schweren Stand gegen Fußball und Co. hat. „Für den neuen Anfängerkurs, der am 3. Juni um 16.15 Uhr startet, muss man deshalb kein Mitglied im SC sein oder werden“, hebt Mohr heraus. Als wichtige Voraussetzungen zum Schachspielen gelten seiner Meinung nach nur ein wenig Geduld und Durchhaltevermögen. Letzteres sei unverzichtbar um das „Spiel der Könige“ zu lernen: „Das kann man nicht in zwei Monaten.“ Allenfalls die Regeln habe man in dieser Zeit verinnerlicht. „Beim Schach lernt man eigentlich immer“, weiß der Experte.

Wie weit man es mit Durchhaltevermögen und ein wenig Begabung bringen kann, demonstrierte Jutta Ries, die Schwester von Mohr: Die 29-Jährige spielte beim Familientag synchron gegen über ein Dutzend Besucher und ließ auf beeindruckende Weise die Könige ihrer Gegner fallen. Als amtierende Hessenmeisterin, die diesen Titel unangefochten seit über fünf Jahren inne hat, gilt sie als das große Aushängeschild des SC Babenhausen.

Quelle: op-online.de

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