Ferienspielkinder erkunden die Umwelt

Dem Biber auf der Spur

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Lothar Seipp mit einem ausgestopften Biber. An der Lache erläuterte er, dass der Dammbauer hier heimisch ist. Angenagte Bäume und Stämme lieferten dafür den Beweis.

Babenhausen - Die Natur hält viele Wunder parat. Diese wollten die Förster Lothar Seipp und Thomas Zinth den Kindern der Oster-Ferienbetreuung der Babenhäuser Kinder- und Jugendförderung näherbringen. Von Michael Just 

„Wisst ihr, wie viele Haare ein Biber auf einem Quadrat-Zentimeter besitzt? Ein Quadrat-Zentimeter entspricht ungefähr der Fläche eines Fingernagels“, macht Förster Lothar Seipp deutlich – und erntet kurz darauf von den Teilnehmern des „Oster-Specials“ der Kinder- und Jugendförderung (JuFö) als Antwort einen Wust von Zahlen. Die Lösung mit 24.000 bis 26.000 Haaren löst bei den Kindern den gewünschten Aha-Effekt aus, erst recht, als die Vergleichszahl von 600 Haaren beim Mensch angeführt wird. Das dicke Fell des Bibers komme mit dieser Dichte der Aufgabe nach, das Wasser abzuweisen und die Haut trocken zu halten, erklärt der Förster.

Mit jede Menge Informationen zur heimischen Tier- und Pflanzenwelt endete am Freitag die Osterferienbetreuung. Unter dem Titel „Unsere Umwelt“ nahmen 16 Kinder im Alter von sechs bis zwölf Jahren Flora und Fauna vor der Haustüre unter die Lupe. Das viertägige Programm nach den Feiertagen zeigte sich als abwechslungsreich: Neben einem Besuch im Hergershäuser Wasserwerk gehörte auch ein Blick hinter die Kulissen der städtischen Kläranlage dazu. Selbst aktiv werden hieß es an der Fischtreppe in der Nähe der Stadtmühle. Hier mutierten die Kinder zu kleinen Wissenschaftlern und untersuchten mit einem Forscher-Set die Wasserqualität der Gersprenz. Die Ausrüstung hatte die Frankfurter Fraport AG zur Verfügung gestellt. „Fast hätten wir von dem Unternehmen noch einen Biologen kostenfrei dazubekommen. Der Experte war aber durch die Ferienzeit komplett ausgebucht“, so JuFö-Mitarbeiterin Lara Kresz.

Etwas ruhiger, aber nicht weniger interessant, ging es beim Basteltag zu. Hier wurde aus recyceltem Müll kleine Pflanzentöpfchen hergestellt um darin Kresse zu säen. „Die wächst bekanntermaßen sehr schnell. In der Regel können die Kinder nach vier bis fünf Tagen schon ernten und Kressebrot essen“, weiß Kresz.

Die Ferienbetreuung von 9 bis 15 Uhr beinhaltete ein tägliches Mittagsessen, das Günther Titz von der JuFö zubereitete. Für die vier Tage mussten die Eltern nur 25 Euro berappen. Dementsprechend groß zeigte sich die Nachfrage mit einer Warteliste. Die Gesamtzahl der Kinder war auf insgesamt 16 begrenzt, da sonst die zwei JuFö-Kleinbusse zum Transport nicht gereicht hätten.

Der Grund für den günstigen Preis von 25 Euro lag vor allem darin begründet, dass trotz der vielen Aktivitäten kaum Kosten anfielen. „Das Fraport-Set war komplett kostenfrei. Der Konzern stellt dies im Rahmen seiner Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung, die er zum Schutz der Umwelt erbringen muss“, erläutert Kresz. Wie sie sagt, sei die Überraschung groß gewesen, dass man das Set am Ende sogar behalten darf. So zieht sie eine äußerst positive Bilanz unter die jüngste Osterbetreuung, die alljährlich ein anderes Thema aufweist. Bis auf die Weihnachtsferien engagiert sich die JuFö in allen Schulferien mit Angeboten. Neben den Ferienspielen im Sommer wartet im Herbst meist eine attraktive Fahrt. In der Vergangenheit standen hier schon Segeltouren an.

Biber und andere Tiere

Mit „Unsere Umwelt“ griff die JuFö nun ein aktuelles wie interessantes Thema auf. Die beiden Förster Lothar Seipp und Thomas Zinth hatten ihren Einsatz an der Babenhäuser Lache unweit des Reiterhofs gut vorbereitet: Zum anschaulichen Erläutern brachten sie einen ausgestopftem Biber, ein Fuchs-Präparat und diverse Tierhufe mit. Zwischendurch gab es immer wieder Lauf- und Geschicklichkeitsspiele, die nötig waren, um so manchem Zappelphilipp etwas die Energie zu nehmen. Nicht nur einmal erwiesen sich die beiden Mitarbeiter von Hessen Forst als pädagogische Profis, die nur zu gut wissen, wie man Aufmerksamkeit erhält. Das Stichwort „Dinosaurier“ ließ die Kids aufhorchen. Mit Riesen-Echsen aus der Urzeit konnten die Revierförster zwar dann nicht dienen, aber mit Gras, was an der Lache wächst und schon zu Zeiten der Giganten spross. Die sogenannten Schachtelhalme gibt es seit 375 Millionen Jahre, weshalb sie als lebende Fossilien gelten.

Quelle: op-online.de

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