Beste Bedingungen für Ross und Reiter

Babenhausen (vs) ‐ Babenhausen ist die „Pferdefreundlichste Gemeinde 2010“ in Hessen. Diese Auszeichnung durch den Hessischen Landesverband der „Deutschen Reiterlichen Vereinigung“ traf jetzt im Rathaus ein.

Auf Anregung eines Magistratsmitglieds, befürwortet durch den Runden Tisch der Reiterhöfe in Babenhausen, stellte sich die Stadt dieser neuen Herausforderung. Die städtische Wirtschaftsförderung, bei der das Thema „Reiten“ im Zusammenhang mit der touristischen Entwicklung angesiedelt ist, reichte die Bewerbungsunterlagen ein und führte im Herbst ein Bewerbungsgespräch mit der Jury. Im Mittelpunkt standen dabei neben den vielfältigen Angeboten der Reiterhöfe die konsequente Auseinandersetzung der Stadt mit dem Reitsport.

So entstand bereits im letzten Jahr ein Faltblatt, in dem die Reiterhöfe präsentiert wurden, im neuen Stadt-Logo befindet sich der Pferdekopf, ein reiterlicher Event für 2011 soll unterstützt werden. Initiativen der Stadt zur Imagesteigerung und Wahrnehmung der Kommune als Pferdestadt, die Vernetzung der Reiterhöfe am Runden Tisch und die Unterstützung der Ansiedlung von Wildpferden auf dem Naturschutzgebiet bei der Kaserne trugen zur positiven Bewertung bei und brachten Babenhausen ganz oben aufs Siegertreppchen.

„Wir haben uns beteiligt, weil wir die Erfolgskriterien kennen lernen und uns verbessern wollten“, berichtet Bürgermeisterin Gabi Coutandin. Und so sieht sie den Preis als Auszeichnung für den angestoßenen Prozess der Vernetzung und Kooperation. „Wir wollen nicht nur gut sein, sondern wir wollen besser werden. So bereiten wir für 2011 Gespräche auf Kreisebene vor zu Themen wie Vernetzung der Reitwege, zu Reitsport-Problematiken wie Drängelgittern an Bahnübergängen, zu Fragen des Naturschutzes, des Forstes oder der Jagd. Die Einbindung in den Tourismus gibt uns die Möglichkeit, unsere Reitwege mit dem bereits gut ausgebauten Netz des Odenwaldes zu verknüpfen, und uns mit den dortigen Reiterhöfen mit buchbaren Angeboten für Touristen zusammenzuschließen.

Schätzungsweise 1,1 Millionen Pferde leben in Deutschland, über 600 davon in Babenhausen. Ohne günstige Rahmenbedingungen können Pferdehaltung und Pferdesport in immer dichter besiedelten Regionen, in Zeiten landwirtschaftlicher Umstrukturierungen und schließlich unter Berücksichtigung der Bedürfnisse des Natur- und Landschaftsschutzes nur schwerlich gedeihen. Günstige Rahmenbedingungen aber müssen erst durch Kommunen geschaffen werden.

Vor diesem Hintergrund sucht die Deutsche Reiterliche Vereinigung (FN) alle vier Jahre die pferdefreundlichsten Gemeinden und Regionen. Die Auszeichnung erhalten jene Kommunen, die unter anderem die Beschaffung von Flächen für artgerechte Pferdehaltung unterstützen, die Reit- und Fahrwege ausweisen, den Reittourismus fördern oder die die Kooperationen zwischen Kindergärten, Jugendpflegen und Schulen mit dem Reitsport vorantreiben.

Die Auszeichnung wird im März auf der Reitsport-Messe „Equitana“ in Essen überreicht.

Quelle: op-online.de

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