Für Bürgermeisterin sind Bedenken ausgeräumt

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Przewalski-Wildpferde - wie hier in Hanau - sollen nach Babenhausen kommen.

Babenhausen (st) - „Die Bedenken sind ausgeräumt: Das europäische Naturschutzgebiet Natura 2000 auf dem ehemaligen Truppenübungsplatz steht weder für Kiesabbau noch für eine Südumgehung zur Verfügung,“ fasst Bürgermeisterin Gabi Coutandin zusammen.

Sie hatte sich aufgrund der Bedenken der CDU (OP vom 24. August) nochmals mit dem Leiter des Bundesforsts in Verbindung gesetzt und um schriftliche Stellungnahme gebeten. Die Union hatte sich dafür ausgesprochen, zunächst die Südumgehung zu realisieren, danach die Ansiedlung der Pferde, die sie im Übrigen einhellig begrüßt. Die Partei befürchtet, dass die Umgehung mit den Interessen des Przewalski-Projekts kollidieren könnte. Die Südumgehung müsse Vorrang haben.

Wie bereits in der Ausschuss-Sitzung habe der Bundesforst der Verwaltung nun auch schriftlich bestätigt, dass das wertvolle und einzigartige FFH (Flora-Fauna-Habitat)-Gebiet für eine Südumgehung als „unüberwindbarer Widerstandsraum“ gelte. Die Trasse der Südumgehung müsse auf jeden Fall vor der Grenze zum ehemaligen Truppenübungsplatz verlaufen. Das Schutzgebiet komme für Baumaßnahmen jeglicher Art nicht in Frage - ob mit oder ohne Wildpferde.

Nach Auskunft der Vertreter der Tiergärten würden die Przewalski-Pferde auch weder durch den Flug- noch durch Straßenverkehr „belastet“. Beide Nutzungen in der Nachbarschaft des Koppelbereichs seien also für das Projekt unschädlich. Dennoch habe der Bundesforst vorsichtshalber einen Pufferbereich vorgesehen, die Koppel weit in den FFH-Bereich zurückgenommen und flächenmäßig reduziert.

„Eine Beweidung durch Przewalski-Pferde würde eine touristische Aufwertung von Babenhausen bedeuten.“

Die Unantastbarkeit des FFH-Gebietes habe der Leiter der Unteren Naturschutzbehörde gegenüber Dr. Martina Seuß, Interimsvorsitzende des Bauauschusses, bestätigt. Eine Straßenführung durch und ein Kiesabbau im Natura-2000-Gebiet sei aufgrund der hochrangigen Erhaltungsziele und aufgrund der einschlägigen Rechtsprechung unzulässig, zumal ja ausreichende alternative Gebiete zur Verfügung stehen. Damit sei auch der Vorschlag, das Naturschutzgebiet als Kiesabbau-Gebiet auszuweisen, nochmals als undurchführbar bestätigt worden.

„Nun sollten alle Bedenken ausgeräumt sein. Immerhin ist die Nachzüchtung der letzten lebenden Wildpferde und deren Auswilderung in ihrem ursprünglichen Lebensraum ein Projekt von weltweiter Bedeutung. Bis jetzt gibt es nur zwei Standorte in Deutschland, die für die Anpassung der Zootiere an ihren natürlichen Lebensraum geeignet waren. Babenhausen ist nun als weiterer Standort ausgewählt, da sich der seltene Sand-Magerrasen für eine Beweidung hervorragend eignet“, so Coutandin.

Das Gelände ist seit 2008 als Natura-2000-Gebiet „In den Rödern“ (Flora-Fauna-Habitat- sowie Vogelschutzgebiet) ausgewiesen und muss nun durch geeignete Pflegemaßnahmen erhalten werden. Coutandin: „Eine Beweidung durch sogenannte Przewalski-Pferde wäre eine perfekte Pflegemaßnahme und würde zudem eine touristische Aufwertung von Babenhausen bedeuten.“

Quelle: op-online.de

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