Vereinsgründung am 21. März?

Bewegung beim Bahnhof

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Martin Münch und Silke Maaty sind optimistisch, dass es mit der Vereinsgründung am 21. März klappt.

Langstadt - Mehr als 100 Jahre ist es alt: das Bahnhofsgebäude in Langstadt. Bis in die 70er Jahre hinein erfüllte es seine Aufgabe als Stationsgebäude, die Wohnung unter dem Dach war noch bis zu einem Brand vor einigen Jahren bezogen. Von Jens Dörr 

Wer heute durch den vollständig verwahrlosten Bau streift, entdeckt bei genauem Hinsehen gleichwohl noch Zeichen besserer Zeiten. Und findet, sofern der Flaneur etwa Sozialpädagogen Martin Münch und Langstadts Ortsbeirätin Silke Maaty im Schlepptau hat, große Hoffnungen für die Zukunft der Immobilie vor: Sie soll bald ein Ort der Kultur und Begegnung für Langstädter und die Menschen der Umgebung werden. Auferstanden aus Ruinen, sozusagen.

2011 kaufte der Groß-Umstädter Unternehmer Hans Goll Objekt und Grundstück und will schon in den kommenden Monaten eine sechsstellige Summe hineinstecken. In Richtung eine Million dürfte das wohl kosten, was man vorhabe, schätzt wiederum Münch, der Goll persönlich kennt und auf diese Weise mit ins Boot kam. Weitere Mittel könnte unter anderem aus Förderprogrammen zur Dorferneuerung und vom Regionalmanagement Darmstadt-Dieburg kommen, lauten die bereits näher geprüften Erwartungen. An deren Ende ein wieder blühendes Gebäude stehen soll: mit Platz für Veranstaltungen, Büros und Proberäumen etwa - um nur drei der möglichen Nutzungen zu nennen.

Denn eine Gruppe, der neben Goll, Münch und Maaty auch Klaus Schüller vom Mediencampus Dieburg der Hochschule Darmstadt sowie die Langstädter Günther Eckert (Ortsvorsteher), Frank Ludwig Diehl und Alexander Ruzicka (Maaty schmunzelnd: „Das sind zwei Bahnhofsverrückte“) angehören, hat zwar erste Ziele formuliert, wohin die Reise in der Julius-Lichtenstein-Straße einmal gehen soll. Die „Bereicherung der Region durch Kulturangebote“ nennen sie, auch die „Förderung sozialer, medialer und künstlerischer Angebote“ sowie die „Zusammenarbeit mit Schulen und Firmen der Region und mit der Hochschule Darmstadt“. Überdies könne im sanierten Bau die Geschichte des Bahnhofs und der Eisenbahnlinie zwischen Heubach und Babenhausen - sie nahm schon 1870 ihren Betrieb auf - dokumentiert werden.

Das alles steht aber unter dem Vorbehalt dessen, was in den kommenden Wochen und Monaten näher ausgetüftelt wird - und am 21. März (19 Uhr, im Bahnhofsgebäude) seinen offiziellen Startschuss erhalten soll: Dann nämlich soll ein Verein gegründet werden, der bisher den Arbeitstitel „Bahnhof Langstadt e. V.“ trägt, schlussendlich aber auch anders heißen könnte. „Wir sind überzeugt, dass das auf großes Interesse stoßen wird“, glauben Münch und Maaty unisono. Das hätten die bisherigen Reaktionen nahegelegt. Hans Goll soll auf alle Fälle Eigentümer bleiben und die noch auszugestaltenden Räumlichkeiten im Erdgeschoss und ersten Stockwerk an die künftigen Nutzer vermieten. Im zweiten Stockwerk soll wieder eine Wohnung vermietet werden.

Am Bahnhof fallen die Bäume

Am Bahnhof fallen die Bäume

Das Verfassen eines Konzepts wäre eine der vielfältigen Aufgaben, die sich dem neuen Verein nach erfolgreicher Gründung stellen würden. Dass es mit der Geburt des Vereins klappt, daran hegen zumindest Münch und Maaty keine Zweifel: Schon jetzt ist der Termin fix, an dem die Gründung größer gefeiert werden soll: 15. Juni mit einem „Bahnhofsfest“.

Quelle: op-online.de

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