Karneval-Abteilung des TSV Langstadt lädt zum närrischen Oktoberfest

„Besondere Atmosphäre im Stadl“

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Stilecht gekleidet und in bester Laune feierten die Gäste das närrische Oktoberfest in Langstadt.

Langstadt - Manchmal beinhaltet die Setlist – die Reihenfolge der gespielten Titel einer Band – eine bittersüße Ironie:  Von Michael Just 

Als beim närrischen Oktoberfest auf das Fliegerlied („Heut ist so ein schöner Tag“) kurz darauf Helene Fischers „Die Hölle morgen früh ist mir egal“ folgte, hätte das manchem Besucher eine Warnung sein können, dass die große Menge an Bier, die in einen Maßkrug passt, durchaus am nächsten Tag einen Brummkopf hinterlassen kann. Bei der tollen Partystimmung im Ochsenstadl schien das aber in diesem Moment logischerweise völlig zweitrangig.

Bereits zum sechsten Mal lud nun die Karneval-Abteilung des TSV Langstadt zur Gaudi in Blau-weiß ein. Jahr für Jahr versucht das Fest erfolgreich, die Karneval-Vereine im Kreis Darmstadt-Dieburg außerhalb der Saison zusammenzuführen. Am Freitag hatten Abteilungsleiter Peter Scheer und sein Stellvertreter, Michael Salzner, die Veranstaltung organisiert. Mit Gästen aus 13 karnevalistischen Hochburgen, darunter Dieburg, Klein-Umstadt, Georgenhausen, Roßdorf, Ueberau, Bessungen, Pfungstadt, Mossautal oder Modau, war erneut ein volles Haus garantiert. „Wenn bei uns alle mitziehen ist die Organisation kein Problem“, sagte Salzner mit Blick auf den Elferrat und die Große Garde, die als Bedienung fungierte.

Die Showband Hessentaler

Neu war die Showband Hessentaler. Obwohl sie aus dem Rhein-Main-Gebiet stammt, wurde sie kürzlich bei einem Contest zu den besten Oktoberfestmusikern Deutschlands gewählt. Das hatte natürlich bei der Gage seinen Preis, was sich an der Kasse bemerkbar machte. Hier stieg für alle Gäste der Eintritt von drei Euro im letzten auf sechs in diesem Jahr. Trotzdem zeigte sich die Verpflichtung der Gruppe als gute Entscheidung: Immer wieder schaffte sie es, dass die Lederhosen- und Dirndl-Gesellschaft auf die Bänke kletterte und einen Stock höher schunkelte. Auch die Bedienungen tanzten hinter der Theke mit, wenn sie auf Zapffrisches warteten.

„Diesmal ist die Musik besser“, lobte Werner Müller vom Karnevalverein Bessungen, der seit sechs Jahren im dortigen Männerballett tanzt. Wie er erzählt, existiert zu den Kollegen in Langstadt ein besonders enges, freundschaftliches Verhältnis samt Austausch. „Den Rüdiger Manowski kenne ich schon seit zwölf Jahren“, sagt der 64-Jährige mit Blick auf den ehemaligen TSV-Abteilungsleiter.

Während die Hessentaler einen schnellen Mix aus bayerischen Klängen, Schlager, Twist oder Gassenhauer aus Köln bereithielten, genossen Anita und Nicole Weitzel ebenfalls das bayrische Ambiente. Mutter und Tochter kommen aus Schaafheim und gehören keinem Karnevalverein an. „Wir pflegen aber Kontakte nach Langstadt. Hier habe ich in der Sitzung schon Musik gemacht“, berichtet die 22-Jährige. Mit ihrem Vater bildet die junge Industriekauffrau die Formation Two Generation. Beim Oktoberfest in Langstadt ist sie das erste Mal und stellt der Veranstaltung, mit Blick auf Musik und Stimmung, gleich sehr gute Noten aus. Sie kann vergleichen, denn vor wenigen Tagen war sie bereits auf dem Oktoberfest im Schaafheimer Stadtteil Mosbach. „Das war auch gut, allerdings wird dort in einem Zelt gefeiert. Da ist die Atmosphäre im Ochsenstadl anders“, sagt sie.

Nach Mitternacht fuhren vor dem Stadl immer wieder Taxen vor und brachten die Karnevalsvertreter nach Hause. Wie viele von ihnen am nächsten Tag einen dicken Kopf hatten, ist nicht überliefert. Wenige dürften es aber nicht gewesen sein, dafür gaben die Hessentaler das Motto zu eindeutig vor: In Anlehnung an Peter Wackels „Malle ist nur einmal im Jahr“ sangen sie „Fasching ist nur einmal im Jahr“. Beim närrischen Oktoberfest entpuppte sich das, hinsichtlich des Trachtenaufkommens und der Stimmung, fast als das Gleiche.

Quelle: op-online.de

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