Bett mit Blick auf die Gersprenz

+
Die Stadt plant vier Wohnmobilstellplätze nahe der Stadtmühle.

Babenhausen ‐ Die Welt sehen, neue Städte erleben und doch im eigenen Bett schlafen. Schön! In den vergangenen Jahren ist die Zahl der Wohnmobilfahrer gestiegen. Ein guter Grund für einen Wohnmobilplatz in Babenhausen. Von Christina Schäfer

Es war schon lange der Wunsch des Ortsbeirats der Kernstadt“, erklärt Bürgermeisterin Gabi Coutandin. Nun will auch die Stadt Babenhausen von dem Reisetrend profitieren. Doch müssen sich Babenhäuser nicht fürchten, von Wohnmobilkolonnen überrollt zu werden, hinter dem Parkplatz „An der Bleiche“ soll ein Wohnmobilplatz mit insgesamt vier Stellplätzen errichtet werden. So sehen es erste Planungen vor. „Wir sind für jede Änderung offen“, sagt die Rathauschefin.

Bei einer Ortsbegehung am Samstag, 23. Januar, um 14 Uhr mit dem Ortsbeirat der Kernstadt und den Verantwortlichen aus der Verwaltung soll der ausgewählte Platz an der Amtsgasse genauer in Augenschein genommen werden. Geprüft wird, in wie fern bisherige Pläne durchgeführt werden könnten.

Gäste aus Israel, Litauen, England und Russland

Die Vorteile, die für einen Stellplatz für Reisemobile sprechen, liegen auf der Hand: „Besonders ältere Leute sind heute mit dem Wohnmobil unterwegs. Es ist eine besondere Reisekultur: Man bleibt spontan dort, wo es einem gefällt.“ Gabi Coutandin ist davon überzeugt, dass ein Bedarf besteht. Dies belegten auch Anfragen im i-Punkt. Von Mitte September bis Mitte Dezember meldeten sich 597 Reisende im Babenhäuser Touristenbüro. Die Gäste kommen unter anderem aus Israel, Litauen, England, Deutschland und Russland, zeigt die Statistik. Beliebt sei bei den auswärtigen Besuchern vor allem der Altstadt-Flyer, der ebenfalls in englischer und russischer Sprache erhältlich ist.

Standen zu Beginn der Planungen auch noch zwei weitere Plätze zur Debatte – vor dem Schloss oder auf dem Michelsbräu-Gelände – entschied man sich schlussendlich für den Platz nahe der Stadtmühle. Die aktuellen Entwicklungen sprachen gegen die beiden anderen: Das Schloss wird zum Fünf-Sterne-Hotel umgebaut und die Michelsbräu zur Seniorenresidenz. Damit ist die Entscheidung für den Platz nahe der Stadtmühle von den Mitarbeitern des Fachdienstes Bauwesen wohlüberlegt: innenstadtnah, aber dennoch ruhig und in schöner Lage an der Gersprenz. Die Reisenden hätten von dort einen „schönen Blick über die Auen“, erklärt Gabi Coutandin. Außerdem sei das Restaurant der Stadtmühle nicht fern und auch der Supermarkt sei fußnah. Mit diesem Angebot will die Stadt Besucher gewinnen und Babenhausen gleichfalls für den Tourismuszweig der Wohnmobilfahrer öffnen.

Ortsbegehung am Samstag, 23. Januar, um 14 Uhr mit dem Ortsbeirat der Kernstadt. Treffpunkt ist am Parkplatz „An der Bleiche“. Neben der Errichtung des Wohnmobilstellplatzes steht unter anderem auch die Fortführung des Wettbewerbs Grün- und Blumenschmuck in der Babenhäuser Altstadt auf der Tagesordnung.

Bei der Ortsbegehung gehe es allerdings auch darum, zu klären, in wie fern der Platz entsprechend umgestaltet und aufgewertet werden kann, so die Bürgermeisterin. Auch um einen würdigen Rahmen für das dortige jüdische Denkmal wolle man sich in der Verwaltung nun Gedanken machen. „Vielleicht mit ein paar Bänken und Hecken“, sagt Coutandin. „Schlanke Säulen, bei denen keine Gerüche entstehen“ sollen als Entsorgungsstation dienen. Auch für Versorgung mit Wasser und Strom soll gesorgt werden. Dafür ist angedacht, dass die Ausflügler eine Tagesgebühr von fünf Euro zahlen.

Es gäbe verschiedene technische Modelle, die bei einem Wohnmobilplatz umgesetzt werden könnten, ist aus der Bauverwaltung zu hören. Vorläufiger Kostenpunkt: etwa 10 000 Euro plus Ausgaben für den Tiefbau. Neben den Ver- und Entsorgungsleitungen ist geplant, auch Schautafeln mit Informationen zu Stadt und Radwegen aufzustellen, damit sich die Gäste vor Ort orientieren können.

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare