Nicht nur Ehrenamt

Bücherei wird weiter hauptamtlich geleitet

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Die Stadtbücherei in der Altstadt wird ab Januar vorwiegend von ehrenamtlichen Mitarbeitern betrieben.

Babenhausen - Knapp 20 Ehrenamtliche haben sich gefunden, um die Stadtbücherei am Leben zu erhalten. Leitung und die Kasse bleiben aber nun doch erst einmal in städtischer Verantwortung. Von Norman Körtge 

Die Stadtbücherei in der Altstadt wird ab kommendem Jahr nun doch nicht ausschließlich von Ehrenamtlichen betrieben. In der jüngsten Stadtverordnetenversammlung stimmten die Lokalpolitiker einstimmig einer Magistratsvorlage zu, die den im Oktober von der knappen CDU-FWB-Mehrheit gefassten Beschluss teilweise revidiert. In diesem hatte es geheißen, dass die Bildungseinrichtung eben ausschließlich von Freiwilligen geleitet wird. Stattdessen werden nun in den städtischen Haushalt 7 400 Euro (inklusive Arbeitergeberanteile) eingestellt, mit dem eine Fachkraft bezahlt werden kann: für jeweils sechs Stunden in der Woche. Diese städtische Angestellte sei für die Leitung und die Kasse verantwortlich.

Wie Bürgermeister Joachim Knoke in der Stadtverordnetenversammlung berichtete, habe die Stadt gegenüber ehrenamtlich Tätigen keine vertragliche Weisungsmöglichkeit. Ansonsten würde „man sich ruck-zuck in einem sozialversicherungspflichtigen Arbeitsverhältnis“ bewegen, in dem der Mindestlohn gelte. Dies habe im Vorfeld auch eine Prüfung beim Hessischen Städte- und Gemeindebund ergeben.

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Anders würde es aussehen, teilte Knoke mit, wenn sich ein Trägerverein gründen würde. Allerdings hätten die knapp 20 Freiwilligen, die unter anderem einem Aufruf der Babenhäuser Ehrenamtsagentur (BEA) gefolgt waren, sich klar gegen eine Vereinsgründung ausgesprochen, so der Rathaus-Chef. Deshalb sei die nun gefundene Lösung mit einer bezahlten Fachkraft die derzeit einzig gangbare. Trotz der Rücknahme einer der beschlossenen Forderungen freute sich CDU-Abgeordneter Günther Eckert über das erzielte große Einsparvolumen. Immerhin werden wegen des gefassten Beschlusses zirka 30 .000 Euro weniger ausgegeben. Ausdrücklich bedankte er sich bei der BEA, die sich mächtig ins Zeug gelegt habe.

Zu der im Oktober beschlossenen Konsolidierungsmaßnahme gehörte auch, dass zukünftig für die Benutzung der Stadtbücherei eine Jahresgebühr in Höhe von zehn Euro für Nutzer bis 18 Jahren erhoben wird. Erwachsene sollen 20 Euro jährlich zahlen. Mit einem Änderungsantrag versuchte die SPD dies noch abzuschwächen. Nutzer unter 18 Jahren müssen nichts zahlen, Erwachsene zehn Euro im Jahr, so der Vorschlag der Sozialdemokraten. Gerade für Kinder und Jugendliche würde mit der Gebühr „eine unnötige Hürde aufgebaut“, argumentierte SPD-Abgeordneter Jörg Kurschildgen. Vergebens. 17:17 lautete das Abstimmungsergebnis, womit der Antrag als abgelehnt gilt. Zu den Befürwortern gehörten SPD, Grüne und FDP. CDU und Freie Wähler stimmten anschließend geschlossen der neuen Gebührenordnung zu, die SPD, FDP und Grüne dagegen.

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Quelle: op-online.de

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