Bildungszentrum als Schwerpunkt

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Innerhalb des „Wassererlebnisbands Gersprenz“ könnte die Langfeldsmühle eine Gastronomie beherbergen. Was alles möglich ist, soll eine Machbarkeitsstudie ans Licht bringen.

Babenhausen ‐ Die Gersprenz mit all´ ihren Nebenflüsschen und Seitenarmen ist die Wasserader im östlichen Landkreisteil schlechthin. Von Stefan Scharkopf

An ihr lässt sich die Entwicklung des Klimawandels gut nachvollziehen, vom feuchten Quellgebiet bis zum relativ trockenen Babenhäuser Raum. Gleichzeitig ist die Region aber auch in touristischer und wirtschaftlicher Hinsicht interessant. Sämtliche Kriterien sollen jetzt zusammengefügt werden und ein einheitliches Bild ergeben. Ziel ist es, die Ressource Wasser erlebbar zu machen. Der Schwerpunkt ist dabei die Gründung eines Umwelt- und Klima-Bildungszentrums, in dem Schulklassen, Kinder-, Jugend- und andere Interessengruppen Umweltbildung erfahren. Arbeitstitel: „Ladadium“.

Jetzt wird eine Machbarkeitsstudie erarbeitet, für die Landrat Klaus Peter Schellhaas einen Zuschuss von rund 10.000 Euro Bürgermeisterin Gabi Coutandin überreichte. Die Stadt trägt den Rest der Gesamtkosten von 24.000 Euro. Dass die Stadt in wirtschaftlich schwieriger Zeit 14.000 Euro übernimmt und sich beteiligt, fand den Gefallen des Landrats: „Das ist eine wichtige Angelegenheit für Babenhausen, und die Stadt wird davon profitieren“. Die Projekte sollen möglichst kostenneutral umgesetzt werden, so Coutandin.

„Da kocht bislang jeder sein eigenes Süppchen.“

Wie berichtet, hatte Babenhausen den Wettbewerb „Angepasst im Klimawandel - Pilotraum gesucht!“ gewonnen. Daraus ist als Teilprojekt das so genannte „Wassererlebnisband“ entstanden (siehe blauen Kasten).

Für Babenhausen ist die Projektgruppe „Lebensqualität“ innerhalb der AG Stadtmarketing mit Wilfried Müller, Andreas Bludau und Kurt Schlösser federführender Akteur. „Bei dem ‚Wassererlebnisband Gersprenz‘ geht es darum, ein breites Angebot an Erlebnissen rund um das Thema Wasser zu konzipieren und diese untereinander zu vernetzen“, sagt Andreas Bludau, „auch im Zusammenspiel mit den anderen Kommunen. Da kocht bislang jeder sein eigenes Süppchen.“ Das „Erlebnisband“ soll regionale Identität stiften, gleichzeitig wird das Wasser als wichtiges Potenzial für Lebensqualität, Freizeit, Tourismus, Einzelhandel und (Land-)Wirtschaft in den Mittelpunkt gerückt.

Die Stadt gibt die Machbarkeitsstudie im Rahmen der Maßnahmen der Leader-Region Darmstadt-Dieburg in Auftrag. „Leader“ ist ein regionales Entwicklungskonzept der EU, das Fördergelder zahlt.

Im Januar 2008 wurden 14 Gemeinden als Leader-Region anerkannt

Mit Hilfe der Studie wird das Gesamtprojekt mit seinen Einzelvorhaben auf Wirtschaftlichkeit und Nachhaltigkeit überprüft. Untersucht werden soll, ob neue und bestehende Projekte in das Projekt „Wassererlebnisband“ integriert und wie neue Akteure für Einzelvorhaben gefunden werden können. Beteiligt können Vereine, Naturschützer bis hin zu Gastronomen sein. Überlegungen gibt es dabei für die Langfeldsmühle bei Hergershausen. Analysiert wird auch, welche Maßnahmen zur Finanzierung, etwa über Sponsoren und Spenden, Erfolg haben können.

„So können beispielsweise Rad- und Wanderwege gebaut werden, um zu den einzelnen Angeboten zu kommen“, wie Dorte Meyer-Marquart vom Regionalmanagement Ländlicher Raum erläuterte. „Der ganze Bereich wäre auch interessant für Existenzgründer.“

Das „Wassererlebnisband Gersprenz“ und das damit verbundene Umweltbildungszentrum ist eines von elf Leitprojekten innerhalb des Regionalen Entwicklungskonzeptes für die Leader-Region in Darmstadt-Dieburg. Außerdem sind zahlreiche weitere Einzelprojekte an den erhaltenen Mühlen, den Kiesseen und Angelteichen, dem Naturschutzgebiet „Hergershäuser Wiesen“ oder zur Renaturierung der Gersprenz vorgeschlagen.

Dafür gibt es einen Zuschuss vom Landkreis, den Bürgermeisterin Gabi Coutandin von Landrat Klaus Peter Schellhaas entgegen nahm. Mit dabei: Hilde Michelssen (Dorf- und Regionalentwicklung), Dorte Meyer-Marquart (Regionalmanagement Ländlicher Raum), Andreas Bludau, Wilfried Müller und Kurt Schlösser (AG Stadtmarketing, von rechts).

Im Januar 2008 wurden 14 Gemeinden im östlichen und südlichen Landkreis vom Hessischen Ministerium für Umwelt, Energie, Landwirtschaft und Verbraucherschutz als Leader-Region anerkannt. Grundlage dafür war ein regionales Entwicklungskonzept zur Förderung des ländlichen Raums. Projekte, die im Rahmen dessen erarbeitet wurden, können nun mit Fördergeldern der Europäischen Union unterstützt werden. Bislang wurden 16 Projekte mit einem Gesamtvolumen von 515.000 Euro Zuschüsse in Höhe von insgesamt 300 000 Euro bewilligt. Das „Erlebnisband“ ist eines der insgesamt elf Leitprojekte für die Entwicklung der ländlichen Region Darmstadt-Dieburg. Bis Sommer soll die Machbarkeitsstudie vorliegen, danach geht es an die Umsetzung der einzelnen Projekte. Das Gesamtunternehmen läuft bis 2013.

Quelle: op-online.de

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