Biogasanlage

Biogasanlage: RP sieht Probleme bei Wasserschutz

Babenhausen - Die Pläne für eine Biogasanlage auf Babenhäuser Gelände sind vom Tisch. Der Investor hat sich zurückgezogen. Er will sich nach anderen Standorten umsehen. Von Stefan Scharkopf

Der Projektentwickler LimnoTec, der vor einiger Zeit auf die Stadt zukam, um die Möglichkeiten zum Bau einer Biogasanlage auszuloten, hat inzwischen seinen Verzicht mitgeteilt. Er will sich nach Angaben aus dem Rathaus nun in Nachbarkommunen nach Alternativstandorten umsehen.

In Hergershausen hatte es erhebliche Widerstände gegen das Vorhaben gegeben. In einer Bürgerversammlung im Juni machten sich die Bürger Luft. Hauptkritikpunkt war der Standort am Rande eines Vogelschutzgebiets, in der Nähe eines FFH-Geländes, das von Hergershäusern gerne als Naherholungsgebiet genutzt wird. Zudem wurde erheblicher Zulieferverkehr in der Pfortestraße und im Westend befürchtet. Um die zunächst 600 Kilowatt Strom zu produzieren, waren als Substrate knapp ein Drittel Mais, etwas mehr als ein Drittel tierische Abfallstoffe wie Schweine- und Rindergülle sowie Pferdemist vorgesehen. Der Rest sollte Pflanzen und Grassilage sein.

Behörde lehnt ab

Vor dem Rückzug der LimnoTec hatten Verwaltung, Magistrat und Ortsbeiräte das Für und Wider verschiedener Standorte abgewogen. Am ehesten vertretbar schien ein Gelände nahe der Kiesgrube Krichbaum, zweitrangig aber auch zwischen Krichbaum und dem Sickenhöfer See. Beide Vorschläge wurden am 7. November in Sondierungsgesprächen mit der Oberen Wasserbehörde beim Regierungspräsidium (RP) erörtert.

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Die Behörde lehnt beide Standorte ab wegen deren Lage im Wasserschutzgebiet und ihrer Nähe zu den Kiesseen. Das Restrisiko einer Grundwasserverunreinigung sei nicht auszuräumen. Wie Behördensprecher Dieter Ohl auf Anfrage unserer Zeitung sagte, handele es sich bei dem Areal um ein Wasserschutzgebiet der Zone 3a. Sie umfasst das gesamte Einzugsgebiet der geschützten Wasserfassung. Hier gelten Verbote bzw. Nutzungseinschränkungen wie beispielsweise das Ablagern von Schutt, Abfallstoffen, wassergefährdenden Stoffen, Anwendung von Gülle, Klärschlamm und Kläranlagen. Da die Projektentwickler ihre Anlage fünf Meter in die Tiefe bauen wollten, sah das RP eine hohe Gefährdung für das Grundwasser durch Mikroben. Gleiches gelte für die Lagerung der Substrate.

Der Projektentwickler hat daraufhin nach Angaben von Bürgermeisterin Gabi Coutandin eine alternative Lösung in der Region angekündigt. Der Magistrat der Stadt Babenhausen hat inzwischen auch den ursprünglich angestrebten Standort verworfen.

Quelle: op-online.de

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