Bessere Bedingungen für Häuslebauer

+
Zukunft gestalten – mit diesem Vorsatz machten die Sozialdemokraten einen Rundgang durch Harreshausen.

Harreshausen (ula) ‐ Er ist mit rund 1200 Einwohnern der zweitkleinste Ortsteil Babenhausens. Einen Lebensmittelladen, Arzt oder eine Gaststätte sucht man vergebens.

Mit dem Vorsatz, Harreshausens Zukunft zu gestalten und den Ort für die Bewohner attraktiver zu machen, gingen die SPD-Spitze und SPD-Ortsbeiräte gestern früh durch die Gemeinde. Dies Zukunftspläne beinhalten neue Bauflächen für junge Familien. Einen Bolzplatz für Kicker. Die Verbesserung des Nahverkehrsangebots. Aber auch gestalterische Bauprojekte zur Aufwertung des Ortskerns in der Gersprenzstraße, wo nostalgisches Fachwerk des 16. und 17. Jahrhunderts sowie das evangelische Gotteshaus das Bild prägen.

„Ein kleiner Laden, das wäre unser großer Wunsch“, sagte SPD-Ortsbeirätin Annemarie Krebs, die bei den kommenden Ortsbeiratswahlen am 27. März als SPD-Spitzenkandidatin um den Vorsitz des Gremiums ins Rennen geht. „Es wäre vieles zu bewegen“, so die Kommunalpolitikerin mit einem wehmütigen Blick auf das „Weiße Ross“ – die Traditionsgaststätte ist inzwischen seit Jahren geschlossen.

Attraktiv für Neubürger sei nur eine Gemeinde mit einer Betreuungseinrichtung, so der Babenhäuser SPD-Chef Claus Coutandin. „Wer zuzieht, fragt nicht nach einem Golfplatz, sondern nach einem Kindergarten.“ 500 000 Euro investiert die Stadt derzeit, um die „Wuselkiste“ zu sanieren und ab Sommer mit erweiterten Öffnungszeiten für Mädchen und Jungen ab zwei Jahren neu zu öffnen. Rund 50 Kindergartenkinder wuseln derzeit als Untermieter durchs Seniorenzentrum Bethesda.

Neu ansiedeln können junge Familien derzeit nicht – zumindest keine ambitionierten Häuslebauer. „Wir brauchen dringend Neubaufläche“, so Claus Coutandin, der jenseits der Bürgermeister- Willand-Straße auf potentiellen Baugrund deutet. Bereits 14 Anfragen für Baugrundstücke hätte Harreshausen verbucht, wusste Annemarie Krebs. Leider gehe die Mehrheitsmeinung im Parlament in eine Richtung, bedauerte Coutandin. Statt des Ein- und Zweifamilienhauses würden Stadtverordnete die Besiedlung des ehemaligen Kasernengeländes forcieren. Coutandin hielt dagegen: „Junge Familien wollen im Grünen wohnen und ihre Kinder zum Spielen in den Garten schicken.“ Zumindest mit einer kleinen Neubaufläche mit bis zu zehn Bauplätzen sollen die Weichen in diese Richtung gestellt werden.

Der Wunsch nach einem Bolzplatz für Kinder lasse sich möglicherweise schneller realisieren – wenn sich die Politiker einig werden. Während die CDU für ein Areal jenseits der Mehrzweckhalle plädiert, befürworten die Sozialdemokraten einen Bereich am anderen Ortsende, Richtung Babenhausen – näher an der Bebauung.

Den dort ebenfalls gelegenen Kinderspielplatz würden die Genossen gern erweitern, um ein generationenübergreifendes Angebot zu schaffen. Spiel- und Turngeräte „30 Plus“ ist das Motto, um Eltern und rüstigen Großeltern ebenfalls etwas zu bieten. „Wir wollen einen Kommunikationstreffpunkt schaffen“, so Bürgermeisterin Gabi Coutandin. Die Bahngleise in Sichtweite, kommt ein lang gehegter Wunsch zur Sprache. Ein eigener Haltepunkt für Harreshausen, auch dieses Thema soll neu angestoßen werden.

Bezüglich des Nahverkehrs seien ohnehin Nachbesserungen nötig. „Wichtig wäre eine gleichmäßige Vertaktung“, so der Wunsch in Bezug auf die Busverbindungen. In den Abendzeiten fahre oft gar kein Bus und in Ferienzeiten sorgten andere Fahrtzeiten für Verwirrung.

Die Wunschliste für ein attraktiveres Leben in Harreshausen soll in einem Fünf-Jahres-Programm der Genossen manifestiert werden. Vorschläge werden zunächst in den Ortsbeirat einfließen. Im „Ortsparlament“ sind die Sozialdemokraten unterrepräsentiert. Zwei SPD-Ortsbeiräte und ein Grüner versuchen mit vier Christdemokraten eine konstruktive Linie. Entscheidungsgewalt hat der Beirat nicht, sondern muss mit seinen Vorschlägen die Zustimmung des Magistrats und gegebenenfalls des Stadtparlaments erringen. „Wir müssen an einem Strang ziehen“, gab Annemarie Krebs die Parole an die Lokalpolitik aus.

Quelle: op-online.de

Kommentare