Bunte Mischung von Hits und Kostümen

+
„You are the Dancing Queen“: Mit ihrem Musical gelang 80 Schülern der OSB im Bürgerhaus in Hergershausen eine gelungene Hommage an ABBA.

Babenhausen ‐ „ABBA war in den 1970er und 80er Jahren eine der weltweit populärsten Musikgruppen. Ihr unvergänglicher Ruhm währt bis heute“, heißt es zu dem schwedischen Quartett im Lexikon. Von Michael Just

Schon aufgrund der ungebrochenen „ABBA-Mania“ kann eine musikalische Belebung von Agnetha, Frida, Benny und Björn eigentlich nur erfolgreich sein. Das weiß auch Sigrid Borchert, Musiklehrerin an der Offenen Schule. Ein Jahr bereitete sie das Musical „Dancing Queen“ vor, bei dem sie sowohl die Solisten, den Chor als auch die Band einstudierte. Julia Hoffmann und Barbara Bernhard nahmen Regie und Choreografie in die Hand. Jetzt wurde das Ergebnis im Bürgerhaus Hergershausen mit über 80 Mitwirkenden präsentiert.

„Als Vorlage diente uns das ABBA-Musical ‚Mamma Mia‘“, erzählt Borchert. Wie sie ergänzt, brauche man für ein solch großes Projekt die richtigen Leute: „Die müssen bereit sein, lange zu üben und diverse Proben-Wochenenden in Kauf zu nehmen.“ Das war der Fall und dazu noch ein weitere ideale Voraussetzung für reichlich Motivation gegeben: Der Vorschlag für „Dancing Queen“ kam von den Schülern selbst. „Vor allem die Mädchen waren vom Film begeistert und wollten es unbedingt“, so die Pädagogin, die schmunzelnd ergänzt, dass sie selbst früher kein ABBA-Fan war. Das habe sich nun geändert: „Die Musik gefällt mir mittlerweile auch. Sie macht schon deshalb Spaß, weil sich die Songs sehr gut singen lassen.“ Mit der Hommage an ABBA betrat Borchert kein Neuland: Bereits vor fünf Jahren brachten Schüler der OSB deren größte Hits zur Aufführung.

Chor aus drei Jahrgängen

Spannend ist nicht zuletzt die Handlung des Musicals: Sophie will ihren Freund heiraten. Dazu möchte sie ihren Vater einladen, den sie nicht kennt. „Mamma Mia“ denkt sie sich, als sie im Tagebuch der Mutter stöbert und heraus findet, dass dafür gleich drei Männer infrage kommen. Kurzerhand lädt sie alle drei ein. Rund 90 Minuten brachten die Schüler ein Kaleidoskop von ABBA-Hits als auch wunderbar bunten Kostümen auf die Bühne. Einer der Höhepunkte war zweifelsfrei der Hit „Super Trouper“, der mit blau-weißen Glitzeranzügen samt Schlaghose vorgetragen wurde und damit die 70er Jahre samt Hippie-Flair im Bürgerhaus lebendig werden ließ. Die Darsteller auf der Bühne begleitete ein großer Schülerchor der Jahrgänge 7, 8, und 9 sowie eine vierköpfige Band.

Die Schwierigkeit der Aufführung lag darin, mit Schauspiel, Tanz und Gesang gleich drei Elemente zu kombinieren. Auch wenn zu Beginn die eine oder andere Stimme wegen des Lampenfiebers und des großen Publikums noch etwas verhalten klang, konnte die Aufführung im Verlauf in fast jeder Hinsicht überzeugen. Nicht wenige Elternteile fühlten sich bei den Hits an ihre Jugend erinnert und hätten sich gerne mehr bewegt als nur mit dem Fuß zu wippen. Den großen Schlussapplaus hatten sich die Akteure redlich verdient. „Mit Blick darauf, dass die meisten Schüler im Durchschnitt gerademal 14 Jahre alt sind und noch nie getanzt haben, war das eine tolle Leistung mit sehr viel Mut“, führte Borchert an. Sie lobte die männlichen Akteure, von denen viele vor dem Musical als schüchtern galten. „Das wurde zunehmend abgelegt und unglaublich was gewagt. Hier war ein echter Reifeprozess zu erkennen“, so Borchert.

Quelle: op-online.de

Kommentare