Errichtung einer Biogasanlage

Grüne sehen Projekt gefährdet

Babenhausen (st) - Mit deutlicher Kritik an der Informationsveranstaltung zur Errichtung einer Biogasanlage in Hergershausen verbinden die Grünen auch den Vorwurf an die Verwaltungsspitze, dass man dort mit schlechter Informationspolitik und fehlender Transparenz ein im Grunde gutes Projekt kaputtgemacht habe.

„Was die Bürger in Hergershausen an Organisation, Inhalt und Auftritt der Stadt erlebt haben, war schlechter kaum noch zu machen und zeugte phasenweise von fachlichen und kommunikationstechnischen Mängeln sowie unprofessioneller Organisation“, so die Grünen in einer Stellungnahme.

Nach Ansicht der Grünen wurden die Fragen und Bedenken der Hergershäuser Bürger nicht wirklich ernst genommen und in der Informationsveranstaltung nicht aufgegriffen. Die schlechte Vorbereitung der Verwaltungsführung habe schließlich auch dazu geführt, dass die Bedenken und Fragen der Bürger weder fachlich hinreichend aufgeklärt, noch mögliche Alternativen zum bislang anvisierten Standort der Biogasanlage aufgezeigt wurden.

Anlieferverkehr und Geruchsbelästigungen

„Natürlich haben die Bürger Sorgen wegen des befürchteten Anlieferverkehrs und Geruchsbelästigungen; aber wer schlecht vorbereitet ist, kann hier auch nicht Befürchtungen zerstreuen und in der Sache überzeugen. Wenn es um Fakten und um konkrete Bürgerbedenken geht, kann man eben nicht erwarten, sich mit blumigen Worten und unverbindlichen Floskeln aus der Affäre ziehen zu können. Verbesserungsvorschläge und Alternativen waren im Dialog mit den Bürgern gefragt und eben die kamen nicht“, so die Grünen weiter.

Schlechte Organisation, ein viel zu kleiner Raum, der dann mühsam organisierte Umzug in die Sporthalle und eine völlig unterdimensionierte Beamer-Leinwand-Projektion habe die Informationsveranstaltung von vornherein unnötig belastet. Stadt und Betreiber hätten es versäumt, überzeugend darzustellen, wie wichtig die Biomasse im Mix der erneuerbaren Energien ist. Die Stadt konnte nach Meinung der Grünen nicht darstellen, ob es die Möglichkeit eines anderen, verkehrstechnisch besser angebundenen Standortes gibt. Stadt und Betreiber seien nicht in der Lage gewesen, den Hergershäusern zu erklären, dass es sich bei dem Anlieferverkehr nicht um Lkw im Gigaliner-Format von weit her handelt, sondern um landwirtschaftliche Nutzfahrzeuge mit Anhänger lokaler Landwirte, die aus einem Einzugsgebiet von bis zu zehn Kilometer um die Biogasanlage kämen, denn effiziente Biomasseverwertung funktioniere dezentral nur regional angebunden.

Aktiver Beitrag zur Energiewende

Die handwerklichen und organisatorischen Fehler der Verwaltungsspitze hätten dazu geführt, dass hier die Chance vertan wurde, den Hergershäusern zu erklären, dass sie einen aktiven Beitrag zur Energiewende leisten können. „Die Stadt hat wenig zu einer sachlichen Diskussion beigetragen, sondern durch ihren schlecht vorbereiteten Auftritt ist das Projekt vielleicht verbrannt. Den Bürgern wurde das Gefühl gegeben, dass nicht mit ihnen, sondern über sie hinweg entschieden werden soll“, meinen die Grünen.

Quelle: op-online.de

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