Durch die Allee zum Mittagessen

Bethesda-Restaurant jetzt auch für Gäste geöffnet

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Winterliche Lauchsuppe mit Croutons gab es gestern als Vorspeise bei der Eröffnung des Bethesda-Restaurants im Seniorenzentrum in Harreshausen.

Harreshausen/Schaafheim - Das Christliche Sozialwerk Harreshausen entwickelt sich stetig weiter. Ab sofort können nicht nur Bewohner des Seniorenzentrums Bethesda im Foyer mittags speisen, sondern auch auswärtige Gäste. Von Norman Körtge 

Das Seniorenhaus Bethanien in Schaafheim hat ein neues Konzept bekommen. Winterliche Lauchsuppe mit Croutons als Vorspeise, danach gefüllte Röllchen von der Pute im eigenen Fleischsaft mit Vichykarotten sowie grünen Bandnudeln und zum Nachtisch ein Buttermilchdessert mit Früchten – und das alles für 6,80 Euro. Nicht auszuschließen, dass das Seniorenzentrum Bethesda in Harreshausen zur Mittagszeit zu einem beliebten Treffpunkt für Hungrige wird. Seit gestern hat dort nun das öffentlich zugängliche Restaurant montags bis freitags von 12 bis 13.30 Uhr geöffnet und bietet tägliche wechselnde Menüs, wobei das Hauptgericht Variationen zulässt. So konnte neben den Putenröllchen auch eine kleine Schweinshaxe mit Bratkartoffeln oder ein Spieß mit mediterranem Gemüse und Couscous gewählt werden. Zu den ersten Gästen zählten neben Kreisbeigeordneten Rosemarie Lück und Bürgermeister Joachim Knoke auch die Kleinen des Harreshäuser Kindergartens Wuselkiste, die mit ihren drei vorgetragenen Liedern der Eröffnung einen fröhlichen Rahmen gaben.

Der gute Laune verbreitende Kindergesang passte dann auch perfekt zu dem freundlichen und hellen Ambiente im Erdgeschoss des Seniorenzentrums. Dass das nicht immer so war, daran erinnerte Geschäftsführer Tom Best. Überspitzt, aber sicherlich den Kontrast hervorhebend, bezeichnete er den Eingangsbereich des vom Verein Christliches Sozialwerk Harreshausen (CSWH) getragenen Bethesda-Hauses als „dunkles, finsteres Loch“ mit einer einstmals dunkelbraunen Lamellendecke und dunkelgrünen Zwischenwänden. Unter Federführung des beim CSWH angegliederten Architekturbüros Lebensraum ist das Foyer samt Restaurant nun zu dem geworden, wie es jetzt ist: weitläufig, hell und lichtdurchflutet. Wie Architekt Michael Happel erläutert, wurden unter anderem Wände entfernt und ein neues Beleuchtungssystem mit großen, orangen kreisrunden Lampenschirmen installiert. „Es ist der letzte Meilenstein einer langen Geschichte“, fasste Best die Entwicklung zusammen.

Ob es wirklich der Letzte ist, darf nach den Worten von Bürgermeister Knoke bezweifelt werden. Er zollte den CSWH-Machern großen Respekt, dass diese immer wieder die „Komfortzone der Zufriedenheit“ verlassen würden, um Neues zu schaffen. Das Ganze unter dem selbst gegebenen Leitmotto „Wir sind für die Menschen da!“. Das nun eröffnete Restaurant sei neben dem bereits bestehenden Café (geöffnet dienstags bis sonntags von 14.30 bis 17 Uhr) gut für den Stadtteil Harreshausen, der „nicht gesegnet ist mit Angeboten“, so der Rathauschef. Sowohl er als auch Kreisbeigeordnete Lück freuten sich, dass Bethesda ein offenes Haus und ein Ort der Begegnung ist.

Best hofft, dass dieser Ruf weit über die Ortsgrenze von Harreshausen reicht, denn das Bethesda-Restaurant liege eben nicht in einer bevölkerten Fußgängerzone. Die Anfahrt, egal ob per Auto oder Fahrrad über die Harreshäuser Allee jedenfalls sei „ein schönes Naturerlebnis“ warb er um Kundschaft.

Neue Wege geht das ebenfalls vom CSWH getragene Seniorenhaus Bethanien in Schaafheim. Seit Jahresbeginn ist es von der bestehenden Form einer Pflegeeinrichtung wieder zur ursprünglichen angedachten Form einer Senioren-Wohngemeinschaft zurückgekehrt. Wie Tom Best berichtet, liegen die Gründe dafür sowohl im finanziellen Bereich als auch beim Gesetzgeber.

Bethanien ist in vier Wohnbereiche mit jeweils separater Küche aufgeteilt. In jedem können bis zu zwölf Senioren wohnen. Das koste natürlich mehr als ein gewöhnliches, stationäres Pflegeheim, sagt Best: „In den vergangenen Jahren habe wir kräftig draufzahlen müssen.“ Hinzu komme die neue Sozialgesetzgebung, die ambulant betreute Wohngemeinschaften stärke. Dies habe das CSWH zum Handeln gezwungen. Das Haus wird in vier Wohnungen geteilt, die an Mitglieder der vier Wohngemeinschaften vermietet werden. Da die Angehörigen nicht abwechselnd Nachtwache schieben können, beauftragen sie einen Dienst für gemeinschaftliche Aufgaben. Ein ambulanter Pflegedienst übernimmt die jeweils zustehenden Leistungen.

„Für die Bewohner beziehungsweise Angehörigen ist es komplizierter geworden“, so Best. Statt wie bisher nur einen Vertrag, müssen sie nun drei Verträge abschließen. Das Sozialwerk setze alles daran, dass alle Bewohner, auch jene, deren Einkommen nicht ausreicht, auf Wunsch in der ambulanten Wohngemeinschaft wohnen können, heißt es in einer Mitteilung. Und Tom Best bekräftigt: „Wir sind nach wie vor etwas Besonderes.“

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Quelle: op-online.de

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