Continental-Standort

Harter Sparkurs in Babenhausen

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Babenhausen - Am Continental-Standort in Babenhausen verhandeln IG Metall und Geschäftsführung hart um einen neuen Ergänzungstarifvertrag bis 2018. Es geht um Millionen Euro an Personalkosten, die eingespart werden sollen, und damit auch um Hunderte Arbeitsplätze. Von Achim Lederle

Die Verhandlungen sind zäh, und sie gehen an die Substanz: Seit 11. Juli verhandeln Arbeitgeber und IG Metall in Babenhausen über ein von der Geschäftsleitung gefordertes Sparkonzept. „Wir sind mittendrin, noch gibt es keine Resultate“, sagte Armin Groß von der Darmstädter IG Metall gestern unserer Zeitung. Anfang August gebe es weitere Gespräche. Laut IG Metall sollen Personalkosten in Höhe von 40 Millionen Euro von 2015 bis 2018 eingespart werden. Damit wolle das Unternehmen „Gewinnunterschiede zwischen dem Standort Babenhausen und Billiglohnländern vollständig ausgleichen“, heißt es in einer Mitarbeiterinformation der Gewerkschaft. Konkret werde zwar ein Verzicht auf betriebsbedingte Kündigungen bis 2018 in Aussicht gestellt. Gleichzeitig solle jedoch die Mitarbeiterzahl in der Produktion von 1 183 Beschäftigten um 405 auf 778 bis Ende 2018 reduziert werden.

„Die Situation in Babenhausen ist schon länger prekär. Seit November 2012 gibt es Diskussionen um Einsparungen“, so Groß. Verhandelt wird um einen sogenannten Ergänzungstarifvertrag, der einerseits den Fortbestand des Werkes sichern soll, andererseits aber von den Beschäftigten einiges abverlangt: Die Forderungen lauten laut IG Metall drei Stunden unbezahlte Mehrarbeit pro Woche im Entwicklungsbereich und 2,5 Stunden unbezahlte Mehrarbeit bei den Beschäftigten im Werk, eine Verschiebung jeder Tariferhöhung um sechs Monate, keine Mehrarbeitszuschläge bei Auszahlung von Zeitguthaben und Gehaltsabzüge bei leitenden Angestellten. Als Gegenleistung biete das Unternehmen Fertigungsaufträge für das Werk und den erwähnten Verzicht auf Kündigungen. „Dies passiert nur, wenn wir uns einigen. und wenn die Gewerkschaftsmitglieder in Babenhausen der Einigung zustimmen“, erläuterte Groß.

ADAC Sommerreifentest 2013

ADAC Sommerreifentest 2013

Falls kein neuer Tarifvertrag zustande komme, drohe Conti mit einem deutlich höheren Jobabbau um über 700 Stellen auf 472 bis zum Jahr 2018. „Der Ernst der Lage ist allen bewusst“, sagte Groß. „Gleichwohl kritisieren wir, dass die Beschäftigten die Hauptlast der Sparmaßnahmen tragen sollen. In jeden Fall verlieren Leiharbeiter ihre Jobs. Dies ist kein sozialverträglicher Stellenabbau.“ Groß kritisierte zudem, dass Conti versuche, zur Profitmaximierung nicht nur deutsche gegen ausländische, sondern auch die deutschen Standorte gegeneinander auszuspielen. Conti-Pressesprecher Enno Pflug sagte gestern unserer Zeitung: „Es ist nicht unser Ziel, in Babenhausen massiv Jobs abzubauen.“ Der Standort sei produktiv und habe vor allem bei der neuesten Cockpit-Technik ein Alleinstellungsmerkmal. „Wir wollen die Effizienz halten und die Wettbewerbsfähigkeit für die nächsten Jahre sicher stellen“, so Pflug. Details zum neuen Ergänzungstarifvertrag nannte der Sprecher nicht. Er betonte jedoch: „Continental ist ein Unternehmen, und wir ziehen alle an einem Strang.“

Quelle: op-online.de

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