„Beste Nummer des Jahres“

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In alle Richtungen verstreut: Figuren geschaffen aus „Feuer und Eis“ präsentierten die Mädchen der Klasse fünf und älter den Gästen bei der Weihnachtsfeier des TV Hergershausen.

Hergershausen ‐ „Ich hoffe, dass das hält“, sagt Vincent Riedel, Gruppenleiter und einer der fleißigen Auf- und Abbau-Helfer während der Weihnachtsfeier des TV Hergershausen. Für die Inline-Fahrer muss er ein breites Holzbrett befestigen, das eine äußerst steile Auffahrt vom Boden der Turnhalle zur Bühne gewährleistet. Von Michael Just

Wir bitten jetzt den Hallengang unbedingt frei zu halten“, ertönt ein Sicherheitshinweis durch die Halle. Und schon im nächsten Moment füllen Heavy-Metal-Musik und kreischende E-Gitarren die Luft, während ein halbes Dutzend schwarz gekleideter Inline-Fahrer auf der Bühne wirbeln. Auf dem Holzbrett zischen die Jugendlichen immer wieder abwärts in Richtung Hallenausgang. Dies geschieht derart knapp an den Zuschauern vorbei, dass diese jedes Mal durch den Fahrtwind gestreift die Köpfe zurückreißen.

Da blieb nur Staunen und die Luft anhalten: Die Inliner-Buben des TV Hergershausen fegten durch die Halle.

Im Eingangsbereich der Halle wird in Sekundenschnelle gewendet, um dann wieder mit einem Spurt die Steigung zur Bühne zu schaffen. Zum rasanten Programm gehören zahlreiche Sprünge und Figuren, das Klacken der schweren Inline-Schuhe auf dem Holzbrett geht in der berstenden Musik unter. Nur ein einziges Mal rutscht ein Fahrer unglücklich aus, als er rückwärts das Brett hinunter will.

Seine Knieschützer bremsen ihn gerade noch rechtzeitig bevor er in einen Tisch rutscht. „Das war die beste Nummer des Jahres“, sagt ein kleiner Junge begeistert am Ende des actiongeladenen Auftritts.

Kinder und Jugendliche zeigen ein buntes Programm

Über zwei Stunden währt die Weihnachtsfeier des TV Hergershausen im Bürgerhaus. Die wartet nicht nur mit einem außergewöhnlichen Unterhaltungswert auf, sondern gibt auch einen interessanten Einblick in die vielfältigen Angebote des TVH.

Etwa 150 Kinder und Jugendliche zeigen in einem bunten Potpourri, was sie in ihren Gruppenstunden gelernt haben. Für die Eltern und Großeltern bedeutet dies, die Videokamera beziehungsweise den Fotoapparat stets aufnahmebereit in der Nähe aufzubewahren. Der nächste Schnappschuss lässt schließlich nicht lange auf sich warten. Die Altersspanne der TV-Akteure reicht von den Kleinkindern bis zu den Jugendlichen, die bald volljährig werden.

Den Anfang macht die Kleinkinder-Gruppe, die mit ihren Kuscheltieren die Bühne betreten. Es folgen die Beiträge „Bergsteiger“ und „Bibi Blocksberg“, bevor sich die Buben der dritten und vierten Klasse aufs Trampolin schwingen. Mit der Zeit werden die Nummern immer schneller und mitreißender.

Dazu zählt neben den Inline-Fahrern auch die Tanzgruppe der Mädchen ab 14 Jahren und die Rope-Skipperinnen. Letztere wirbeln als finaler Schlusspunkt mit ihren karierten Hemden und den Cowboyhüten derart gekonnt auf der Bühne, dass der Auftritt beinahe Zirkus- beziehungsweise Varieté-Format hat.

TV-Weihnachtsfeier und ihr Erfolgsgeheimnis

Seit vielen Jahren hat die TV-Weihnachtsfeier ein Erfolgsgeheimnis: Die Vorsitzende Dr. Ute Beck schreibt ein kleines Theaterstück, in dessen Rahmen der Turnernachwuchs seine Qualitäten zeigt. In diesem Jahr suchte Petrus vier Gehilfen, die er mit den vier Elementen Erde, Feuer, Wasser, Luft (vertreten durch den Erdwichtel, die Blitzhexe, den Regenjakob und den Pustewind) fand. Sie sollen ihm helfen, das Christkind beim Erfüllen der Weihnachtswünsche für die Erdenkinder organisatorisch und logistisch zu unterstützen.

Die Frage, ob es nicht schwer sei, sich nach zwölf Jahren immer wieder eine neue Geschichte auszudenken, entgegnet Beck mit einem Schmunzeln: „Ich muss zugeben diesmal habe ich ein altes Stück ein bisschen umgeschrieben.

Egal ob „ganz neu“ oder in anderer Form schon da gewesen, eine Tatsache bleibt bei jeder Weihnachtsfeier unverändert: Die jungen Schauspieler kündigen den wartenden Kindern den Nikolaus an. Und dass sich Knecht Ruprecht beim TV Hergershausen erneut wohl gefühlt hat, daran besteht kein Zweifel: Denn wo sonst bilden ihm die Kinder eine Gasse - mit vielen bunten Neon-Leuchtstäben in der Hand?

Quelle: op-online.de

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