Bitter nötige Hilfe für Afrika

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Tanja Hock ist mit ihrem Hebammenmobil unterwegs. Für die Anschaffung eines Zahnarztmobils fehlen noch Spenden.

Schaafheim (rin) - Auf dem Wohnzimmertisch in einem Mosbacher Familienhaus liegt ein handgemachtes Fotoalbum. „Madagaskar“ steht darauf, und dort kommt es auch her.

Monika Creutz hat es mitgebracht, als sie ihre Tochter, Tanja Hock, besuchte, die seit mehr als fünf Jahren auf der afrikanischen Insel lebt und Entwicklungshilfe leistet. Während die stolze Mutter zwischen den Bildern hin und her blättert, erzählt sie, wie das Leben ihrer Tochter auf dem anderen Kontinent aussieht.

Weitere Infos zum Projekt „Zahnarztmobil“ und der gesamten Arbeit finden sich im Internet. Absetzbare Spenden können auf folgendes Konto überwiesen werden: Mobile Hilfe Madagaskar e.V., Kontonummer: 114 184 72, Bankleitzahl: 79550000, Sparkasse Aschaffenburg.

Dort ist die ausgebildete Hebamme und Rettungssanitäterin mit einem aus Deutschland importierten und zum „Hebammenmobil“ umgebauten Lkw unterwegs. „Damit fährt sie zum Beispiel dreimal wöchentlich nach Antananarivo, die Hauptstadt von Madagaskar, um Obdachlose zu betreuen“, weiß Monika Creutz. „Mittlerweile sind es an die 2 000 Patienten, die immer wieder das Mobil anlaufen.“ Zwar ist das medizinische Team, ein madagassischer Arzt und eine Hebamme, um Tanja Hock und ihren Ehemann, den ehemaligen Rettungsassistenten und heutigen Hubschrauberpiloten Gerd Hock, auf Geburtsvor- und nachsorge spezialisiert, „doch weggeschickt wird niemand. Sie versuchen jedem zu helfen, so gut es geht, und das immer gratis.“

Das Faible für Afrika habe Tanja wohl in ihrer Kindheit mitbekommen, mutmaßt ihre Mutter.

Mit 15 die Liebe zu Afrika entdeckt

Oft habe die ehemalige Pflaumheimer Familie, die eine Kleiderfabrik besaß, Stoffreste, Nähmaschinen und Garn für Afrika-Hilfsprojekte gespendet. Ein Familienurlaub führte die 15-jährige Tanja nach Kenia, das sie schon damals zu faszinieren schien. „In so einem Land möchte ich einmal arbeiten, Mama“, soll sie verkündet haben. Gesagt, getan. Jahre später packte die heute 33-Jährige zusammen mit Ehemann Gerd die Koffer. Die beiden und ihr Schäferhund machten sich auf nach Madagaskar – ohne vorher zum „Schnuppern“ wenigstens einige Tage dort verbracht zu haben. „Sie hat sich mit der Zeit mit dem Land vereint. Ich glaube, dass sie bleibt“, so die Mutter, nicht ohne ein klein wenig wehmütig zu klingen. „Sie ist glücklich dort, das sehe ich allein schon auf den Fotos“, nickt Monika Creutz, die ihre Tochter unterstützt, wo sie kann.

Besonders, da die Familie um zwei junge Leben reicher ist. 2007 adoptierten Tanja und Gerd Hock Josia Fanilo, damals fünfeinhalb Monate alt und nur drei Kilo schwer. Im letzten November kam Fifaliana mit fast zwei Jahren in die Familie, zu dem Zeitpunkt auch unterernährt.

„Madagaskar ist eines der ärmsten Länder der Erde“, so Creutz. Deshalb seien die Menschen auf fremde Hilfe, wie die der Familie Hock, angewiesen. Doch das Hebammenmobil kann nicht für alle sorgen und schon gar nicht jede medizinische Not abdecken. „Was wir in Madagaskar unbedingt noch brauchen, ist zahnärztliche Versorgung.“ Hier soll sich demnächst etwas tun. „Tanja und Gerd haben Aussicht auf ein vollausgestattetes Zahnarztmobil. Ein Zahnarzt im Ruhestand nutzte es einige Zeit lang in Norddeutschland und gibt es nun zum Verkauf frei.“ Die Kosten für das Mobil allein belaufen sich auf 12 900 Euro. Der Transport nach Madagaskar kostet 4 500 Euro. „Diese Summe kann der bisherige Spenderkreis nicht aufbringen. Es fehlen noch einige Euros“, erklärt Monika Creutz besorgt.

Quelle: op-online.de

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