Elektrik ist zu marode für Check

Brandschutz: Für Friedel-Wiesinger-Halle steigen die Kosten

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Blick von der Bühne der Friedel-Wiesinger-Halle in den bestuhlten Saal. An der der Decke ist die Holzvertäfelung zu erkennen. In der Ur-Baugenehmigung ist diese nicht vorgesehen. Ein Risiko im Brandfall?

Babenhausen - Die Brandschutzmängel in der Friedel-Wiesinger-Halle in Sickenhofen und im Bürgerhaus Hergershausen beschäftigen nach wie vor Verwaltung und Politik. Von Norman Körtge 

Die Friedel-Wiesinger-Halle in Sickenhofen bleibt ein Sorgenkind. Vor allem ein teures. In der jüngsten Sitzung des Hauptausschusses für Finanzen hatte Bau-Fachbereichsleiter Christian Heinemann einen weiteren Zwischenstandsbericht vorgelegt und erläutert, dass ein geplantes Überprüfen der elektrischen Anlagen und Leitungen – der sogenannte E-Check – nicht ohne Weiteres stattfinden kann. Dazu müssten erst einige Vorarbeiten geleistet werden, um die Stromkreise ohne Gefahr testen zu können. Kostenpunkt: zirka 10.000 Euro. Wie es auf Nachfrage aus dem Fachbereich heißt, treibe dabei vor allem die zeitintensive Suche nach Fehlern in den Unterverteilungen die Kosten in die Höhe. Wahrscheinlich weitere 50.000 Euro müsste die Stadt dann nach dem E-Check in die Hand nehmen, um die elektrotechnischen Anlagen vor allem hinsichtlich des vorbeugenden Brandschutzes zu modernisieren.

Wolfgang Heil, Fraktionsvorsitzender der Freien Wähler (FWB), fühlt sich angesichts der zutage tretenden Mängel und damit verbundenen Kosten bestätigt und zugleich bestärkt durch die in der Ausschusssitzung genannten Sachverhalte. So sei in der mittlerweile aufgefundenen Ur-Baugenehmigung eine Holzvertäfelung nicht vorgesehen gewesen. „Aus brandschutztechnischer Sicht ein nach wie vor ernstes und bisher nicht gelöstes Problem“, so Heil. Auch, dass es überbrückte FI-Schutzschalter gebe, lässt bei Heil die Alarmglocken läuten. Denn diese könnten unter anderem verhindern, dass ein Mensch einen tödlichen Stromschlag erleide. Das sei so, als würde man bei einem Auto das leuchtende Bremskontrollwarnlämpchen einfach abklemmen, anstatt sich um die Bremse zu kümmern, bricht Heil die Materie auf den Alltag herunter. „Aus meiner Sicht wurde da fahrlässig gehandelt“, sagt Heil.

Blaulicht und Martinshorn! Die neusten Einsatzfahrzeuge

Zur Erinnerung: Es war die FWB gewesen, die Anfang des Jahres das bereits seit 2008 vorliegende Brandschutzkonzept mit den darin dokumentierten Mängeln wieder auf die Agenda brachte. Die Folge: Kurzfristig wurden sowohl die Wiesinger-Halle als auch das nur zwei Kilometer entfernte Bürgerhaus Hergershausen geschlossen. In den Folgemonaten liefen zumindest die Planungen für einen besseren Brandschutz an – unter anderem das Schaffen von zusätzlichen Fluchtwegen – und die Hallen wurden sukzessive für immer größere Gruppen wieder freigegeben. Zuletzt beschloss eine Mehrheit der Stadtverordneten im September, die beiden Hallen unter Auflagen auch für Großveranstaltungen wieder zu öffnen.

Eine solche steigt am Wochenende in Hergershausen – die Kerb (siehe Artikel auf dieser Seite). Zu den Auflagen gehört es, dass bei den Veranstaltungen im Bürgerhaus immer drei Feuerwehrleute und eine Einsatzleitung vor Ort sein müssen. Für die Ehrenamtlichen auch eine personelle Herausforderung, wie Hergershausens Wehrführer Ralf Aumann berichtet. Zu den Aufgaben wird es gehören, im Vorfeld darauf zu achten, dass es etwa keine brennbare Tischdeko gibt. Während dem Kerbtanz am Samstag und der Feier nach dem Umzug am Sonntag werden die Feuerwehrleute darauf achten, dass die Fluchtwege frei sind und im Notfall eine Panik vermeiden.

Quelle: op-online.de

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