Mit der Cessna einmal um die ganze Welt

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Hans-Jürgen Schwerhoff (links) demonstriert, wie ein Überlebensanzug getragen wird. Wichtig ist dieses Utensil etwa beim Überfliegen von Kaltwasserzonen.

Babenhausen (mj) - Es gibt zwei große Menschheitsträume: Fliegen wie ein Vogel und die Welt auf Reisen entdecken. Beides haben Hans-Jürgen und Wilma Schwerhoff verbunden, indem sie mit einer einmotorigen Cessna um die Welt geflogen sind.

Beim Luftsportclub Babenhausen berichteten sie nun über ihr Abenteuer. Bei der 134-tägigen Tour legten sie 60.000 Kilometer zurück, fünf Kontinente mit 18 Ländern lagen auf der Route. Ein Jahr dauerten die Vorbereitungen.

Wenn der 53-jährige Privatfluglehrer über die größte Abenteuerreise seines Lebens erzählt wird deutlich, wie schwer es ist, so etwas vorzubereiten und durchzuführen.

Ob die weltweiten Lande- und Überfluggenehmigungen, die in jedem Land anders sind und jeweils nur für kurze Zeiträume gelten, das Wetter in der ITCZ (Intertropical Convergence Zone) mit Sandstürmen, Taifunen und unbeschreiblichen Regenmassen, der Einbau von Zusatztanks, die Notwendigkeit einer Spritpumpe beim Tanken oder alle erdenklichen Notfallmaßnahmen – an tausend Dinge muss gedacht werden. „Für den Ernstfall hatten wir vorher ein Überlebenstraining bei der deutschen Marine gemacht. Das war besonders wichtig für die Kaltwasserzonen“, erzählt Schwerhoff. Denn Rettungshelikopter entfernen sich nur 120 bis 150 Meilen von der Küste. Ist man weiter weg, heißt es warten auf ein Schiff.

Vorbereitung der Tour

Fast eine Stunde des Vortrags füllte der Mann aus Bingen nur mit der Vorbereitung der Tour, bevor es im zweiten Teil zu den Impressionen ging. Luftaufnahmen aus Ägypten, Kuala Lumpur, Indonesien, Australien, USA, Japan oder Grönland sorgten für Fernweh, vor allem wenn in den Sonnenuntergang geflogen wurde. Fast zu jedem Land gab es eine Anekdote. Zwei Jahre ist die Reise nun her, aber immer noch mit vielen Details in den Köpfen der Weltumrunder präsent. „Ich genieße jedesmal den großen Globus bei den Heute-Nachrichten, weil ich weiß, wie es dort von oben aussieht“, sagt Wilma Schwerhoff.

Eine andere wichtige Frage musste das Ehepaar auch beantworten: „Bei vielen Paaren hat die Beziehung eine Weltreise nicht überlebt. Wie hält man das menschlich überhaupt aus, ständig zusammen zu sein?“ „Wir sind seit 30 Jahren verheiratet. Da kann nichts mehr erschüttern“, hieß das Argument der beiden.

Das könnte auch die nächste Reise tragen. Bei der soll es von Alaska nach Feuerland gehen – um die Sache ein wenig zu vereinfachen allerdings auf vier Rädern.

Quelle: op-online.de

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