Bläser überzeugen als Gipfelstürmer

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Immer wieder beeindruckend: Das Jahreskonzert des Babenhäuser Blasorchesters.

Babenhausen - Nicht viele Veranstaltungen schaffen es, die Stadthalle komplett zu füllen. Das Jahreskonzert des Babenhäuser Blasorchesters (BB) ist eine davon. Von Michael Just

So auch am Samstagabend: Die Musiker zeigten vor 500 Besuchern mit einem abenfüllenden und begeisternden Programm ihr Leistungsspektrum und die vielen Facetten sinfonischer Blasmusik. Den Anfang machte wie gewohnt das Jugendorchester bevor das Große Orchester folgte. Durch den Abend führte auf äußerst galante Art Moderator Jens Kutscher.

Das Jahreskonzert beschreibt Vorsitzender Klaus Mohrhardt als den Höhepunkt im Vereinskalender. Für ihn ist es wichtig, dass ein solches Ereignis auf keinen Fall fehlt. „Eine qualifizierte, zielgerichtete Arbeit sollte einen Fixpunkt haben“, sagt er. Dabei denkt der Babenhäuser in ganz besonderer Weise an das Jugendorchester. „Hier wird viel Mühe und Fleiß investiert. Das Jahreskonzert ist dann ein Erlebnis, das aufzeigt, dass es sich lohnt, dranzubleiben.“ So sei das Aufspielen vor 500 Besuchern alles andere als alltäglich. Dazu führe der Auftritt die Mitglieder zusammen und halte sie im Verein.

Das Jugendorchester unter der Leitung von Uwe Wittenberger eröffnete den Abend mit drei Stücken und einer Zugabe. Die Leistung war derart ansprechend, dass viele dem musizierenden Nachwuchs gerne noch länger ihre Aufmerksamkeit geschenkt hätten.

Das Hauptorchester demonstrierte dann unter dem Motto „Gipfelstürmer“, dass das bisher Gehörte noch steigerungsfähig ist. Das Motto ließ sich während des Konzertverlaufs immer wieder neu interpretieren. Beispielsweise, als die Musiker mit einem Chanson-Arrangement von Toshio Mashima den Pariser Kunsthügel Montmartre bestiegen, oder mit Nena und Robbie Williams („Let me entertain you“) die Charts eroberten.

Für Ohr und Auge ein Genuss: Babenhausens Blasorchester.

Der Ausflug in den Pop-Bereich gehörte zur gehobenen Unterhaltungsmusik im zweiten Programmteil, der vornehmlich aus Arrangements bestand. Die ersten vier Stücke waren Original-Kompositionen, die extra für sinfonische Blasorchester geschrieben wurden. Mit den vielen darin eingearbeiteten Sonderinstrumenten konnten die 50 Musiker ihre besondere Klasse demonstrieren. Im Mittelpunkt standen dabei Fiskinatura (von Thiemo Kraas) und Mont Blanc (von Otto M. Schwarz). Die Stücke versuchen, als sogenannte „Tongemälde“ Bilder im Kopf der Zuhörer zu erzeugen. In seinen einleitenden Worten hat jeder Moderator dabei die wichtige Funktion, den Besuchern fantasievoll vor Augen zu führen, was der Komponist oder die Musiker ausdrücken wollen. Otto M. Schwarz hat mit Mont Blanc eine Bergbesteigung in Noten gesetzt. Die vielfältige und abwechslungsreiche Geräuschkulisse reicht von lieblichem Vogelgezwitscher am frühen Morgen bis zum heftigen Schneesturm in luftiger Höhe. Die Interpretation löste das Blasorchester auf bravouröse Weise: Wie bei den Wiener Philharmonikern wurden Vogelpfeifen eingesetzt, beim Schneesturm hallten Pauken durch die Stadthalle.

Das Programm hatte Dominik Thoma, der neue Dirigent und musikalische Leiter der Babenhäuser, ausgesucht. Seine Handschrift trugen auch die Zugaben: Das war zum einen der Marsch „Die Sonne geht auf“ von Rudi Fischer sowie „All i ask of you“ aus Andrew Lloyds Webbers „Phantom der Oper“. So endete der Abend mit einem stürmischen und minutenlangen Applaus des Publikums, bei dem das Babenhäuser Blasorchester seinem Anspruch, einen „Jahreshöhepunkt“ zu setzen, mehr als gerecht wurde.

Quelle: op-online.de

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