Bericht des Regierungspräsidiums

Babenhäuser Lache als neues Biberrevier

Zahl der Biber in hessischen Gewässern erhöht sich um 17 Tiere

Babenhausen - Mit Freude blickte Regierungspräsident Johannes Baron bei der Vorstellung des Biberberichts 2012 auf 17 rote Dreiecke in den Übersichtskarten des Berichts, denn:

„Jedes rote Dreieck steht für ein neues Biberrevier in Hessen und damit für den fortgesetzten Erfolg der 1987 begonnen Wiederansiedlung des Bibers in Hessen“, sagte Baron. Ein Dreieck ist nun auch bei Babenhausen zu finden: die Lache beheimatet mehrere Biber. Im vergangenen Jahr hat das Regierungspräsidium Darmstadt die von ehrenamtlichen Biberbetreuern beobachteten Informationen ausgewertet und nach Gebietsüberprüfungen in Form eines Jahresberichts zusammengestellt. Übersichtskarten geben Aufschluss über bestehende und neu hinzugekommene Reviere und deren Verteilung auf Landkreise und Fließgewässer.

Des Weiteren sind Fundpunkte ausgewiesen, an denen Biber außerhalb der bekannten Reviere ihre Spuren hinterlassen haben. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre folgen diesen Hinweisen auf Biberaktivitäten oftmals Revier-Neugründungen. Zusammengefasst hat sich die Zahl der von Bibern besetzten Reviere in Hessen um 17 auf insgesamt 87 erhöht. Nach Angaben des Berichts handelt es sich um rund 287 Tiere an den hessischen Gewässern, was gegenüber dem Bestand in 2011 (241) einem Zuwachs von rund 19 Prozent entspricht.

Für Baron ist die gestiegene Population nicht nur Indikator für ein erfolgreiches Artenhilfsprogramm: „Diese Tiere siedeln sich nur in einem ihnen entsprechenden Lebensumfeld an. Die Vermehrung deutet darauf hin, dass die vielen Renaturierungs- und Schutzprogramme an den Gewässern und in den Auenlandschaften greifen, dass beständig natürliche Biotope entstehen und dass mit dem Biber auch vermehrt viele selten gewordene oder bedrohte Tierarten zurückkehren werden.“

Aufgefallen sind den Artenschutzexperten die vielen Revierbildungen im Hauptverbreitungsgebiet Main-Kinzig-Kreis – dem Bereich der Wiederansiedlung 1987. Hier kamen zu den 42 bestehenden Revieren 13 neue hinzu. Aufgrund der Dichte drängen die Tiere jetzt erkennbar in kleinere Gewässer und besiedeln viele Teiche. Auffallend war auch, dass Tiere aus dem Main in die Oberläufe der hessischen Fließgewässer – zum Beispiel die Lache bei Babenhausen – und über den Neckar einwandern.

Biber und andere Tiere im Rhein-Main-Gebiet

Biber und andere Tiere

Baron dankte den ehrenamtlichen Betreuern. Sie beobachten die Biber der Region über das Jahr hinweg in ihren Revieren und achten auf Merkmale, die auf die Anwesenheit der Tiere außerhalb ihrer Reviere schließen lassen. Wo die Tiere Dämme oder Röhren bauen, wird genauso sorgfältig kartiert wie Fraßspuren, die sich vor allem in den Wintermonaten gut feststellen lassen.

Eine negative Zahl gab es aber auch: 13 tote Tiere wurden im vergangenen Jahr gemeldet. Acht fielen dem Straßenverkehr zum Opfer, zwei wurden tot im Wasser aufgefunden und ein Tier wurde in der Pathologie in Gießen untersucht: Als Todesursache wurde Stress angegeben.

(dani)

Quelle: op-online.de

DAS KÖNNTE SIE AUCH INTERESSIEREN

Kommentare