Interview mit Pastor Gerhard Scharf

Die Bibel steht im Mittelpunkt

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Gerhard Scharf geht als Pastor der Emmaus-Gemeinde nach 15 Jahren in den Ruhestand. Ein Nachfolger für ihn steht bereits fest.

Babenhausen - Pastor Gerhard Scharf wurde bei der Emmaus-Gemeinde in den wohlverdienten Ruhestand verabschiedet. 15 Jahre lang wirkte der 65-Jährige in Babenhausen.

Wie sehen seine Planungen für den weiteren Lebensweg aus? Zu dieser und weiteren Fragen rund um die Emmaus-Gemeinde hat unser Mitarbeiter Michael Just Gerhard Scharf befragt.

Wann gehen Sie genau in Rente? 

Eigentlich bin ich es schon, und zwar seit 1. Februar. Aber ich mache noch bis Ende August weiter, um die Zeit bis zur Ankunft meines Nachfolgers zu überbrücken und ihm bei der Einführung zu helfen. Er zieht Ende Juli um, am 1. August beginnt für ihn die Arbeit. 

Wer heißt ihr Nachfolger? 

Sein Name ist Christoph Habeck. Bislang wirkte er in der Nähe von Kaiserslautern. Er ist 44 Jahre alt, verheiratet und hat vier Kinder. Am 13. September wird es zu seiner Einführung einen großen Festgottesdienst und eine Feier geben, zu der wir schon jetzt alle Mitglieder und Freunde unserer Gemeinde einladen. 

Wie regelt man in der Emmaus-Gemeinde die Nachfolge von Pastoren? 

Das läuft alles über die evangelische Hochschule Tabor in Marburg. Früher hieß sie einmal Theologisches Seminar Tabor. Dort habe ich auch meine Ausbildung gemacht. Neben dem Seminar werden dort auch Stellen vermittelt. 

Werden sie in Babenhausen bleiben? 

Ja, das habe ich mit meiner Frau vor. Wegziehen wollen wir nicht, was auch schwierig wäre, da man dann erst wieder neue Kontakte knüpfen müsste. Außerdem wohnen unsere beiden Töchter in Babenhausen. 

Wie sieht ihr Ruhestand aus? 

Nach der Übergabe werde ich mich erstmal ein bisschen rar machen, um meinem Nachfolger den Freiraum zu geben, sich einzuarbeiten. Diese Zeit bietet sich an, andere Gemeinden zu besuchen. Danach möchte ich mich weiter in der Gemeindearbeit engagieren. Bei der Seelsorge oder Gesprächen mit anderen Menschen gibt es immer was zu tun. Anfragen bestehen auch vom lokalen Gospelhaus oder der evangelischen Kirchengemeinde in Schaafheim. Dem Hensoltshöher Gemeinschaftsverband, dem die Emmaus-Gemeinde angehört, oder bei der Liebenzeller Mission gäbe es weitere Aufgaben. Außerdem durften meine Frau und ich uns kürzlich über das erste Enkelkind freuen. 

Das hört sich eher nach Unruhe- als nach Ruhestand an? 

Der Unterschied liegt darin, dass ich weniger Verantwortung und Organisation habe. Das waren vorher bestimmende Punkte meiner Arbeit. Jetzt habe ich vor allem die Freiheit, zu entscheiden, was ich vorrangig tun möchte.

Was gefällt ihnen an der Emmaus-Gemeinde?

Bei allen Gestaltungsfragen ist eine große Bandbreite möglich. Auf diese Weise kann ein Gottesdienst auch mal ganz anders laufen. Bei der Glaubensüberzeugung gibt es aber nur eine Linie, und die richtet sich ausschließlich nach der Bibel. Dass beides verknüpft wird, war mir sehr wichtig. Mit diesem Weg lässt sich auch der postmoderne Mensch erreichen. 

Die meisten Kirchen verbuchen einen drastischen Rückgang bei der Zahl der Gläubigen. Wie ist das bei der Emmaus-Gemeinde? 

Wir haben einen anderen Ursprung, deshalb kann man das nicht eins zu eins vergleichen. Wir zählen keine 2 000 Mitglieder und auch niemanden, der nur wegen seiner Konfession bei uns eine Karteikarte besitzt. Wer zu uns kommt, hat sich das vorher bewusst überlegt und fühlt sich zugehörig. Des Weiteren sorgt unsere Größe für einen anderen Bezug. Bisher sind wir immer noch gewachsen. Derzeit stagniert die Mitgliederzahl zwar, aber es kommen stets neue Leute dazu, so dass man bei uns nicht von einem Rückgang sprechen kann. 

Wie findet die Emmaus-Gemeinde neue Mitglieder?

Im Bekanntenkreis, in der Nachbarschaft oder durch unsere Kinder- und Jugendarbeit. Wenn die Eltern ihre Kinder bringen, dann kommt man automatisch ins Gespräch. Heutzutage bringt es wenig, Plakate aufzuhängen, da die Gesellschaft allem Religiösen ein großes Misstrauen entgegen bringt. Nur durch den persönlichen Kontakt entsteht Vertrauen. Meine Gespräche ergeben, dass jeden irgendwo der Schuh drückt. Eheprobleme sind heute ein großes Thema, aber auch der Arbeitsplatz oder die Gesundheit. Ermutigung und Seelsorge sind gefragt, was die Emmaus-Gemeinde aus und mit dem Glauben heraus bietet.

Quelle: op-online.de

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