Bouxwiller Straße ohne Brummis?

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120 bis 150 Lkw befahren in den Stoßzeiten die Bouxwiller Straße. Das könnte sich ändern. Ein Durchfahrtsverbot soll durch die Verkehrsbehörde geprüft werden.

Babenhausen - Auf der Bouxwiller Straße rollt der Verkehr unablässig. 14000 Autos, Mopeds, Motorräder und Lkw frequentieren tägliche diesen Abschnitt der Landesstraße 3116. Für die Letztgenannten, so der Wille der Stadtverordnetenversammlung, soll das Aus kommen. Von Stefan Scharkopf

Einstimmig schlossen sich die Parlamentarier einem gemeinsamen Antrag der SPD an, der von Vorschlägen von den „Bürgern für Babenhausen“ und der CDU ergänzt wurde. In Stoßzeiten passieren etwa 120 bis 150 Lkw pro Stunde die Straße.

So soll das Amt für Straßen- und Verkehrswesen in Darmstadt prüfen, ob die Bouxwiller Straße für den Lkw-Durchgangsverkehr gesperrt werden kann. Auf Anregung der „Bürger“ soll auch die Straße An der Stadtmauer mit einbezogen werden. Dort rollen die Brummis über das frisch verlegte Pflaster. Vom etwaigen Fahrverbot betroffene Unternehmer und Spediteure aus dem Stadtgebiet sollen gehört werden und ein ASV-Vertreter die Stadtverordneten über Möglichkeiten und Auswirkungen der Beschränkung informieren.

SPD-Fraktionschef Wulf Heintzenberg sagte, dass anhand von Fahrzeugarten und Kennzeichnung zu erkennen sei, dass es sich zu einem erheblichen Teil um Transitverkehr handele, der offenkundig die Umleitungsstrecke L 3116 nutzt, um die Mautgebühr auf der A3 zu sparen. Die Bouxwiller führe ausschließlich durch Wohngebiet und werde von Schülern von insgesamt vier Schulen überquert. Jetzt kommt die Angelegenheit auf den Prüfstand.

Weiter debattiert wird auch über den künftigen Bebauungsplan zur Neuordnung der Nordseite der Aschaffenburger Straße zwischen dem Bahnstellwerk und der Hausnummer 32. Bürgermeisterin Gabi Coutandin plädierte dafür, einen Beschluss aus dem Jahr 2005 aufzugreifen. Damals wurde fast einstimmig dafür votiert, dass das Gebiet südlich des Bahndamms für gewerbliche Nutzung zu gewinnen ist. Allerdings stand die Entscheidung damals in Zusammenhang mit einer möglichen Realisierung der Osttangente.

Ziel ist es, möglichst schnell Gewerbeflächen zu arrondieren, da es Anfragen von Unternehmen gibt, die gerne größere Areale von zwei- bis dreitausend Quadratmeter erwerben wollten. „Die Nachfrage wird das Angebot übersteigen“, so die Verwaltungschefin. Das Gebiet „Hinter der Altdörfer Kirche“ mit seinen 12 000 Quadratmetern werde nicht ausreichen. Zudem sei die Gesamtgewerbefläche in den letzten zehn Jahren lediglich um 0,89 Prozent gewachsen.

CDU und Grüne hatten in Bauausschuss und Ortsbeirat Bedenken geäußert, mit der Entscheidung werde die von beiden Parteien favorisierte Osttangente verhindert. Obwohl das ASV mittlerweile schriftliche bestätigt hat, dass die Osttangente nicht weiter verfolgt wird, wollte Coutandin die Magistratsvorlage dahingehend modifizieren, dass das Areal zunächst vom Stellwerk bis zur angedachten Trassenführung der Osttangente reichen soll, also bis dahin, wo gegenüber die Friedrich-Ebert-Straße auf die B 26 führt. So würde von dem ursprünglich 40 000 Quadratmeter großen Gelände rund 15 000 Quadratmeter übrig bleiben.

Vorteil: Das Areal ist komplett in städtischer Hand, könnte also innerhalb des nächsten Dreivierteljahres entwickelt werden. Bei der Kaserne als künftige Entwicklungsfläche würde zu viel Zeit ins Land gehen, bis dort Baurecht geschaffen ist.

Im Bauausschuss wird darüber jetzt weiter diskutiert.

Quelle: op-online.de

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