Liegestütze für alle Generationen

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Am Harreshäuser Spielplatz gibt es den ersten Bewegungsparcours in der Stadt. Bei Erfolg sollen andere Stadtteile nachgerüstet werden. Heinz Uhl macht es vor und wird dabei von Oliver Seitz (links), der dem Parcours konzipiert hat, unterstützt.

Babenhausen - Heinz Uhl lässt sich nicht lange bitten. Er ist der erste, der die Station nutzt. Der 85-Jährige ergreift die beiden Holme des Fitnessgeräts und nimmt vorsichtig eine gestreckte und gespannte Haltung ein. Von Stefan Scharkopf 

Danach macht der Babenhäuser ein paar Liegestützen an dem Gerät. Sport ist Heinz Uhl nicht fremd. Er war lange im Turnverein aktiv und ist auch heute noch Mitglied. So weihte der Senior passend den kleinen Generationen-Bewegungsparcours am Harreshäuser Kinderspielplatz ein. Erwachsene zu mehr Bewegung zu ermuntern, das war die Überlegung von Magistrat und Harreshäuser Ortsbeirat. Mit dem Kinderspielplatz am Ortseingang war auch schnell ein Standort für die Fitnessgeräte gefunden. Optisch ist die neue Anlage vom Spielplatz getrennt – das war eine Vorgabe – und von einer Hainbuchenhecke umsäumt.

Die vier vom Ortsbeirat ausgewählten Geräte sind installiert und jederzeit nutzbar: Eine schwebende Plattform, eine Slackline sowie die beiden Stationen Liegestütz und Armzug bieten Trainingsmöglichkeiten für Gleichgewichtssinn, Reaktionsfähigkeit, Arm-, Schulter-, Rücken- und Brustmuskulatur. Damit niemand aufs Geratewohl anfängt, ist jede Station mit einer Anleitungstafel ausgestattet, die beschreibt, wie Ältere das Gerät für ein Training einsetzen und nach eigenem Leistungsstand nutzen können. Je nach Fitness und Trainingszustand gibt es verschiedene Schwierigkeitsstufen. Und wenn von einem Generationenparcours die Rede ist, heißt das, dass nicht nur Senioren, sondern auch Familien, Vereine, Individualsportler oder Teilnehmende von Präventions- oder Rehabilitationsmaßnahmen angesprochen sind, die Anlage, die auch gut mit dem Rad von Babenhausen aus zu erreichen ist, zu nutzen.

Bewegungsparcours als Pilotprojekt

Die Entscheidung, die Anlage mit Trainingsgeräten zu bestücken, fiel im Magistrat und Ortsbeirat nach nur kurzer Diskussion, wie Bürgermeisterin Gabi Coutandin und Harreshausens Ortsvorsteherin Heidrun Koch-Vollbracht beim Ortstermin sagten. 10.000 Euro standen zur Verfügung. Einfach und stabil sollten die Geräte sein. Zur Entscheidungsfindung trug ein Besuch des Schaafheimer Familiensportparks bei, der in dieser Zeit eröffnet wurde. Dort stieß man auf die Firma Playparc, die Fitness-Module für solche Parcours baut, und auf Oliver Seitz, der, fußend auf seiner Diplom-Arbeit, das Bewegungskonzept „4Fcircle“ ausgearbeitet hat und mit Playparc zusammenarbeitet. Seitz stellte die glasperlengestrahlten Edelstahlgeräte auch in Harreshausen vor.

Der Bewegungsparcours ist ein Pilotprojekt. Sollte die Anlage gut angenommen werden, ist vorstellbar, auch andere Stadtteile zu bestücken. Laut Oliver Seitz schießen solche Anlagen in Kommunen landauf, landab wie die sprichwörtlichen Pilze aus dem Boden.

Führung durch Schloss in Babenhausen

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Quelle: op-online.de

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