Bürgerinitiative "Pro Altes Rat- und Schulhaus"

Nun geht´s an die Ideensammlung

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Bürgerinitiative „Pro Altes Rat- und Schulhaus“ überreicht Unterschriften für öffentliche Nutzung. Sabine Frank überreichte Bürgermeisterin Gabi Coutandin vor Ort die Unterschriftenliste.

Sickenhofen - Fünf Gruppen engagierter Bürger waren unterwegs, erläuterten ihre Absichten und hatten letztlich Erfolg: 753 Unterschriften haben sie für den Erhalt des ehemaligen Schulhauses gesammelt, 688 davon stammen von Sickenhöfern. Von Stefan Scharkopf

Am Mittwoch überreichten Sabine Frank und Hanna Cordier vom Unterschriftenteam die Listen an Bürgermeisterin Gabi Coutandin. Ziel der Bürgerinitiative (BI) „Pro Altes Rat- und Schulhaus“ ist es, dass die Bürger den 1870/71 errichteten Sandsteinbau in der Ortsmitte, gegenüber der Kirche, nutzen. So könnte der imposante, aber sanierungsbedürftige Bau zum Beispiel für einen Jugend- und Seniorentreffpunkt, Vereinsarbeit, Ortsgericht, als Besprechungsraum für die im Ortsbeirat tätigen Gruppen, für Ortsbeiratssitzungen, Migrations-, Mutter- und Kind-Kreise und den Ortsverschönerungsverein dienen. Die BI orientiert sich dabei am Verein Herigar, der im benachbarten Hergershausen das ehemalige Schulhaus betreibt.

Die Sickenhöfer BI befürchtet, dass das Gebäude verkauft werden könnte und für die Bürgerinteressen verloren gehe. Tatsächlich gebe es einen Interessenten für das Haus, sagte Coutandin. Der Kaufpreis wird auf 80 000 bis 100 000 Euro geschätzt, die Sanierungskosten würden wohl mehrere hunderttausend Euro verschlingen. Ins Nachbargebäude, das verkauft werden soll und bereits Thema in der Eigenbetriebskommission war, so wurde auch bekannt, werden demnächst zwei Flüchtlingsfamilien einziehen. Die Stadt hat ein Aufnahmesoll zu erfüllen.

Coutandin begrüßte das Engagement der Sickenhöfer für ihr Schulhaus. Schon seit Längerem wird im Ortsteil nach Räumlichkeiten für die Öffentlichkeit gesucht. Wie Coutandin sagte, könne die Stadt kein Geld in die Sanierung des Schulhauses stecken. Zum einen müsse man sich an dem Haushalts-Konsolidierungskonzept orientieren, zum anderen stehe die Sanierung der Friedel-Wiesinger-Halle an, die für 2014 im Wirtschaftsplan steht und auf zwei Millionen Euro taxiert wird. Die Beschlüsse dazu seien gefasst.

Drei Optionen unterbreitete Coutandin den Bürgern: So könnte geprüft werden, ob in der sanierten Wiesinger-Halle Platz für ein, zwei Räume sei. Als weitere Möglichkeit könnte das Schulhaus an Privat verkauft, aber im Kaufvertrag festgelegt werden, dass ein Stockwerk öffentlich genutzt wird. Die dritte Option schließlich ist, dass die Stadt einem noch zu gründenden Verein das Gebäude für einen symbolischen Betrag überträgt, der dieses dann in Eigenregie betreibt. Während die Stadt verpflichtet sei, Sanierungsarbeiten auszuschreiben, könne der Verein selber Verhandlungen mit einheimischen Handwerkern führen, wer wann was saniert. Die Auflagen für einen Verein sind nicht so hoch wie für eine Stadt. Coutandin ermunterte die Bürger, an einem Konzept zu feilen, was aus dem Gebäude werden soll. Damit sich sich deren Ideensammlung auch lohnt, soll das Gebäude innerhalb des nächsten Jahres nicht verkauft werden.

Wie berichtet, wurde Babenhausen in das hessische Dorfentwicklungsprogramm aufgenommen.

Als erster Schritt wird derzeit das „Integrierte Kommunale Entwicklungskonzept“ (IKEK) erarbeitet. In aufeinander aufbauenden fünf Foren werden die einzelnen Punkte entwickelt. Heute Abend tagt das IKEK-Forum in Sickenhofen. Dann ist das ehemalige Rat- und Schulhaus sicher ein Thema.

Quelle: op-online.de

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