Besondere Erinnerung

+
Die Mehrzweckhalle in Sickenhofen heißt seit Sonntag „Friedel-Wiesinger-Halle“. Diese Erinnerungstafel an den letzten Sickenhöfer Bürgermeister ist nun dort angebracht.

Sickenhofen ‐ Nach 38 Jahren bekam die Mehrzweckhalle in Sickenhofen als erste Babenhäuser Halle einen eignen Namen: „Friedel-Wiesinger-Halle“ heißt sie seit Sonntag. Von Katrin Görg

„Bisher beschrieb die Bezeichnung der Mehrzweckhalle nur ihre praktische Funktion als ein Ort für Sport, Fasching oder andere Versammlungen“, sagte Bürgermeisterin Gabi Coutandin beim Festakt, der auf den Geburtstag von Friedel Wiesinger gelegt war. „Jetzt bekommt sie einen richtigen Namen!“ Die Idee dazu kam vom Sickenhöfer Ortsbeirat. Mit der Namensgebung soll an Friedel Wiesinger erinnert werden, den 1928 geborenen und im Jahr 2007 verstorbenen letzten Bürgermeister von Sickenhofen, bevor die Gemeinde nach Babenhausen eingegliedert wurde. „Es war eine Zeit des Aufbruchs, in der Friedel Wiesinger tätig war“, sagte Coutandin. „Ein großes Thema war die kommunale Gebietsreform, gegen die sich die Sickenhöfer bis zum bitteren Ende wehrten, als es 1977 schließlich zur Zwangseingemeindung kam.“

Fortan arbeitete der ehemalige Bürgermeister in der Babenhäuser Stadtverwaltung. Er war für die Bauplanung, Wahlen und für das Standesamt zuständig. Nebenbei setzte sich Friedel Wiesinger auch im gesellschaftlichen Leben „seines“ Sickenhofens ein. „Er war Schriftführer der Freiwilligen Feuerwehr, Vorsitzender des Gesangvereins und der Sickenhöfer Vereinsgemeinschaft“, zählte Ortsvorsteher Norbert Kolb auf. Und Friedel Wiesinger war es, der den Bau der Mehrzweckhalle initiierte.

Wiesinger war ein Workaholic

Sein Sohn Uwe Wiesinger erinnerte sich: „Mein Vater war mit jeder Faser seines Körpers in seinen Aufgaben. Heute würde man sagen, er war ein Workaholic.“ Der heute 57-Jährige war zwölf Jahre alt, als sein Vater Bürgermeisters wurde. „Er hatte kaum Zeit, etwa mit uns Drachen steigen zu lassen oder mich auf dem Fußballplatz anzufeuern. Das hat er später auch bereut.“

Dennoch bleibt Friedel Wiesinger auch seiner Familie stets in guter Erinnerung. Und wenn sie künftig an der Halle vorbei kommen, werden sie noch auf ganz besondere Weise an ihn denken.

Quelle: op-online.de

Kommentare