Zu Besuch in Indien

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Freut sich über Spenden aus Babenhausen und Schaafheim: Pfarrer Babu George und seine Schützlinge.

Babenhausen/Pandiri ‐ Was haben zehn Jahre finanzielle Unterstützung aus Babenhausen und Schaafheim im indischen Pandiri bewirkt? Das wollten sich die Initiatoren der „Missionshilfe Indien“, Ingrid und Heinz-Georg Baumann, aus nächster Nähe ansehen. Von Katrin Görg

Also packte das Ehepaar im vergangenen November seine Koffer im Babenhäuser Industriegebiet ein und mitten in einer Bergregion Zentralinidens wieder aus. Dort, ganz abgelegen und von Wald umgeben, befindet sich die Tribal-Missionsstätte von Pfarrer Babu George, der seit dem Jahr 2000 Spenden aus den katholischen Kirchengemeinden Babenhausen und Schaafheim empfängt. Was er aus dem Geld bisher gemacht hat, zeigten Ingrid und Heinz-Georg Baumann bei einem Vortrag in der Radheimer Gaststätte „Zur Brücke“ anhand von Fotos und einem Videofilm.

Das Gesicht von Babu George ist den meisten hiesigen katholischen Kirchgängern bekannt. Innerhalb der letzten zehn Jahre kam er mehrmals nach Deutschland, um entweder in Babenhausen oder in Schaafheim Urlaubsvertretungen zu übernehmen. Genauso lange wirkt er als Bischof in Pandiri. Dort kümmert er sich um einen Volksstamm, der außerhalb des in Indien gängigen hinduistischen Kastensystems liegt und deshalb stark benachteiligt in der Abgeschiedenheit von der restlichen Gesellschaft lebt. „Als Babu George anfing, dort missionarisch tätig zu werden, gab es sozusagen nichts: keine Bildung, keine Infrastruktur, keine sanitären Anlagen, nicht einmal solide Häuser aus Stein“, erinnerte sich Ingrid Baumann an die Anfänge des Spendenprojekts.

Über weitere Spenden freut man sich in der Missionsstätte. Bankverbindung: Missionshilfe Indien, Babu George, Konto-Nr. 60024296, BLZ 508 526 51, Sparkasse Dieburg.

Aktuell ist der Pfarrer dabei, eine Schule aufzubauen. Schon seit einigen Jahren wohnen die Menschen in einer Art Dorf mit Wegen und wenigen Straßen, einem Leitungssystem, einem Kinder- und Waisenheim, einer Ausbildungsstätte für Handarbeiten und in anständigen hygienischen Zuständen, wie die mitgebrachten Momentaufnahmen der Baumanns, die den Tagesablauf in der Tribal-Mission von früh bis spät miterlebten, zeigten. „Jeden Tag gibt es einen Gottesdienst um 6.45 Uhr, zu dem die allermeisten tatsächlich kommen – und das ohne Murren und müde Augen, sondern mit einer derartigen Demut, wie ich sie sonst nirgends gesehen habe“, berichtete Ingrid Baumann beeindruckt.

Die Mahlzeiten bestehen dreimal täglich aus Reis mit Obst und verschiedenen Soßen. „Fisch oder Fleisch gibt es nur an besonderen Festtagen“, erzählt sie, „es ist immer noch ein sehr einfaches Leben, das die Menschen dort führen, aber sie wissen wirklich zu schätzen, was sie haben. So glückliche Kinder wie dort habe ich in meinem Leben noch nicht gesehen.“ Deshalb sei es so wichtig, dass „wir, die unverdient so viel Reichtum haben, denen helfen, dir unverschuldet in Armut leben“, findet das Ehepaar.

Quelle: op-online.de

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