Wie wird das Filetstück bebaut?

Bürgerversammlung zum Grünewald-Areal

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An der Ecke Martin-Luther-Straße (rechts) und der Straße An der Stadtmauer soll neu gebaut werden. In welcher Form, darüber herrscht in der Lokalpolitik Uneinigkeit.

Babenhausen - Das Konzept steht, ein Investor ist gefunden – aber die Lokalpolitik mag noch nicht entscheiden, was an der Ecke An der Stadtmauer/Martin-Luther-Straße entstehen soll. Nun sollen erst einmal die Bürger ausführlich informiert werden. Von Norman Körtge

Die Tage der Gärtnerei Grünewald an der Martin-Luther-Straße sind gezählt. Das Unternehmen möchte das Gelände verkaufen und seinen Sitz innerhalb Babenhausens verlegen. In unmittelbarer Nähe zur Altstadt, direkt gegenüber der evangelischen Kirche, wird ein innerstädtisches Filetstück frei. Der in den zurückliegenden Bauausschusssitzungen und der vergangenen Stadtverordnetenversammlung diskutierte und zur Abstimmung stehende vorhabenbezogene Bebauungsplan „Kirchgärten – Alte Gärtnerei“ sieht eine Mehrfamilienhauszeile, ein Wohn- und Geschäftshaus sowie eine Tiefgarage vor. Mit dem Aschaffenburger Unternehmen Kalkan ist auch ein Investor gefunden.

Doch, wie berichtet, fiel in der Dezember-Sitzung kein Beschluss, nachdem vor allem CDU und Freie Wähler ihre Bedenken geäußert hatten und ihrerseits einen Änderungsantrag einbrachten. Eines der Argumente: Der Bebauungsplan sei zu spezifisch. Nach langer Diskussion wurde der Punkt auf die Sitzung am 1. Februar verschoben. Überraschenderweise hat Stadtverordnetenvorsteher Friedel Sahm (CDU) nun eine Bürgerversammlung zu dem Thema vorgeschaltet. Er lädt für Montag, 22. Januar, um 19 Uhr in die Stadthalle, Bürgermeister-Rühl-Straße. Dort sollen die Pläne vorgestellt werden.

Bürgermeister Joachim Knoke (SPD), ein Verfechter des Projektes, zeigt sich über die nun beginnende Diskussion verwundert. Auf Anfrage erinnert er daran, dass seit dem Spätsommer 2015 die Pläne im Grundsatz bekannt sind. Seinerzeit habe er mit den Stadtplanern zusammen gesessen, und die waren der Meinung, dort nur Wohnungen zu realiseren, würde der Innenstadt keinen Impuls geben. Wenn, dann müssten auch Gewerbeflächen entstehen. „Wir haben es in der Verwaltung besprochen, im Magistrat und dann habe ich die damaligen Fraktionsvorsitzenden am Tisch gehabt. Alle haben das abgenickt“, berichtet Knoke.

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Für den bestehenden Einzelhandel sei es ein Gewinn. „Wir bekommen keine barrierefreien Ladenlokale über 100 Quadratmeter in der Bummelgass’“, sagt Knoke und meint damit das Etablieren eines sogenannten Frequenzbringers. „Das Kleine und das Große können nebeneinander existieren. Nur Kleines ohne Großes wird nicht funktionieren“, ist der Rathaus-Chef überzeugt. Er sei froh gewesen, dass sich ein Investor gefunden habe, der gewillt ist, die Vorgaben umzusetzen: „Das ist eine richtig gute Nachricht für Babenhausen, für die Stadtentwicklung.“ Als „befremdlich“ bezeichnet es der Bürgermeister daher, dass der Investor nun erst einmal hingehalten werde.

Quelle: op-online.de

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