Bildungseinrichtung Science-Lab

Quirlige Stromteilchen im Visier

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Wieso wird der Draht heiß, wenn Elektrizität durch fließt? Das lernen die Kinder im Forscherkurs. Erstaunt sahen die Kinder Andrea Becker zu, wie sie einen Stromkreislauf erzeugte.

Hergershausen - Aufgeregt sitzen die zehn kleinen Forscher zwischen fünf und sieben Jahren in der Alten Schule in Hergershausen am Tisch und beobachten, was die Diplom-Biologin Andrea Becker vor ihren Augen zusammenbaut. Von Petra Grimm

Sie steckt ein Stück Draht zwischen zwei Knethaufen und verbindet ihn über zwei Kabel mit einer 4,5 Volt Batterie. Kurze Zeit später leuchten die Augen der Kinder mit dem glühenden Draht um die Wette. Das Experiment, bei dem ein Stromkreislauf entstanden ist, hat geklappt. Um sich selbst davon zu überzeugen, wie heiß der Draht geworden ist, dürfen die Knirpse an ihm ein Stück Styropor zerschneiden.

Warum der Draht glüht, wenn Strom durch ihn fließt, erklärt Andrea Becker, Kursleiterin der gemeinnützigen Bildungseinrichtung Science-Lab, den Kindern ganz praktisch mit einem Spiel. „Die Stromteilchen, die Elektronen genannt werden, wollen aus der Batterie heraus und fließen im Kreis wieder in sie zurück. Stellt euch vor, ihr seid Milliarden von Stromteilchen, die alle gleichzeitig durch den Draht wollen“. Um diesen Prozess zu verstehen, spielen die Kinder selbst Stromteilchen, die im Kreis hintereinander immer schneller zwischen zwei Stühlen hindurch laufen. Dabei wird der Abstand der Stühle immer enger gemacht, der Draht also immer dünner, so dass sie sich am Ende durchdrängeln müssen. „Die Stromteilchen reiben und das macht heiß“, ruft der kleine Joshua aus und zeigt den anderen Kindern, dass ja auch der Arm heiß wird, wenn wir mit einer Hand auf ihm reiben.

Der Experimentiertag, der am Samstag für Leben beim Verein Herigar in der Alten Schule sorgte, war ein Kooperationsprojekt der städtischen Kinder- und Jugendförderung und der Volkshochschule. Nachdem die jüngeren Kinder sich am Vormittag ganz praktisch mit dem Thema Elektrizität beschäftigt hatten, war am Nachmittag noch eine Gruppe älterer Kinder zwischen acht und zehn Jahren experimentierfreudig im Einsatz. Durch eigene Versuche erfuhren die kleinen Forscher beispielsweise auch, wie mit einem Kupferdraht und Magneten Strom erzeugt wird. Sie bauten selbst einen Stromkreislauf auf und brachten dadurch ein Glühbirnchen zum Leuchten. Bevor Andrea Becker am Morgen mit den Kindern loslegte, schärfte sie ihnen ein, dass mit Strom forschen gefährlich sein kann und man auf keinen Fall mit dem Strom aus der Steckdose experimentieren darf: „Dieser Strom ist lebensgefährlich, den darf man nicht anfassen“.

Aber das wussten die meisten Kinder, die trotz ihrer Neugier großen Respekt vor der Materie zeigen, schon selbst. Sie erfuhren, wie wichtig Strom für uns Menschen ist und wie er umweltfreundlich erzeugt werden kann. Um die Konzentration der kleinen Forscher über die drei Stunden zu erhalten, wechselten sich ruhige Aktivitäten mit actionreicheren ab. Zum Abschluss, ein Höhepunkt für die kleinen Wissenschaftler, wurde noch eine Alarmanlage gebaut und die Eltern damit überrascht. Der Experimentiertag rund um Strom war der erste einer Reihe, die am 5. April mit dem Thema Wetter und Klima fortgesetzt wird. Im Mai geht es dann um Berge, Täler und Vulkane, Anmeldung über die Vhs möglich.

Quelle: op-online.de

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