Chorgesang fürs Sozialkaufhaus

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Singen für den guten Zweck: Der Gesangsverein Eintracht und viele weitere Engagierte wollen mit den Einnahmen des Benefizkonzerts einem städtischen Sozialprojekt auf die Sprünge helfen.

Babenhausen ‐ Mit den schönsten Stücken aus ihrem Repertoire machte sich der Gesangverein 1878 Eintracht daran, eine junge Offensive in der Heimatgemeinde auf den Weg zu bringen. Von Ursula Friedrich

Die Einnahmen des Benefizkonzertes vom Samstag Abend sollen komplett dem geplanten Sozialkaufhaus gestiftet werden. Bürgermeisterin Gabi Coutandin stellte das Sozialprojekt beim Konzert in der Stadthalle in seinen Grundzügen vor: Seit Monaten liefen die Planungen für einen zentrumsnahes Ladengeschäft, das hochwertige Produkte zu symbolischen Preisen anbieten soll, „für Menschen, die jeden Cent zweimal umdrehen müssen“.

Hintergrund ist die überdurchschnittlich hohe Zahl von Erwerbslosen sowie Armut bei Kindern und Jugendlichen, die eine kreisweite Studie der Industrie- und Handelskammer zu Tage förderte. Trotz überdurchschnittlich guten Abschneidens der Stadt Babenhausen beim „Mittelzentrum-Ranking“ der IHK, insbesondere in puncto Tourismus, Kaufkraft und Verkehrsinfrastruktur, seien die Einkommen der Wohnbevölkerung im Vergleich unterdurchschnittlich, erläuterte Coutandin. Eine hohe Zahl von Hartz-IV-Empfängern und die kreisweit höchste Quote an Schutz- und Hilfsmaßnahmen für junge Bürger seien weitere, traurige Ergebnisse. Neben zahlreichen Maßnahmen durch den Magistrat würden die Planungen des Sozialkaufhauses im Schulterschluss mit Kirchen, Vereinen und engagierten Bürgern vorangetrieben.

Noch steckt die Initiative in den Kinderschuhen, doch die Sänger versuchten mit ganzer Kraft, einen Beitrag zur Anschubfinanzierung zu leisten. Für das stimmungsvolle Konzert mit klassischem Volksliedgut, sakralem Gesang aber auch vielen modernen Stücken hatte sich sogar ein kleiner Projektchor gegründet: „Toll, was in nur drei Proben geschafft wurde“, kommentierte der ehemalige Vorsitzende des Vereins, Rolf Kreisel, die Leistung der jungen Formation. Sänger aus Männer- und Frauenchor sowie motivierte sangesfreudige Bürger wagten nach kurzer Übungsphase unter den Fittichen von Chorleiter Rodrigo Cardoso Alfonso ihr Debüt auf den Bühnenbrettern.

Der Männerchor unter Leitung von Patrick Lagerpusch ließ es mit einem Klassiker angehen: Der berühmte Jägerchor aus Carl Maria von Webers „Freischütz“ wurde kraftvoll vorgetragen. Mit modernen Stücken von Bette Midler bis zu den Beatles sprang der Funke zum Publikum schnell über – dies war freilich auch ein Verdienst des Frauenensembles „Woman & Voices“ sowie zahlreicher Soli.

Quelle: op-online.de

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