17 engagierte Damen betreiben die städtische Einrichtung in der Altstadt

Freiwillig in die Bücherei

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Drei von derzeit 17 ehrenamtlich Tätigen in der Stadtbücherei: Sandra Bösenberg (von links), Eva Sprenger und Heike Wegstein-Grünewald zwischen den Regalen.

Babenhausen - Seit 1. Januar wird die Stadtbücherei in der Altstadt vorwiegend von ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben. 17 Freiwillige haben sich gefunden, um das dortige Angebot trotz Einsparungen fortzuführen. Von Norman Körtge 

„Das Lesen zu erhalten“ – kurz und knapp fasst Heike Wegstein-Grünewald ihren Beweggrund zusammen, warum sie sich gemeldet hat, um ehrenamtlich in der Stadtbücherei zu arbeiten. Denn das Lesen zu fördern sei genau so wichtig, wie den Sport zu unterstützen. Beides sind für sie offensichtlich so etwas wie gesellschaftliche Stützen. Mitstreiterin Sandra Bösenberg kann ihr da nur beipflichten: „Es ist wichtig, diese Einrichtung zu erhalten.“

Wegstein-Grünewald und Bösenberg sind zwei von derzeit 17 Ehrenamtlichen, die dem städtischen Hilferuf gefolgt sind, um die Bücherei in der Fahrstraße 40 in Zeiten der Haushaltskonsolidierung am Leben zu erhalten. Wie berichtet, hatte die Stadtverordnetenversammlung im Dezember einstimmig den Beschluss gefasst, dass die Einrichtung – nicht wie ursprünglich von CDU und Freien Wählern beschlossen –, ab 1. Januar nicht ausschließlich, sondern vorwiegend von ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben werden soll, um Kosten zu sparen. In den Haushalt 2017 sind nun lediglich die Gelder für eine Verwaltungsfachkraft in Höhe von 7400 Euro eingestellt, die jeweils sechs Stunde in der Woche für die Bücherei hauptamtlich tätig sein darf und unter anderem für die Kasse verantwortlich ist. Hintergrund ist, dass die Stadt gegenüber ehrenamtlich Tätigen keine vertragliche Weisungsmöglichkeit hat. Ansonsten wären sie in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis.

Kosten entstehen aber auch für den langfristigen Mietvertrag für die Räumlichkeiten in der Altstadt, der nach Auskunft von Bürgermeister Joachim Knoke noch zirka vier Jahre läuft. Entscheiden müssen die Lokalpolitiker, ob sie weitere Mittel für die Stadtbücherei für Neuanschaffungen und Mitarbeiter-Schulungen in Höhe von 12 000 Euro bewilligen. Die entsprechende Magistratsvorlage wird am Mittwoch, 11. Januar, in der um 19.30 Uhr im Rathaus, Marktplatz, beginnenden öffentlichen Sitzung des Hauptausschusses diskutiert werden.

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Besonders froh sind Bürgermeister Knoke und Sylvia Kloetzel, Fachbereichsleiterin Standortentwicklung und E-Government, darüber, dass sie mit Claudia Kurschildgen eine gelernte Bibliotheksassistentin als Ehrenamtliche für die Stadtbücherei gewinnen konnten. Die halbtags in der Bibliothek der Hochschule in Aschaffenburg arbeitende Babenhäuserin ist so etwas wie der Kopf der 17 Ehrenamtlichen – alles Frauen. Knifflig und nicht von heute auf morgen erlernbar sei die Katalogisierung der Medien – davon gibt es 15.634 (Bücher, CDs, DVDs) – im Computer, berichtet Kurschildgen. Die Ausleihe und Rückgabe sei hingegen einfacher zu managen, meint sie.

Die Selbstorganisation der Ehrenamtlichen funktioniere sehr gut, hat Kloetzel feststellen können. Acht Freiwillige hätten sich die Dienste im Januar aufgeteilt. Wie die Fachbereichsleiterin berichtet, wollten nicht alle der 17 Ehrenamtlichen in das Tagesgeschäft einsteigen. Einige hätten sich angeboten, um etwa Lesungen zu organisieren oder das große Schaufenster zu dekorieren. Inwieweit die nun erhobenen Jahresgebühren – zehn Euro für Kinder und Jugendliche, 20 Euro für Erwachsene – sich auf das Nutzerverhalten auswirke, müsse abgewartet werden, so Kloetzel.

Quelle: op-online.de

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