Bürgerhaushalle reicht nicht mehr aus

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Die Rope-Skipper sprangen diesmal in Transsilvanien und traten als Vampire auf.

Hergershausen (mj) - Wenn junge Väter auf dem einen Arm die Tochter oder den Sohnemann tragen und in der anderen Hand ein Stück Kuchen durch die Halle des Bürgerhauses jonglieren, dann ist mit großer Wahrscheinlichkeit gerade Weihnachtsfeier beim TV Hergershausen.

Dutzende junge Familien bestimmten die Szenerie, so dass es einem – zumindest bei diesem Anblick – um die Zukunft des Babenhäuser Stadtteils nicht bange sein muss. „Die Grundschule und der Bahnhof locken“, sagt TV-Vorsitzende Ute Beck bezüglich des Neubaugebiets, von dem nicht zuletzt ihr Verein reichlich profitiert hat.

Die stolze Zahl von 280 Kindern und Jugendlichen konnte sie im Frühjahr 2011 an die offiziellen Stellen in punkto Mitgliederstand weiterleiten. Der Großteil von denen nahm am Wochenende an der Weihnachtsfeier teil. Wie jedes Jahr wartete eine kleine Abenteuergeschichte, in der die einzelnen TV-Abteilungen sich mit Vorführungen präsentierten. Schon seit langer Zeit denkt sich Beck als unermüdliche Hobby-Autorin eine Geschichte aus. Dieses Konzept sieht sie als optimal: „Es kommt immer gut an, und alle Gruppen sind integriert.“ Diesmal stand „Die verzauberte Weltkarte“ als Story und Sportschau gleichermaßen auf dem Programm.

Die Handlung: Als Kinder eine zerrissene Weltkarte zusammensetzen, werden sie jedes Mal in ein anderes Land katapultiert. „Wir reisen ohne Flugzeug. Das ist ja abgefahren und wie bei Harry Potter“, erklärte gleich zu Beginn ein Darsteller den Rahmen für die Zuschauer. Ob im Regenwald, der Karibik, in New York oder im Hochgebirge als Bergsteiger – optisch angepasst zeigten die Kinder, was sie in den letzten Monaten gelernt haben.

Rope-Skipper als furchteinflößende Vampire

Besonders originell: Die Rope-Skipper als furchteinflößende Vampire, die ihr Seil in Transsilvanien schwangen. Den Anfang machten zuvor die Kleinkinder: Mit ihren Kuscheltieren winkten sie im Gänsemarsch putzig dem Publikum. Schnell getrocknet waren die Tränen eines Dreikäsehochs, dem das große Publikum wohl nicht ganz geheuer war. Nach dem Stelldichein von elf Gruppen folgte mit dem Besuch des Nikolaus der Höhepunkt, als alle Kinder noch ein Päckchen erhielten.

Aufgrund der großen Kinderzahl samt Betreuer gibt sich Ute Beck fürs neue Jahr optimistisch. Ein Manko nimmt der TV dennoch ins Jahr 2012 mit: So reicht die Halle des Bürgerhauses seit Jahren nicht mehr aus. „Mit mehr Platz hätten wir auch mehr Angebote“, sagt Beck. So platzt die Halle durch die Nutzung der Schule, den anderen Vereinen sowie Privatveranstaltungen aus allen Nähten. Derzeit weicht der TV für die Rückenschule oder Pilates bereits auf die Aula der Grundschule aus. Den Traum – oder besser gesagt die Notwendigkeit – vom TVH bringt Beck direkt auf den Punkt: „Wir brauchen eine Einfeldhalle.“ Besser wären sogar zwei Felder, um nicht gleich wieder am Rand der Kapazitäten zu agieren.

Damit hätte man endlich professionelle Bedingungen vor allem bei den Ballsportarten, für die das Bürgerhaus noch nie geeignet war. Dass sich die Sache auch lohnt, könnte sich Beck eine Kooperation beziehungsweise gemeinsame Nutzung mit Sickenhofen vorstellen. „Wir haben uns dazu schon beim Sportentwicklungskonzept der Stadt geäußert“, berichtet die Hergershäuserin, die hofft, dass diesbezüglich vielleicht demnächst ein Türchen von politischer Seite aufgeht. Optimistisch ist sie aber nur bedingt: „Die Gelder sind bekanntermaßen überall knapp. Dazu hat man uns schon gesagt, dass für den Sporthallenbau nicht die Stadt, sondern der Kreis zuständig ist.“

Quelle: op-online.de

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