Florian Sawallich gehört zu Landesbesten

Büffeln in der Freizeit hat sich gelohnt

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Florian Sawallich ist Werkfeuerwehrtechniker.

Babenhausen - Jedes Jahr absolvieren hessenweit über 4 000 Fachkräfte eine anerkannte IHK-Weiterbildung. Von Petra Grimm 

Die Teilnehmer mit den besten Abschlüssen aus dem Prüfungsjahrgang Winter 2013/14 und aus dem Frühjahr 2014 wurden gestern Abend im Kurhaus Wiesbaden von Peter Beuth, Hessischer Minister des Inneren und für Sport, und dem Präsidenten der IHK Offenbach, Alfred Clouth, stellvertretend für die Arbeitsgemeinschaft hessischer IHKs, ausgezeichnet.

Geehrt wurden die 56 Besten in ihren jeweiligen Weiterbildungsabschlüssen als Fachwirte, Fachkaufleute, Industriemeister sowie Fachberater oder Dolmetscher. Von diesen 56 Landesbesten legten sieben ihre Prüfung in der IHK Darmstadt ab, darunter auch ein Babenhäuser. Der 32-jährige Florian Sawallich, der als Werkfeuerwehrmann bei der Firma Merck in Darmstadt arbeitet, hat bei der Weiterbildung zum Werkfeuerwehrtechniker hessenweit das beste Prüfungsergebnis erreicht.

Neben seinem Schichtdienst beim Merck hat er in seiner Freizeit, ein Jahr lang, jeden zweiten Samstag acht Stunden die Schulbank gedrückt. Dazu kamen noch Hausaufgaben und das Lernen für Prüfungen, die der junge Mann Ende September 2013 abgelegt hat.

Ein anstrengendes Jahr

Die Inhalte der Weiterbildung waren weit gefasst. „Feuerwehrtechnische Themen, wie beispielsweise Löschanlagen, persönliche Schutzausrüstung, Messtechnik, Atemschutz oder Feuerlöscher wurden vertieft, aber auch ganz andere Themen behandelt“, erzählt der Babenhäuser. So gab es auch Seminare über das „Lernen lernen“ und Kommunikation, beispielsweise ging es um die Frage, wie man Beratungsgespräche führt.

„Es war ein anstrengendes Jahr“, sagt Florian Sawallich im Rückblick. Kein Wunder, denn der junge Mann bewältigt „nebenbei“ noch engagiert ein zeitintensives Ehrenamt. Seit über fünf Jahren ist er der Wehrführer der Freiwilligen Feuerwehr in der Kernstadt und seit April 2013 zusätzlich noch stellvertretender Stadtbrandinspektor. Viel Zeit für private Dinge bleibt da wohl nicht. „Meine Freundin hat zum Glück viel Verständnis und akzeptiert mein Engagement“, sagt er.

Feuerwehr nicht der erste Berufswunsch

Feuerwehr gehört seit der Kindheit zu seinem Leben dazu. Nachdem er in der Grundschule bei einer Projektwoche die FFW in Babenhausen kennengelernt hat, trat er mit zehn Jahren in die Jugendfeuerwehr ein. Seitdem ist er dabei und war auch auf Kreisebene bei der FFW als Ausbilder aktiv. Sein erster Berufswunsch war es allerdings nicht. „Ich habe nach dem Abitur zuerst eine Ausbildung zum Industriekaufmann gemacht“, erzählt er. Erst danach, ab Februar 2006, hat er bei der Firma Merck eine zweijährige Ausbildung zum Werkfeuerwehrmann absolviert und wurde gleich übernommen.

Was ist der Reiz und die Motivation, sich sowohl in seiner Freizeit als auch beruflich der Feuerwehrarbeit zu verschreiben und neben den Fortbildungen bei der Freiwilligen Feuerwehr auch noch die Weiterbildung bei der IHK zu stemmen? Florian Sawallich überlegt eine Weile. „Wahrscheinlich hängt es mit meinem Interesse, immer wieder Neues zu lernen, zusammen. Wir hängen als Feuerwehrleute der Technik ja immer hinterher, denn sowohl die Autobauer als auch die Häuslebauer stellen uns durch Neuerungen immer wieder vor Herausforderungen. Man muss sich dauernd Situationen stellen, die man so noch nicht erlebt hat. Denn kein Einsatz gleicht dem anderen. So unterschieden sich beispielsweise bei jedem PKW-Brand der Fahrzeugtyp oder auch die Umgebung. Man weiß nie, was einen bei einem Einsatz erwartet. Das ist auch faszinierend“, sagt er.

Familiär vorbelastet durch einen bei der Feuerwehr aktiven Großvater oder Vater ist er nicht direkt. Da muss man in seiner Familiengeschichte schon weiter zurück gehen. „Mein Urgroßvater Christian Bender war Feuerwehrkommandant in Babenhausen.“

Als besondere Motivation bei seinem Engagement in der Feuerwehr komme dazu, dass „wir ein eingeschworenes Team sind. Man kennt sich ja teils schon aus dem Kindergarten. Mit vielen ist man schon Jahre befreundet“, sagt Sawallich und ruft dazu auf, aktives Mitglied bei einer Freiwilligen Feuerwehr zu werden. Er wäre kein guter Vertreter seines Berufsstandes, wenn er nicht daran denken und um Unterstützung für die ehrenamtliche Helfertruppe werben würde.

Feuerwehr und Katastrophenschutz im Einsatz

Feuerwehr und Katastrophenschutz im Einsatz 

Quelle: op-online.de

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